Tobias Hölle und seine Schwester Tina Hölle vom Steinefurthof präsentieren ein Osternest voll mit gravierten Eiern vor der neuen Maschine. Foto: Zepf

In den Supermärkten stehen kurz vor Ostern viele gefärbte und mittlerweile auch einige mit Laser gravierte Eier. Doch woher kommen diese Eier und wie funktioniert das mit der Gravur?

Schon von weitem ist das Gackern der Hühner zu hören: Auf dem Steinefurthof bei Geislingen-Binsdorf läuft die Eierproduktion in allen Belangen auf Hochtouren, so dass die Supermarktregale rechtzeitig vor Ostern gefüllt werden können. Denn viele der Ostereier, die später in den Regalen der Region landen, kommen vom familiengeführten Betrieb.

 

Der Hof beheimatet derzeit etwa 30.000 Hühner. Matthias Hölle, Geschäftsführer des Steinefurthofs sagt: „Am Tag werden hier etwa 27.000 Eier gelegt. Der Mehrbedarf an Eiern liegt bei circa 30 bis 40 Prozent in den letzten 10 Tagen vor Ostern.“

Die Hühner leben in großen Ställen, haben aber auch viel Freilauf. Foto: Zepf

Die von den Hühnern gelegten Eier werden über ein Fließband in das Produktionsgebäude transportiert, wo sie zunächst gereinigt und poliert werden. Sie werden dann auf Schäden geprüft sowie nach Farbe, Größe und Gewicht sortiert und anschließend verpackt.

Produktion ab September auf Hochtouren

„Die Produktion läuft von September bis nach Ostern auf Vollgas. Im Zeitraum ab vier Wochen vor Ostern, beginnen wir, die Eier zu sammeln. Das bedeutet, dass die Eier nicht mehr wie sonst nach zwei bis drei Tagen im Markt sind, sondern wir fangen an, die Eier länger zusammenzuschieben,“ so Matthias Hölle.

Der Seniorchef erklärt weiter: „Die Eier kommen dann nach fünf oder sechs Tagen erst in den Verkauf, was für das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Problem ist. Durch diese Tage, die wir dann mehr haben, um zu produzieren, bekommen wir die Menge an Eiern zusammen und können dann große Mengen in den Markt schieben.“

Gekocht und gefärbt werden die Ostereier der meisten Baden-Württembergischen Eierhöfe, also auch jene vom Steinefurthof, in einer Färberei in Aulendorf. Dort werden zu Ostern 15 bis 20 Millionen Eier gefärbt, schätzt Hölle. Von der Färberei aus werden die gefärbten Eier dann zurückgebracht auf die jeweiligen Höfe.

Gefärbte und ungefärbte Eier lagern in Massen im Produktionsgebäude. Foto: Zepf

Eine Neuheit auf dem Steinefurthof in Binsdorf ist es, dass die Eier seit diesem Jahr durch eine neue Maschine auch mit einem Spruch oder einem Logo graviert werden können. Die Idee dazu hatte laut Matthias Hölle „die junge Generation“ um seinen Sohn Tobias und seine Tochter Tina Hölle. „Wir vertreiben diese gelaserten Eier schon viele Jahre, das war aber teuer. Tobias war dann sehr innovativ und hat diese Maschine für unseren Hof gebaut,“ so Matthias Hölle.

Seine Tochter ergänzt: „Die einzelnen Komponenten gab es schon, aber er hat die Maschine dann so zusammengestellt, dass alles so funktioniert, wie es jetzt ist. Dafür hat er in der Entwicklung und im Bau etwa ein Jahr gebraucht.“

Neues Projekt mit gutem Start

Unter dem Slogan „Brand my Egg“ läuft das neugegründete Projekt, bei dem es auch eine eigene Website gibt, um die gravierten Eier zu bestellen. Man kann dort sowohl gefärbte, als auch rohe Eier gravieren lassen. Auch in den sozialen Medien werben die Unternehmer mit ihrer Geschäftsidee rund um die neue Lasermaschine, die ein weiteres, betriebliches Standbein darstellt.

Seniorchef Matthias Hölle sagt: „Der Start in das Projekt ist sehr gut verlaufen. Wir konnten in den ersten vier Wochen, in denen die Maschine jetzt im Einsatz ist, schon etwa 60.000 Eier absetzen, womit wir sehr zufrieden sind.“

Tobias Hölle erklärt: „In der Stunde können wir zwischen 1000 und 1500 Eier gravieren.“ „An der Schale des Eis verändert sich nichts, da wird nur die Farbschicht abgetragen. Auch an der Haltbarkeit ändert sich gar nichts,“ so Tina Hölle.

So sehen die Eier beispielsweise aus, wenn sie gefärbt und graviert sind. Foto: Zepf

Wer Eier mit seinem Motiv gravieren lassen möchte, muss mindestens 90 Stück bestellen. „Die Zielgruppe sind vor allem Firmen, die das Ei dann auch als Werbeprodukt einsetzen wollen. Kugelschreiber hat nämlich jeder, so ein Ei ist dann ein Hingucker – und man kann es auch noch essen,“ erklärt Matthias Hölle. Aber auch in den Märkten gibt es gravierte Eier zu kaufen: „Zu Ostern gibt es Ostersprüche, aber es wechselt auch. Wir hatten auch schon schwäbische Sprüche auf den Eiern“,“ sagt Tina Hölle.

Die bunten und teilweise dann auch gravierten Eier vom Steinefurthof landen dann in den Lkws und kommen so in die jeweiligen Supermärkte, wo sie dann pünktlich vor Ostern zum Verkauf stehen.