Wer leitet künftig die Abteilung Stadtbibliothek? Das ist derzeit noch offen. Foto: Daniela Schneider

Im Dezember wurde bekannt, dass der bisherige Leiter Volker Fritz die Stadt verlässt. Bislang wurde die Stelle nicht wiederbesetzt – und das hat Gründe.

Ende Dezember des vergangenen Jahres gab die Stadtverwaltung von Villingen-Schwenningen bekannt, dass der bisherige Leiter der Schwenninger Stadtbibliothek, Volker Fritz, die Stelle verlasse.

 

Über 15 Jahre lang hatte er an der Spitze der VS-Bibliothek mit ihren beiden Häusern gestanden und das Angebot in dieser Zeit kontinuierlich ausgebaut, wie die Verwaltung mitteilte. Fritz wechselte als Amtsleiter zur Stadtbibliothek nach Saarbrücken.

Wer aber folgt ihm nun in Villingen-Schwenningen nach? „Bis zur Neubesetzung der Stelle übernimmt die bisherige Stellvertreterin Stephanie Schumacher kommissarisch die Leitung der Bibliothek“, hieß es in der Mitteilung der Stadt zunächst weiter.

Warten auf das Gesamtkonzept

Und genau das ist faktisch jetzt immer noch der Fall. Ausgeschrieben ist die Abteilungsleiterstelle, die im Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport angesiedelt ist, derzeit nicht.

Auf Nachfrage erläutert Stadtsprecherin Madlen Falke, warum das so ist: „Der Gemeinderat hat im Zuge der Haushaltskonsolidierung einen Prüf‑ und Einsparungsauftrag für beide Bibliotheksstandorte beschlossen. Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, die zukünftige Ausrichtung der Stadtbibliothek konzeptionell zu überdenken und ein entsprechendes Gesamtkonzept zu erarbeiten.“

Bis zum Abschluss dieser Prüfung werde die stellvertretende Leiterin die Bibliothek kommissarisch führen.

Derzeit eine Übergangsregelung

Diese Übergangsregelung stelle „den laufenden Betrieb sicher“ und ermögliche zugleich die sorgfältige Abwägung fachlicher und haushalterischer Aspekte, bevor über die personelle Besetzung der Leitungsstelle entschieden werde. „Aus diesem Grund können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weitergehenden Auskünfte zur dauerhaften Besetzung der Stelle geben“, fasst die Sprecherin zusammen.

Es wird schon gespart

Wie weit das Konzept – und damit wohl auch die Ausprägung der personellen Ausgestaltung – schon gediehen ist, lässt die Verwaltung offen.

Fest steht: Die Sparbemühungen griffen bereits in dieser Abteilung. Nachdem verschiedene Szenarien mit Einsparpotenzial entwickelt worden waren und zeitweise auch einmal im Raum gestanden hatte, Teile der Villinger Bibliothek ganz aufzugeben, erging der Auftrag an die Mitarbeiter in den beiden Häusern, selbst genau zu prüfen, wo etwas gespart werden könnte. Und das wurde offenbar auch schon aktiv in die Tat umgesetzt.

Für Friedemann Schmidt, den Leiter des Freundeskreises der Stadtbibliothek, ist ganz klar erkennbar, dass das Bibliotheksteam gut zusammenarbeitet. Das Team unter der guten Leitung von Stephanie Schumacher funktioniere bestens, so sein Eindruck, und die gemeinsame Anstrengung sei deutlich spürbar. Die Leitidee, dass die Bibliotheken „dritte Orte“ sein sollen – also frei zugängliche Treffpunkte neben Zuhause und Arbeitsplatz, an denen Menschen lernen, sich austauschen und Zeit verbringen können –, komme nach wie vor zum Tragen.

Freundeskreis hilft mit

Einsparungen kommen offenbar derzeit vor allem durch altersbedingte Fluktuation zustande, aber auch durch manche Maßnahmen, mit denen das eine oder andere im Angebot nicht mehr vorgehalten wird. Und auch der Freundeskreis leistet, wo es geht, seinen Beitrag. So finanziert er etwa das Weihnachtstheater.

Gleichzeitig betont Friedemann Schmidt aber auch ganz generell: „Wir als Freundeskreis würden es sehr begrüßen, dass die Leitungsstelle wiederbesetzt wird.“

Die Stadtbibliothek Villingen-Schwenningen

Der Bestand
Rund 195.000 Besucher im Jahr zählen die beiden zentral in den großen Stadtbezirken Villingen und Schwenningen gelegenen Häuser der Stadtbibliothek VS. Sie haben einen umfangreichen Bestand an Büchern, CDs, DVDs, Spielen, Karten, Zeitschriften und Zeitungen sowie Konsolenspielen und Tonies und zahlreiche online verfügbare digitale Angebote von E-Books über Zeitungen und Zeitschriften aus aller Welt bis hin zu Filmstreaming. Dazu kommen Datenbanken und E-Learning -Angebote.

Die Veranstaltungen
Außerdem werden Veranstaltungen angeboten, darunter wöchentliche Vorlesestunden für Kinder, Bücherflohmärkte oder Autorenlesungen und Vorträge.