Mit viel Humor und Spielfreude entführten die Darsteller das Publikum in die Urzeit und sorgten mit Trommeln, Tanz und Fellkostümen für beste Stimmung. Foto: Aylin Kaya

Ein steinzeitlich-musikalisches Abenteuer mit Witz, Herz und Schlabbersalat kam in der Seminarturnhalle auf die Bühne: „Ein Fest für König Gugubo“ begeisterte Groß und Klein.

Die Besucher der Seminarturnhalle betraten für zwei Stunden eine andere Zeit: die der Gugubos. Felle, Federn und Feuerzauber bestimmten die Bühne, als mehr als 150 Zuschauer jeden Alters – Familien, Kinder, Großeltern – zum Nachholtermin des Steinzeit-Musicals „Ein Fest für König Gugubo“ strömten. Und sie bekamen weit mehr als ein Kinderstück: eine liebevoll inszenierte, urkomische Zeitreise, bei der das Lachen donnerte wie ein Mammutstampfen.

 

Initiiert wurde das Musical von Reiner Hiby, Gesangslehrer an der Musikschule Nagold. Er hatte das Konzept der A-cappella-Formation „Die Füenf“ erhalten – doch ohne Text. „Da musste ich ran“, lacht er im Gespräch mit der Redaktion. „Ich hab alles selbst geschrieben und bin so froh, dass das so harmonisch über die Bühne ging. Es hat riesig Spaß gemacht!“

Unterstützt wurde Hiby von Rahel Schumacher, Erzieherin und kreative Seele des Ensembles: „Reiner kam mit der Idee, und ich hab sofort Ja gesagt. Wir haben Bühnenbild, Kostüme, Maske – einfach alles – selbst gemacht. Eine wild zusammengewürfelte Truppe, die super funktioniert hat.“

Voller Saal und gespannte Gesichter: Mehr als 150 Besucher verfolgten das farbenfrohe Steinzeit-Musical „Ein Fest für König Gugubo“ in der Seminarturnhalle Nagold. Foto: Aylin Kaya

In der fröhlich-fantastischen Handlung begegnet das Publikum einem chaotischen Steinzeitvolk, den Gugubos. Ihr König Gugubo – gespielt von Simon Walz – ist ein liebenswerter Schussel, der den Thron bekam, damit er weniger Unfug anstellt. Einmal im Jahr feiern die Gugos ein riesiges Geburtstagsfest mit dem traditionellen Schlabbersalat, dem Lieblingsgericht des Monarchen.

Gemeinsam mit Wotz (ebenfalls Walz), Grete (R. Schumacher), Riese Matze (R. Hiby), der Erzählerin (Vici Müller), Sängerin (Annika Osswald), Gugu-Mädchen (Emely Osswald) und dem Meisterkoch (Matze Mühleisen) ziehen die Gugos zur Festhöhle. Unterwegs treffen sie die Tschugs, die nur „tschug“ sagen können, und die feuerkundigen Knörfe. Doch nicht alle sind gut gelaunt: Grumpf Grimmich und Meck Miesepit, die beiden Spielverderber der Steinzeit, hecken einen bösen Plan aus. Mit einer „Kakaogugobongobeere“, die sie heimlich in den Schlabbersalat werfen, wollen sie die Stimmung verderben.

Publikum nascht Schlabbersalat

Nach der Pause – in der das Publikum selbst Schlabbersalat probieren durfte, ein bunter Wackelpudding mit Vanillesoße – nimmt das Unheil seinen Lauf. Die Gugos entdecken die Beere, Panik bricht aus: Der König kommt! Was, wenn der Salat ihn umhaut? Doch als Gugubo endlich probiert, folgt kein Drama – sondern ein königlicher Rülpser, der durch die Halle hallt. Erleichterung, Jubel und das große Fest beginnt mit Tanz, Gesang und Gugu-Gaudi.

Rosa (9, links) und Schwester Mascha Mühleisen (12) ließen sich den „Schlabbersalat“ – den fantasievollen Wackelpudding mit Vanillesoße – natürlich nicht entgehen. Foto: Aylin Kaya

Das Publikum klatschte, lachte, tanzte mit – und wollte am Ende gar nicht gehen. Es gab eine Zugabe, und noch lange danach leuchteten Kinderaugen zwischen Mammutfellen und Trommeln. Perdita Toll, mit ihren Enkeln Lukas (7) und Lean (6) dabei, schwärmte: „Ein wunderschönes Familienangebot.“ Die Jungs nickten begeistert: „Voll spannend – und so lustig!“

Hiby dankte am Ende seinen Darstellern, dem Freundeskreis der Musikschule und der Technik-Crew von Ms EventTEC, die gemeinsam dafür sorgten, dass alles reibungslos lief – von Licht und Ton bis hin zu Auf- und Abbau. Schauspielerisch unterstützt wurden die Bühnenkünstler außerdem von Gerhard Polacek, einem Freund Hibys aus Wien, der mit wertvollen Ratschlägen half, das Steinzeitabenteuer lebendig werden zu lassen.