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Stetten a.k.M. Truppenübungsplatz Heuberg: Sprengplatz ist eröffnet

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Die Gäste nehmen eine Bombe in Augenschein. Diese dient als Übungsobjekt der Kampfmittelbeseitiger. Foto: Grimm

Stetten a. k. M. - Der Sprengplatz "Spitalwäldle" auf dem Truppenübungsplatz Heuberg sei eine in Europa einzigartige Ausbildungsanlage, hat der Kommandant des Truppenübungsplatzes, Oberstleutnant Udo Eckbrett, bei der Übergabe unterstrichen.

Er erläuterte die Hintergründe der Entstehung der Anlage, die mit der Stationierungsentscheidung des Verteidigungsministeriums vom November 2004 zusammenhängt. Hierbei sei beschlossen worden, alle Kampfmittelabwehrkräfte der Bundeswehr zentral in Stetten am kalten Markt zu konzentrieren. Diese Entscheidung habe den erhöhten Bedarf von Sprengplätzen auf dem Truppenübungsplatz begründet, um diesem Fachpersonal bei der Vorbereitung auf ihre gefährlichen Aufgaben beste Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen der offiziellen Inbetriebnahme und nach einer Sicherheitsbelehrung durften die Gäste Zeuge sein bei der Unterzeichnung der Übergabeurkunde durch Vertreter des Staatlichen Hochbauamts, des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr sowie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und der Truppenübungsplatzkommandantur.

"Damit hat der Standort Stetten a. k. M. den modernsten und sichersten Sprengplatz Europas", hob der Kommandant hervor. Die zehn Millionen Euro teure Anlage erfülle alle Auflagen des Bundesemissionsschutzgesetzes und werde auch zukünftigen verschärften Umweltschutzauflagen mehr als gerecht. Mit dem Bau hätten die Landesbauverwaltung, das beauftragte Ingenieurbüro CDM Smith aus Crailsheim sowie die beauftragten Firmen "Neuland betreten und eine in der Bundeswehr richtungsweisende Ausbildungsinfrastruktur geschaffen", sagte Eckbrett. Er erinnerte daran, dass das gesamte Projekt in der Planungs- und Entstehungsphase durch den Widerstand der Bürgerinitiative "Freier Heuberg" gehemmt worden sei. Dadurch seien rund drei Jahre verloren gegangen. Durch gezielte Informationsarbeit, nachvollziehbare Sachdaten und Gutachten hätten die Sorgen und Ängste der Bürger in der Nachbarschaft "entkräftet und zerstreut" werden können, so Eckbrett.

Nach der Rede des Kommandanten erkundeten die Gäste den Sprengplatz, der sich als von Wällen umgebene riesige Fläche aus Granitporphyr präsentierte: "55 000 Tonnen dieses widerstandsfähigen Granitschotters sind hier verbaut worden." An fünf Stellen hatten die Verantwortlichen unterschiedliche Kampfmittel deponiert, die gezündet beziehungsweise entschärft wurden. Dazu mussten sich die Besucher in den Schutzbunker begeben, wo sie die Lehrvorführung durch eine mehrere Zentimeter dicke Glasscheibe mitverfolgen konnten. So wurden beispielsweise eine 250-Kilo-Bombe, ein 120-Millimeter-Mörser, eine Panzerfaust und ein Leuchtgeschoss mit unterschiedlichen Verfahren unschädlich gemacht.

Das eigentliche Ziel der Ausbildung sei nicht, die Munition "mit großem Tamtam" in die Luft zu jagen, sagte der Oberstleutnant, vielmehr solle geübt werden, die darin enthaltenen Sprengstoffe mittels gezielt angebrachter Kleinstsprengladungen vom Zünder zu trennen und die Ummantelung des Geschosses zu öffnen. Damit werde dem Kampfmittel seine Explosivkraft genommen, der Inhalt könne gefahrlos vernichtet und der metallene Rest der Verschrottung zugeführt werden. Die zu Demonstrationszwecken durchgeführte echte Detonation der Sprengbombe "Matra" werde die Ausnahme, nicht die Regel sein, informierte der Chef des Sicherheitspersonals. In einem Glaskasten konnten die Besucher den Schichtaufbau des 200 mal 200 Meter großen Sprengplatzes begutachten.

 
 
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