Hüsingens Ortsvorsteher Jürgen Schäfer ist beim Ende der Ortschaftsratssitzung tief bewegt.
„Seit dem 20. Februar brennt es mir auf der Seele.“ Er müsse es jetzt loswerden, so Schäfer. Anfangs konnte er kaum darüber reden, so sehr habe ihn der Fund des kleinen toten Säuglings beschäftigt und gequält. Er könne sich nicht vorstellen, wie groß die Notlage einer Frau sein muss, „dass sie bei uns oben ihr Baby ablegt“. Wo es doch so viele Möglichkeiten gebe, wie Babyklappe, anonyme Geburt, Beratung. Der Ortsvorsteher hofft, dass die Mutter, sollte sie gefunden werden, Hilfe bekomme und dass es für das kleine Mädchen eine Identität gibt und ein würdiges Grab.
Schäfer ringt mit Worten
Auch heute noch, ringt er nach Worten. Den Ortschaftsräten geht es ähnlich. „Man kann es nicht nachvollziehen“. Auch die Gäste der Sitzung wurden während der Worte ganz still. Ortschaftsrat Thomas Bauer, der bis zu seiner Rente bei der Kripo gearbeitet hat, möchte die Bevölkerung ermutigen, keine Scheu an den Tag zu legen und alles der Polizei zu melden. Niemand bräuchte Repressalien zu befürchten, sollte irrtümlich ein falscher Verdacht geäußert werden. Anhand der DNA des Mädchens könne jeder Unschuldige durch Speichelproben ausgeschlossen werden.
Ermittlungen laufen
Die Ermittlungen dauern noch an. In den Ortschaften hängen inzwischen Flyer der Kriminalpolizei mit Links und Telefonnummern, unter denen Bürger anonym Auffälligkeiten und Hinweise angeben können. Viele Menschen hätten den Flyer auch in ihrem Smartphone-Status.