Laura (von links), Beate und Alexander Herde sowie Anja Mellert sorgten mit ihrem Sketch über Touristen beim Vogtsbauernhof für Lacher. Foto: Benz

Mit Witz, Musik und Anspielungen auf das Lokalgeschehen begeisterte der Steinacher Zunftabend. Sketche und schwungvolle Tanzeinlagen sorgten für beste Stimmung und viele Lacher.

Höchst vergnügliche drei Stunden bescherten die Darsteller des Steinacher Zunftabends am Samstag den Besuchern in der voll besetzten Turn- und Festhalle. Eröffnet wurde der Abend traditionell mit dem Einmarsch zu den Klängen von „Los ihr Litt“ und dem Zunfttanz der Steinhansele und Fledermäuse.

 

Gleich der erste Sketch machte Lust auf mehr. Anja Mellert, Laura und Beate Herde kamen als Besucher des Vogtsbauernhofs auf die Bühne, wobei lediglich eine des hiesigen Dialekts mächtig war und die beiden anderen auf den Audioguide zurückgreifen mussten. Der war allerdings falsch programmiert, was zu vielen skurrilen Szenen führte, etwa als sie den Schnaps mit Kaffee verwechselten. Herrlich dabei war auch Alexander Herde als schlecht gelaunter Museumsmitarbeiter, der die Frauen durchs Museum führen, sie bewirten und mit ihnen Volkslieder singen musste.

Der Kuckuck offenbart so manches Geheimnis

Danach kam Alexandra Vollmer-Himmelsbach als Kuckuck auf die Bühne, der in Kuckucksuhren verschiedener Haushalte ausgeholfen und dabei so manch (schlüpfriges) Geheimnis mitbekommen hat. Nach dem Tanz der „Hansele-Mariechen“ kamen die drei „Vögel“ Alexander Herde, Uli Sigl und Heinrich Diener auf die Bühne. Dabei hatten sie ein Wünschebuch – in Anlehnung an den Bürgermeisterwahlkampf, der den Narren reichlich Stoff bot. Sie trugen verschiedene Wünsche vor, und die Besucher durften abstimmen, ob sie ins Wünschebuch aufgenommen werden.

Los ging es mit dem Wunsch nach einem gedächtnisstärkenden Mittel – für alle, die nicht alle Ortsteile zusammenbekommen. Ein Wahlkampf-Thema, das sich niederschlug, war der Vorschlag, aus Kostengründen die Blumenbeete zu verkleinern, und so sangen die Vögel „Wenn ihr mich zum Schultis wählt, gibt’s keine Tulpen aus Amsterdam“. Gewünscht wurde außerdem eine vernünftige Deko für den Wahlabend, ein deutsch-französisches Wörterbuch für Bürgermeister Benedikt Eisele, einen „Bob der Baumeister“ für die zahlreichen Projekte und einen Radlader für den Bauhof. Die „Vögel“ beendeten ihren grandiosen Beitrag mit den Wünschen nach „ä bissle me Rücksicht“ und „ä bissle me Gelasseheit“.

Foto: Benz

Nachdem im vergangenen Jahr der Versuch gescheitert war, Max Raabe für den Zunftabend zu engagieren, und man mit „Fritz Krähe“ vorlieb nehmen musste, hatte nun „Dorf-Heini“ (Dominik Haas) mit den „Biertels“ (Alexander Herde, Nicolai Bischler, Heinrich Diener) seinen großen Auftritt. Er habe aber eigentlich gedacht, es handle sich um die Abrissparty der Turn- und Festhalle (obwohl noch keine neue steht). Sie begeisterten mit ihren musikalischen Beiträgen – ein Höhepunkt war auf „Let it be“, von den „Beatles“ das Lied „Leg di ni in de Schlofsack“ mit dem sie Bischlers unfreiwillige Übernachtung im Rathaus auf die Schippe nahmen.

Es folgte ein Gastbeitrag – der Oberharmersbacher Ehrenzunftmeister Heinz Haubold und Narrenrat Joachim Albrecht sangen in Erinnerung an die legendären „El Dorados“ das Lied „Halbblut“. Ingo und Bianca Lichtenberg traten mit Alexandra Vollmer-Himmelsbach als „Schwarzwaldfamilie Seitz“ auf. Den krönenden Abschluss des Zunftabends bildete das Männerballett mit seinem Auftritt als Weihnachtsbäume.

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