Der Biber hat nicht überall Freunde. Foto: Pixabay/Ralf

Im Gemeinderat Steinen werden erste Forderungen nach einer Abschussgenehmigung laut. Geht es jetzt dem Nager an den Kragen?

Was haben dringende Kanalsanierungsarbeiten mit der Ansiedlung einer Biberfamilie zu tun? Im Ortsteil Schlächtenhaus offenbar eine ganze Menge, wie diese Woche in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats bekannt wurde.

 

Eile ist geboten

Denn der von den Bibern errichtete Damm im Klosterbach könnte den Hauptsammler der Kanalisation im Ortsteil Schlächtenhaus durch das aufgestaute Wasser noch zusätzlich belasten. Eile ist aber ohnehin geboten, da die Arbeiten in dem Feuchtgebiet unbedingt noch in der Trockenperiode, spätestens ab Juni, vonstatten gehen müssen.

Details zu dieser Maßnahme erläuterte in Vertretung Sven Schreiber dem Gemeinderat. Auch wegen der Biber steht nun eine komplette Überlastung des Schmutzwasserkanals zu befürchten. Dadurch wiederum könnte der umgebende Untergrund mit dem Schmutzwasser infiltriert werden und ein möglicher Rückstau die Anlieger schädigen.

Hohe Kosten könnten zudem aufgrund der höheren Einleitungsmenge in die Verbandskläranlage entstehen. Aus all diesen Gründen war die Rede von einer unaufschiebbaren Maßnahme.

Der Gemeinderat folgte dieser Einschätzung und stimmte der Freigabe von 325.000 Euro während der Interimszeit zu, in der sich der Haushalt 2026 gerade befindet. Es handelt sich dabei um ein gedeckeltes Angebot der Firma Kanaltechnik aus Karlstein, das fast 29 Prozent unter der Kostenberechnung des Ingenieurbüros liegt. Die Arbeiten haben bereits im vergangenen Jahr begonnen und sollen im folgenden Jahr fortgesetzt werden. Die erforderlichen Mittel für das laufende Jahr sind im Haushalt angemeldet.

Fremdwasser beseitigen

Bei den Kanalsanierungsarbeiten geht es vor allem um die Beseitigung von Fremdwasser. Ursachen hierfür seien Beschädigungen am Kanal, aber auch illegal eingeleitete Drainagen, wie Bürgermeister Gunther Braun berichtete. Der Biberfamilie würde man mit diesen Arbeiten entgegenkommen.

Biber als Plage?

Diese jedoch hatte nicht nur Freunde im Ratsrund. Stefan Glaser sprach von einer regelrechten Plage und forderte eine Abschussgenehmigung oder doch zumindest eine Vergrämung der Tiere. Er hätte den Biber auch lieber ein Tal weiter ausgesetzt, erwiderte Braun, der wie Gudrun Roser (Bündnis) aus naturschutzrechtlichen Gründen keine Möglichkeit für einen Abschuss sah. Allerdings gab es auch Stimmen, die darauf hinwiesen, dass Abschüsse von Experten immer häufiger genehmigt würden. Man einigte sich darauf, den zuständigen Biberbeauftragten des Landkreises zu konsultieren, um das Machbare mit ihm zu erörtern.