Bei den Kirchenkonzerten – die lange vor der Corona-Pandemie stattfanden – glänzte die "Harmonie" mit Dirigent Clemens Meier (Mitte). Foto: Verein

Auch menschlich hat es gepasst. Verabschiedung nach 14 Jahren. Videokonferenz statt Feier.  

Nach 14 erfolgreichen Jahren verabschiedet sich der Steinacher Musikverein "Harmonie" von seinem Dirigenten Clemens Meier. Der Vorstand bedankte sich jetzt im Rahmen einer Video-Pressekonferenz für die gemeinsame musikalische Zeit.

Steinach - Grund für das außergewöhnliche Format der Verabschiedung ist die Corona-Pandemie.

Eigentlich hätte Clemens Meier während der dritten großen Weihnachts-Show in der sicher wieder voll besetzten Steinacher Festhalle verabschiedet werden sollen. Ihre große Wertschätzung wollten ihm die Musiker mit einem rauschenden Konzertabend überbringen.

Doch die Beschränkungen dieses Jahres haben einen großen, öffentlichen Abschied unmöglich gemacht. "Nach unserem 125-jährigen Jubiläum haben wir im September 2006 die Zusammenarbeit mit Clemens Meier begonnen", erklärte Vorstand Patrick Jockers. Den ersten Auftritt mit dem damals neuen Dirigenten gab es dann mit dem Jahreskonzert am 23. Dezember 2006. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren zwölf traditionelle Jahreskonzerte gespielt und dem Publikum zwei große Weihnachts-Shows geboten.

"Die Konzeption und die Umsetzung der Shows lagen in der Verantwortung von Clemens Meier, es waren sehr große Erfolge", bilanzierte der Vorstand. Die vier Kirchenkonzerte wären aufgrund der Umgebung und des Publikums etwas Besonderes gewesen, das fünfte hätte eigentlich im Mai dieses Jahres stattfinden sollen. Doch wie so vieles andere auch habe es abgesagt werden müssen.

Über alle Maße hinaus für die Kapelle engagiert

Auf die beachtliche Zahl von gut 80 Unterhaltungskonzerten in Steinach oder Auswärts und zahlreiche Dämmerschoppen blickte Patrick Jockers zurück und benannte die Auftritte bei der Gipfel-Gaudi in Mühlenbach, dem Weinfest in Balingen und mehreren Konzertausflügen ins Schwäbische als besondere Höhepunkte. An zwei Wertungsspielen habe die Steinacher Musikkapelle mit gutem Erfolg teilgenommen.

"Neben der musikalischen Entwicklung hat es auch menschlich super gepasst", bedankte sich der Vorstand. Clemens Meier habe sich über das Maß hinaus in den Verein eingebracht und sich sehr stark in der Jugendausbildung engagiert. Damit habe er eine fundierte Grundlage für das Orchester geschaffen. "Deshalb hätten wir mit der großen Weihnachts-Show gerne noch mal einen richtigen Knaller hingelegt", betonte Jockers.

Als klar gewesen sei, dass eine große Show nicht möglich wäre, habe man auf ein übliches Jahreskonzert hingearbeitet und auch alternative Konzepte überlegt. Am 26. Oktober habe dann die letzte Probe stattgefunden, eine Woche später sei das Konzert endgültig abgesagt worden.

So bleibe letzten Endes vorerst nur der Abschied aus der Ferne, der große Abschied werde verschoben.

Simone Obert bescheinigte dem scheidenden Dirigent, dass er Jung und Alt sehr gut verbinden könne. Er habe mit den vielen jungen Musikern einen sehr guten Stamm herangezogen, man gehe im Guten auseinander und werde die Verbindung weiterhin halten. "Clemens ist in der Steinacher Musik der Vereins-Meier, der auch dem geselligen Teil immer sehr zugetan war", bescheinigte Obert.

"Die Zusammenarbeit hat vom ersten Gespräch über das Probedirigat bis hin zum langjährigen Miteinander sehr gut gepasst." Clemens Meier sieht den Dirigenten als Vorbild, Initiator und Ideengeber. Er habe sich von vorneherein zehn Jahre Tätigkeit als Ziel gegeben, um anschließend zu schauen, wie es weiter geht. "Ich wollte aufhören, wenn es am Schönsten ist und nicht, wenn alle froh sind, dass der Dirigent endlich geht." Mit Mathias Gronert sei ein Nachfolger gefunden worden, der die Steinacher Musikkapelle fachlich sehr gut weiter führen könne. "Da kann ich mich beruhigt zurücklehnen und weiß, dass die Musiker in gute Hände übergeben werden." Besonders stolz sei er auf die Weihnachts-Shows, die erste bleibe besonders in Erinnerung. Keiner habe recht gewusst, was zu erwarten war und im Vorverkauf seien die Karten innerhalb von zwei Stunden ausverkauft gewesen. Die Kirchenkonzerte wären für ihn herausragend gewesen, weil sie durch die Gestaltung mit ausgewählter Musik und passenden Texten etwas Besonderes waren. Mit seinem Heimat-Musikverein Wittelbach gehe es als Dirigent nun nahtlos in ein neues Orchester über. Ein ganz großer Wunsch von Clemens Meier wäre nach wie vor eine eigene Jazz-Band. Ein Auftritt der Steinacher Musikkapelle hätte im Sommer eigentlich als Doppelkonzert beim Wittelbacher Musikverein stattfinden sollen und wurde erst einmal auf das kommende Jahr weiter geplant. Ein Gegenbesuch der Wittelbacher Musiker ist für Meier ebenso vorstellbar wie für den Vorstand der Steinacher Musiker.