Günter Schönthaler (Schlagzeug), Werner Thoren (Saxophon) und Christian Rotzler (Gitarre) spielten einige Jazz-Stücke, weil Waldemar Dinkat diesen Musikstil liebte. Foto: Christoph Schennen

Der Verein Kunst und Kultur Steinen veranstaltete eine Gedenkstunde zu Ehren des verstorbenen Künstlers Waldemar Dinkat. Weggefährten schilderten im Gemeinderaum der Christuskirche Begegnungen mit ihm.

Der Verein Kunst und Kultur hat am Freitagabend das künstlerische Schaffen von Waldemar Dinkat gewürdigt. Dinkat ist am 22. Dezember verstorben. Im Gemeinderaum der Christuskirche versammelten sich seine Freunde und Weggefährten, um einige der Kunstwerke des Steinener Künstlers zu bewundern. Wer ein Bild des Hobbymalers besitzt, konnte es zur Ausstellung mitbringen und aufhängen.

 

Nelli Hieke, vielen bekannt als Clownin Sonnelli, erinnerte an eine Ausstellung mit Dinkat im Haus Fischerzunft in Bad Säckingen. Er habe die Ausstellungen minutiös geplant und genau gewusst, wo welches Bild zu hängen habe. Für jeden Ausstellungsraum gab es einen separaten Karton, den Hieke in die Fischerzunft trug. Hieke hat elf Jahre als Hauswirtschafterin im Haushalt von Renate und Waldemar Dinkat gearbeitet. In den vergangenen Jahren hat er seinen Fundus gesichtet und seine Collagen neu gemacht, berichtete Hieke. „Er war ein unglaublich netter Mensch.“

Gedanken für die Ewigkeit

Christel Mohr bezeichnete Dinkat als „Tausendsassa“. Sie und ihr Mann Stephan besuchten, als sie neu in Steinen waren, einen Töpferkurs bei Renate Dinkat, die auch künstlerisch tätig war. Über sie lernten die Mohrs Waldemar Dinkat kennen. Einnahmen aus Verkäufen habe Dinkat laut Christel Mohr großzügig gespendet – zum Beispiel für die Kinderkrebshilfe oder die Christuskirche.

Josef Engler las einen Brief von seiner Frau vor, in dem sie Dinkat Gedanken für die Ewigkeit mitteilt. „Wir haben viele schöne Stunden miteinander verbracht und angeregte Diskussionen geführt“, schreibt sie. Auch sie hat mit ihm Bilder aufgehängt und immer wieder Hinweise von ihm bekommen. „Das Bild hängt zu hoch, es hängt schief oder die beiden Bilder, die nebeneinander hängen, passen nicht zueinander“, war dann von ihm zu hören. Ulla Cebulok hatte eine Mappe mit Fotos mitgebracht, die Dinkat und seine Malergruppe mit ihr, Kerstin Oßwald und Petra Gröschel zeigen. In einer anderen Mappe waren Tuschezeichnungen des Malers, der gerne Figuren und Landschaften malte, zu sehen.

Zu den Gästen des Abends gehörte auch einer der Söhne des verstorbenen Künstlers, Uwe Dinkat. Sein Vater war Bildredakteur für die Bunte Illustrierte (heute Bunte), die von Burda in Offenburg herausgegeben wird, erzählte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Als die Söhne ihr Abitur bestanden hatten, zog die Familie nach Steinen. Hier arbeitete Dinkat weiter und gestaltete Kataloge für das Versandhaus Schöpflin, das Teil von Quelle war. Seine Malerei habe er erst mit Eintritt in den Ruhestand intensiviert, da er dann die entsprechende Zeit hatte.

Weitere Ausstellung geplant

Christel Mohr kündigte für dieses Jahr eine weitere Ausstellung mit Werken von Dinkat an. Ein genauer Termin und ein Ort stehen aber noch nicht fest.

Nelli Hieke berichtete auch davon, dass Dinkat vormittags zwei Stunden gemalt, dann einen englischen Roman gelesen habe, ehe zu Mittag gegessen wurde. Nachmittags wurde wieder gemalt, abends habe er Jazz gehört. Dass ein Teil der Band „Just Jazz“ die Gedenkstunde umrahmte, war seiner Vorliebe für diesen Musikstil geschuldet. Werner Thoren (Saxofon), Christian Rotzler (Gitarre) und Günter Schönthaler (Schlagzeug) spielten mehrere Musikstücke, unter anderem „The Girl from Ipanema“.