Justiz: 28-Jähriger Asylbewerber kommt vor Gericht

Sigmaringen/Hechingen. Die Staatsanwaltschaft Hechingen hat gegen einen 28-jährigen Asylbewerber aus Nigeria Anklage wegen Geiselnahme, gefährlicher Körperverletzung und wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte erhoben. Der Mann hatte laut Staatsanwaltschaft wegen fehlender Ausweispapiere Probleme bei der Erteilung einer Arbeitserlaubnis gehabt und deshalb am 3. Juni im Landratsamt Sigmaringen vorgesprochen. Im Lauf des Gesprächs wurde er wütend, begann zu randalieren und warf Plexiglasscheiben um; anschließend verlagerte sich das Geschehen aus den Räumen des Ausländeramts über das Foyer in die Kfz-Zulassungsstelle.

Mittlerweile war die Polizei verständigt worden; als der 28-Jährige die beiden Beamten erblickte, nahm er der Anklage zufolge eine Mitarbeiterin des Landratsamts in den Schwitzkasten, zückte ein Küchenmesser und hielt es ihr an den Hals.

Angst vor Abschiebung soll Ursache gewesen sein

Die Frau wurde darauf unter dem Einsatz von Pfefferspray aus seiner Umklammerung befreit und er selbst in Gewahrsam genommen, wobei er sich mit Fußtritten gegen die Festnahme wehrte. Er befindet sich seither in Untersuchungshaft – angeblich soll ihn Angst vor einer Abschiebung in sein Heimatland zu der Attacke getrieben haben.