Zufrieden mit den Obsterträgen des Jahres 2025 zeigte sich beim 34. Steinobsttag in Blansingen Andreas Mutter, Geschäftsführer des Obst- und Gemüsevertriebs Südbaden.
Zwetschgen werden vermehrt gekauft, die Nachfrage nach heimischen Aprikosen wächst. Die Apfelernte 2025 war in Südbaden die beste der letzten zehn Jahre und damit rekordverdächtig, hieß es beim Steinobsttag in Blansingen, in dem es stets auch um Äpfel und Birnen geht.
Das Interesse der Obsterzeuger an den Themen des Steinobstags, die neue Pflanzenschutzempfehlungen, aber auch den Stand der Dinge zur Bekämpfung des Japankäfers im Kreis umfassten, war wie immer groß. Zu hören gab es außerdem ein Vortrag zu Agri-PV-Anlagen sowie ein Referat zum Steinobstanbau in Thüringen.
Als Organisatoren und Moderatoren fungierten Max Hagin, Obstbaumeister aus Haltingen und Vorsitzender der Obstbauregion Süd sowie Vorsitzender des Kreisobstverbands, und Klaus Nasilowski, Kreisfachberater im Fachbereich Landwirtschaft und Naturschutz für Obstbau und Gartenbau.
2025 war aufgrund des sonnigen Frühjahrs und der ersten eher trockenen Sommermonate „ein gutes Jahr für große und qualitativ hochwertige Mengen.
Bei den Äpfeln gab es bei uns eine Rekordernte“, zeigte sich Andreas Mutter sehr zufrieden.
Stabile Auszahlungspreise für die Bauern
Für die Zulieferer konnte die OGS stabile Auszahlungspreise garantieren. Die Erzeuger lieferten sehr gute Qualitäten und hätten diese oft auch gleich selbst für den Handel verpackt.
„Viele Erzeuger haben zudem in neue und moderne Anlagen sowie in Schutznetze investiert, das macht sich bezahlt“, so Mutter.
Kirschen konnten von Ende Mai bis Anfang August vermarktet werden. Rund 1250 Tonnen Kirschen im Wert von knapp 3,4 Millionen Euro, wurden angeliefert. 494 Tonnen davon waren Tafelkirschen, das waren 350 Tonnen weniger als 2024, da es im Frühjahr 2025 teils Spätfröste gab, die zu Ausfällen führten.
Dunkelrote Kirchen werden bevorzugt
Bei Tafelkirschen bevorzugen die Verbraucher und auch die Gastronomie dunkelrote, feste und geschmackvolle Kirschen, die im Durchmesser größer als 25 Millimeter sind.
„Hellere, rötliche Kirschen sind längst nicht mehr so gefragt“, gab Mutter einen Hinweis an die Erzeuger. Weiter wurden 2500 Tonnen Zwetschgen im Wert 2,2 Millionen Euro angeliefert.
Hier bestehe Bedarf an frühen und späten, festen und saftigen Zwetschgen, fuhr Mutter fort.
Standortvorteil bei frostempfindlichen Früchten
Ein „heißes Thema“ für den Geschäftsführer ist die Nachfrage nach Aprikosen. Diese wurden zwischen dem 20. Juli und 5. September vermarktet. „Aprikosen sind zwar frostempfindlich, aber es gibt eine große Nachfrage nach und damit sehr gute Verkaufsmöglichkeiten für regionale, heimische Früchte, da hätten wir einen echten Standortvorteil in unserer Gegend“, fasste Mutter zusammen.
Äpfel und Birnen erzielten gute Erlöse
Die Apfelernte 2025 war bundesweit, so vermeldet das statistische Bundesamt, mit über 1,3 Millionen Tonnen Äpfeln eine Rekordernte und nach 2018 die zweitgrößte innerhalb der letzten zehn Jahre.
Bis zum 31. Dezember 2025 wurde bei der OGS eine Menge von 739 Tonnen Tafeläpfeln mit einem Verkaufswert von 401 500 Euro registriert. Die Menge an Mostäpfeln, die vom 1. Juli bis Ende 2025 angeliefert wurden, war ebenfalls riesig und betrug fast 370 Tonnen – ihr Verkaufswert lag bei rund 60 000 Euro.
Rotwangige Birnen sind beliebt
Im gleichen Zeitraum wurden 492 Tonnen an Tafelbirnen gezählt, die die OGS für 617 000 Euro vermarktete. Bei Tafelbirnen ist die Nachfrage nach den festeren saftigen Sorten „Novembra“ und „Abate fetel“ sowie nach der Sorte „Conference“ sehr groß – „es steigt zudem die Beliebtheit der rotwangigen Birnen“, teilte Mutter mit.
Gesunde Ernährung habe in Deutschland einen hohen Stellenwert, so der Geschäftsführer weiter. Er vermittelte Fakten zur Obst-Eigenversorgungsquote im Land. Bei den Kirschen stehe man bei 22 bis 23 Prozent, bei Zwetschgen bei 49 bis 51 Prozent, bei Birnen liege der Wert unter 20 Prozent.
Der Wert bei Kirschen sei damit in Sachen Selbstversorgung also eher gering, ebenso wie bei Birnen. „Generell liegt der Selbstversorgungsgrad bei Obst in Deutschland bei nur 18 bis 20 Prozent, der Großteil, nämlich 80 Prozent, wird durch Importe gedeckt – da wäre also noch etwas für die Erzeuger und uns als Vermarkter zu holen“, hatte Mutter recherchiert.
Selbstversorgungsgrad könnte höher sein
Er bedankte sich bei den anwesenden Obstbauern für ihre Treue zur OGS und das „sehr gute Qualitätsbewusstsein“ und hob hervor, dass er und sein Team jederzeit bei Fragen und Anregungen zu sprechen seien.