Die letzten drei Steine werden verlegt von (von links) Martin Halm, Paul Kempf und Gunther Braun. Foto: Holger Schlicht

Nach einer viereinhalbjährigen Bauzeit ist das große Bauprojekt in Höllstein abgeschlossen. Warum nicht alles glatt lief.

Dabei wurden 25 Kilometer Glasfaser und und 11.000 Trassenmeter Wärmenetz verlegt sind. Mit einem symbolischen letzten Arbeitsschritt wurden die letzten drei Pflastersteine vor der Wiesentalhalle verlegt.

 

Kleiner Festakt

Mit einem kleinen Festakt wurde der Abschluss der teilweise herausfordernden Bauarbeiten gefeiert. Steinens Bürgermeister Gunther Braun, der Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung, Paul Kempf, der Vorstand der EWS Schönau, Alexander Sladek, der Geschäftsführer der EWS Netze GmbH, Martin Halm und Stefan Ehinger als Projektleiter der EWS Netze GmbH standen vor Ort Rede und Antwort für die nicht so zahlreich aber dafür umso interessierteren Bürger, die zum Festakt gekommen waren.

Modell des geplanten Baus Foto: Holger Schlicht

Auf großen Schautafeln konnten sie sich ein Bild von den Bauarbeiten und der neuen Heizzentrale machen, die aber noch gebaut werden muss.

In seiner Rede erzählte Halm von den großen Herausforderungen des Bauprojekts und dem Startdatum des Projekts mitten im Corona-Lockdown am 21. Juli 2021. Dort hatte das Projekt bei einem Termin in der Wiesentalhalle begonnen durchzustarten. Die Bauarbeiten wurden in zwei Bauabschnitte aufgeteilt.

Straßen wurden aufgerissen

Gestartet wurde im November 2021 auf der anderen Seite von Höllstein mit dem Aufreißen der Straßen. Beteiligt waren viele Firmen und Versorger, wie der Zweckverband Breitbandversorgung, Naturenergie Netze, Badenova Netze, Wasser und Abwasser und natürlich die Gemeinde Steinen. Die Baufirma Vogel-Walliser übernahm alle Bauarbeiten und hat diese laut Halm sehr zufriedenstellend bewältigt.

Insgesamt wurden 308 Wärmeanschlüsse gelegt, 95 Anschlüsse wurden von Anliegern in Auftrag gegeben. Gleichzeitig konnten auch Sanierungsarbeiten an Gasleitungen vorgenommen werden.

Bohrer blieb stecken

Natürlich sei nicht alles wie geplant gelaufen, was aber bei einem so großen Bauprojekt auch nicht zu erwarten sei. So gab es bei Durchbruch unter der Bahnlinie für eine Verbindung zur Heizzentrale in Steinen Probleme. Der Bohrer war in hartem Gestein steckengeblieben. Daraufhin musste die nächste Bahnsperrung abgewartet werden, was fast eine Jahr in Anspruch nahm, um wieder in offener Bauweise im Bahngleis eingreifen zu können. Auch unter der B317 und der Wiese musste eine Leitung verlegt werden.

Verteuerung durch Weltlage

Halm wies aber auch auf enormen Veränderungen im Weltgeschehen hin und die damit eingehende Verteuerung von Rohstoffen wie Stahl, Öl und Dinge wie Asphalt, Kunststoffe, Sprit, sowie Aluminium und Kupfer für Erdkabel. Erdgas sei vor fünf Jahren noch sehr gefragt gewesen, heute sei der Ausstieg praktisch schon beschlossen.

Als nächstes Bauprojekt im Rahmen der Selbstversorgung ist ein neues Heizzentrum im Bereich der Kläranlage geplant, mit einem Biomassekessel und einer Abgaskondensation mit einer Leistung von knapp 3,0 Megawatt und einem Wärmespeicher mit rund 2000 Kubikmetern Fassungsvermögen.

Nachhaltige Versorgung

Zudem soll die Abwärme aus dem Abwasser der Kläranlage genutzt werden und somit die Wärmeversorgung in Steinen und Höllstein noch nachhaltiger, effizienter und unabhängiger machen. Das Heizzentrum soll 2028 in Betrieb gehen. Zwar haben erst ein Drittel der Anlieger eine Wärmelieferung beauftragt, bei den Glasfaseranschlüssen seien es um die 50 Prozent, aber man sei zuversichtlich, dass zukünftig noch mehr Bürger einen Nahwärmeanschluss beauftragen werden.

Diese konnten sich vom dem Projektleiter Stefan Ehinger die zurückliegenden Bauarbeitern erklären lassen oder über das geplante Heizzentrum informieren und sich über einen eventuellen Anschluss an das Netz austauschen.