Die Baumaßnahmen schreiten voran: Jörg Zimmermann vor seiner Sternwarte, deren Dach ausfahrbar ist. Foto: Ginter

Er hat sich schon früh für Sterne, Mond, Planeten und Galaxien interessiert. In seinem Garten baut Jörg Zimmermann aus Peterzell nun eigens ein Observatorium – und die Warteliste an Interessenten ist bereits lang.

St. Georgen-Peterzell - Eine Sternwarte im eigenen Garten – was absolut außergewöhnlich klingt, wird für Jörg Zimmermann schon bald Wirklichkeit sein. Der Peterzeller baut seit einigen Wochen an seinem Traum, der eigenen Sternwarte.

 

Schon 1983 begann sein Interesse für die Astronomie, geweckt durch einen Lehrer. "Seither hat mich das nicht mehr losgelassen", sagt der 50-Jährige, der heute selbst Physik, Mathematik und das Fach Natur und Technik am Thomas-Strittmatter-Gymnasium in St. Georgen unterrichtet.

Schon als Schülerkauft er sich das erste Teleskop

Schon bald kaufte er sich vom Taschengeld ein erstes Fernrohr, fand in einem Schulfreund einen Gleichgesinnten, mit dem er regelmäßig den Nachthimmel beobachtete. Im Laufe der Jahre sei die Ausrüstung immer größer und schwerer geworden, erzählt er. Das brachte auch Probleme mit sich, denn: "Irgendwann hat man dann keine Lust mehr, immer alles auf- und abzubauen."

2019 war ihm dann klar: Es muss eine festverbaute Sternwarte her. Ende des Jahres begann Zimmermann mit der Planung, im September 2020 bekam er die Baugenehmigung. Ende März dieses Jahres wurde dann mithilfe von Fachfirmen das Grundgerüst gestellt. Zimmermann selbst hat bereits die Außenverkleidung der Holzhütte, deren Dach komplett ausfahrbar ist, gefertigt – auch den Rest will er in Eigenarbeit zu Ende bringen. In den Pfingstferien soll das private Observatorium fertig werden.

Darauf freut sich der Gymnasiallehrer schon jetzt: "Dann werde ich die eine oder andere klare Nacht nutzen, um Fotos zu machen oder einfach nur in den Himmel zu schauen." Zimmermann hofft, dass er mit seiner festverbauten Sternwarte dann auch kleinere Zeitfenster ausnutzen kann – denn der Aufbau seiner mobilen Ausrüstung nahm sonst stets ein bis zwei Stunden in Anspruch. "Da konnte man nicht spontan sagen: Heute Abend ist schönes Wetter, da könnte ich doch einmal schauen", berichtet Zimmermann.

In letzter Zeit kam er daher nicht allzu oft dazu, den Himmel zu beobachten. Das soll sich nun ändern: "Mein Ziel ist schon, es jetzt möglichst oft zu nutzen."

Viele Bekannte und Freunde stehen bereits auf der Warteliste

Wieviel sein Projekt kostet, will der 50-Jährige nicht verraten. "Es ist schon ein teures Hobby, aber auch eines, das langfristig angelegt ist", meint er und fügt schmunzelnd hinzu: "So eine Hütte baut man ja auch nicht jedes Jahr."

Unterstützung in seinem Vorhaben erfährt er von seiner Familie, "die gehen glücklicherweise voll mit", sagt Zimmermann und lacht. Zusammen mit seiner Tochter, die die fünfte Klasse besucht, beobachtet er manchmal den Nachthimmel und begutachtet ausgiebig den Mond.

Eigentlich wollte der Gymnasiallehrer seine Begeisterung für die Sterne zum Beruf machen und nach dem Abitur Astronomie studieren. "Das ist beruflich gesehen aber ein sehr enges Feld", gibt Zimmermann zu bedenken. Deshalb entschied er sich letztlich für die Physik. "Aber die Liebe zur Astronomie ist geblieben", betont er.

Was fasziniert ihn am Blick Richtung Himmel?

Was fasziniert ihn am Blick Richtung Himmel? "Wie die Dinge zusammenhängen und miteinander ein großes ganzes Bild ergeben", schwärmt der 50-Jährige und ergänzt: "Die Strukturen haben durchaus etwas Künstlerisches." Interessant und spannend seien, so Zimmermann, auch Phänomene, die selten sind – wie der Komet Neowise, der im Sommer vergangenen Jahres der Erde so nah kam, dass er mit bloßem Auge am Nachthimmel zu sehen war. Und Zimmermann mag es, Mond, Planeten, Galaxien und Gasnebel auch auf Bildern festzuhalten. "Besonders herausfordernd ist es, Galaxien und Gasnebel auf Fotos zu bannen", erklärt er.

Wenn das private Observatorium dann erst einmal fertiggestellt ist, könnte es im Garten Zimmermann voll werden, wie der 50-Jährige schmunzelnd verrät: "Ich habe schon eine ganze Liste mit Bekannten und Freunden, die darauf warten, auch mal in den Himmel schauen zu können."