Steinachs Gemeinderat erörterte bei seiner Sitzung vor allem die Frage, welche Art von Bühne in der neuen Mehrzweckhalle realisiert werden sollte.
Die ersten Entscheidungen zur Ausstattung der neuen Mehrzweckhalle sind bei der Sitzung des Rats gefallen. Unter anderem wurde über die Bühnenvariante diskutiert. „Aufgrund der aktuellen Entwicklung müssen wir grundlegende Entscheidungen treffen – unabhängig von der Variante, die kommen wird“, erklärte Bürgermeister Benedikt Eisele. Um sich ein Bild von der künftigen Höhe der ober- und unterirdischen Variante zu machen, seien an der Alten Post zwei Gerüste in den entsprechenden Höhen von sechs und neun Metern aufgebaut worden. Die bestehende Turn- und Festhalle ist sieben Meter hoch, dort wird künftig der Anbau der Schule stehen.
Außerdem verwies Eisele auf die Personalsituation im Haslacher Baurechtsamt, wo eine Bauvoranfrage zur oberirdischen Variante erst gestellt werden müsse. Für die Entscheidung, ob sich die neun Meter hohe Halle in die Bebauungsumgebung einfüge, müsse auch ein Lärmgutachten beauftragt werden. „Bis wir einen Bauvorentscheid bekommen, könnten so leicht vier Monate ins Land gehen. Dann ist Sommerpause und im September stehen wir vielleicht ohne Genehmigung da“, verwies Eisele auf die Zeitschiene.
Zeitrahmen wird für Maßnahme zum Problem
Bis April 2029 müsse die Halle abgerechnet sein, sonst könnten Fördergelder in Höhe von vier bis fünf Millionen Euro teilweise oder ganz zurückgefordert werden. „Drei bis vier Monate Verzug kann es auch in der Bauphase immer geben“, mahnte Eisele. Schon die Grundsatzfrage nach der Raumaufteilung wurde diskutiert. Am Ende beschloss der Rat einstimmig, dass die Bühne an den Bereich Sporthalle angrenzen soll, nicht an den Mehrzweckraum. Bei der Frage nach der technischen Ausstattung einigte sich das Gremium schnell auf eine Grundausstattung. Dafür soll auf genügend Hängepunkte und Vorrichtungen für eigene Bühnentechnik und ein gutes Netzwerk geachtet werden.
Ob die Küche in der jetzigen Größe benötigt wird, sah Xaver Rockenstein (FWV) kritisch. Bisher hätten die Kühlmöglichkeiten gereicht. Da verwies Eisele allerdings auf die Rückmeldung der Planer und die Mindeststandards, die bei Neubauten anders geregelt seien als bei Sanierungen. Julian Faltin (FWV) hob die künftigen, deutlich höheren Gästezahlen hervor und plädierte dafür, das „mindestens“ zu streichen.
Im Nachgang zur Besprechung der Hallenvarianten mit allen Beteiligten Ende Februar seien weitere Anregungen eingegangen. So könne auf den direkten Zugang aus dem neuen Schulanbau in die Mehrzweckhalle aus Sicht der Schule verzichtet werden, was der Gemeinderat auch einstimmig beschloss. Mit dem DRK seien gute Raumlösungen außerhalb der Halle gefunden worden.
Bevor die Frage nach der Bühnenvariante diskutiert wurde, verlas der Bürgermeister einen Brief von Rektor Michael Mai für eine mobile Variante. Aus Schulsicht werde die Halle an maximal 20 Tagen im Jahr für Veranstaltungen genutzt.
Schule würde eine mobile Variante bevorzugen
Eine Teilung in zwei gleich große Hallen ohne feste Bühne würde den gleichzeitigen Sportunterricht für zwei Klassen ermöglichen. Auch seitens des Turnvereins seien Prioritäten gesetzt worden. So sollte ein weiterer Trennvorhang eingeplant werden, um den Mehrzweckbereich abzuteilen. Der Hallenboden sollte nicht aus Holz sein. Der TV sprach sich für eine feste Bühne mit Turnbelag sowie mehr Geräteraumfläche aus.
Julian Faltin (FWV) sprach sich für eine stationäre Bühne als „fairen Kompromiss zwischen sport- und kulturtreibenden Vereinen“ aus. Hartmut Schwendemann (Grüne) hielt die Herstellerangaben zum Aufbau der mobilen Variante für unrealistisch. Silke Moschberger (FWV) regte als weitere Option eine ausklappbare Bühne. Ihr Antrag auf Prüfung und Vertagung der Entscheidung wurde abgelehnt. Für Katharina Schwendemann (FWV) hatte der Schulsport Priorität, weshalb sie für die mobile Lösung war. Manuel Schöpf (CDU) sah es pragmatisch: „Wenn das SBBZ und der TV mit Bühne und Sportboden auskommen, bin ich für eine feste Lösung.“ Die Varianten „keine Bühne“ und „versenkbare Bühne“ lehnte der Rat einstimmig ab. Acht Räte votierten für die stationäre Lösung, fünf für die mobile.
Variantenvergleich
Simone Muth verglich als stellvertretende Hauptamtsleiterin die Bühnenvarianten stationär, versenkbar und mobil mit ihren Vor- und Nachteilen. Die Kosten für eine stationäre Bühne würden bei etwa 60 000 Euro liegen, für eine versenkbare bei gut 470 000 Euro. Die mobile Variante koste bei einem Kauf 40 000 Euro, alternativ etwa 1000 Euro am Tag bei Miete. Und: Es gebe die Möglichkeit, gar keine Bühne einzubauen, fügte Bürgermeister Benedikt Eisele hinzu.