Elon Musk und die Starlink-Satelliten: Die Flammenspur am Himmel haben auch im Zollernalbkreis Menschen beobachtet. Experte Rolf Bitzer gibt unserer Redaktion Auskunft.
Kurz vor halb Zehn am Dienstagabend trat über Frankreich ein Starlink-Satellit in die Erdatmosphäre. Elon Musks Unternehmen SpaceX hatte das ausgediente Fluggerät kontrolliert zum Absturz gebracht.
Es flog als Flammenspur über die Schweiz und verglühte schließlich über Norditalien. Seine Feuerbahn konnte auch vom Zollernalbkreis aus verfolgt werden.
Rolf Bitzer von der Sternwarte Zollernalb hat von diesem Ereignis allerdings erst am Mittwoch von dem Absturz erfahren, nicht nur in der Berichterstattung: Es habe einige Anfragen von Menschen aus der Region gegeben, berichtet er.
Selten sind Satellitenabstürze Bitzers Worten zufolge allerdings nicht mehr: „Laut der ESA soll mittlerweile durchschnittlich einmal pro Woche ein größeres Objekt in die Erdatmosphäre eintreten, was nicht nur in der Nacht, sondern auch am Tag erfolgen kann.“
Das bedeute jedoch nicht, dass man diese auch immer von der Sternwarte aus sehen kann: „Eine Beobachtung an einem bestimmten Ort ist von vielen Faktoren abhängig und lässt sich punktgenau kaum vorhersagen.“
Satelliten verglühen in großer Höhe. Daher seien solche Ereignisse weiterhin zu sehen, auch über Landesgrenzen hinweg. In der Sternwarte in Brittheim befasse man sich damit allerdings nur sporadisch.
Astronomen besorgt über Zahl der Satelliten
Vor allem Elon Musiks Starlink-Netzwerk mit seinen tausenden Satelliten hat jedoch bereits direkte Auswirkungen auf astronomische Beobachtungen, wie sie auch in Brittheim gemacht werden: „Mittlerweile äußern sich die weltweit tätigen Fachwissenschaftler und Organisationen äußerst besorgt über die zunehmende Anzahl der Starlink-Satelliten“, bestätigt Bitzer. „Auf unseren Weitwinkel-Himmelsaufnahmen, welche mit einer kleinen Brennweite von 620 Millimetern gewonnen werden und somit ein größeres Himmelsareal umfassen, fliegt je nach Himmelsregion bei einer Belichtungszeit von nur 60 Sekunden mindestens ein Satellit durch das Bild. Dies kann bei Messungen gegebenenfalls zu zu einem Problem werden.“
An der Sternwarte sind laut dem Vorsitzenden mittlerweile alle technischen Komponenten für eine dauerhafte, fotografische, nächtliche Himmelsüberwachung vorhanden. Die dabei die gewonnenen Bilder können von jedem über das Internet angesehen werden.
Sternwarte vom Glasfasernetz offline
Diese automatischen Aufnahmen hätten auch den Absturz des Starlink-Satelliten zeigen können. „Allerdings wurde der Glasfaseranschluss der Sternwarte in einem städtischen Verteiler falsch angeschlossen, so dass wir seit Monaten weder über einen Telefon- noch den für die Kamera erforderlichen Internetanschluss verfügen“, ärgert sich Rolf Bitzer. Von dem mit der Reparatur beauftragten Unternehmen habe man auf mehrere Anfragen hin keine Antwort erhalten.