Bei Bosch in Leinfelden werden zahlreiche Stellen gestrichen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Erst Verbrenner, dann Software und Steuergeräte, nun Werkzeuge: Der Jobabbau beim Bosch-Konzern geht weiter. In Leinfelden soll jeder vierte Arbeitsplatz gestrichen werden.

Der Stellenabbau beim Stuttgarter Bosch-Konzern geht weiter. Nach der Verbrennersparte, dem Softwarebereich und einem für elektronische Steuergeräte verantwortlichen Unternehmensbereich trifft es nun die Sparte Power Tools (Elektrowerkzeuge), die in Leinfelden ihren Hauptsitz hat. Am Mittwoch informierte das Unternehmen die Belegschaft darüber, dass dort 560 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Damit müsste dort mehr als jeder vierte Mitarbeiter damit rechnen, den bisherigen Arbeitsplatz zu verlieren.

 

Der Abbau soll so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden. Über die Modalitäten sollen nun Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen geführt werden. Der Abbau soll sich über die Zeit bis 2026 erstrecken; angesichts des tiefen Einschnitts könnte es aber herausfordernd werden, in dieser Zeit genügend Beschäftigte für freiwillige Vereinbarungen zu gewinnen.

Grund für Stellenabbau liegt in der Coronapandemie

Das Unternehmen begründet die Entscheidungen unter anderem damit, dass nach der Corona-Pandemie, die zu einem starken Anstieg der Nachfrage nach Elektrowerkzeugen führte, der Boom nun vorbei ist.

Bereits Ende Dezember hatte Bosch angekündigt, in der Verbrennersparte rund 1500 Arbeitsplätze zu streichen, weil die Nachfrage nach dieser Technologie sinkt. und überdies die neuen Abgasregeln der EU so wenig anspruchsvoll sind, dass keine neuen Bosch-Entwicklungen erforderlich sind. Es folgte die Ankündigung der Streichung von 1200 Stellen in der Softwaresparte, die unter anderem darunter leidet, dass das autonome Fahren sehr viel langsamer vorankommt als erwartet. Vor wenigen Tagen kündigte Bosch überdies die Streichung von 500 Arbeitsplätzen in einem für Steuergeräte zuständigen Bereich an.