Auf die Gemeinde Steinach kommt mit einem geplanten Hallen-Neubau ein finanziell großer Brocken zu. Foto: Störr

Dem Steinacher Rat legte die Verwaltung dar, warum eine „einfache“ Sanierung im Bestand problematisch sei. Stattdessen soll nun die Mehrzweckhalle neu gebaut werden

„Es ist uns klar, dass das Thema die Bürger beschäftigt und umtreibt“, schickte die stellvertretende Hauptamtsleiterin, Simone Muth, im Gemeinderat voraus. Die Verwaltung habe die eingegangenen Fragen zum Neubau der Mehrzweckhalle und dem Anbau der Schule gesammelt, anhand derer das Projekt vorgestellt wurde. Warum etwas getan werden müsse, zeigten zunächst die Bilder aus dem Bestand. Würde man die Halle lediglich sanieren, bliebe der ungünstige Hallenzuschnitt und es würde keinen zusätzlichen Platz für Sportangebote geben. Somit müssten weiterhin Räume angemietet werden und auch die Barrierefreiheit könne nur mit hohem finanziellem Aufwand im Bestand hergestellt werden.

 

„Einfache“ Sanierung berge viele Probleme in sich

„Die Kosten wären etwa zwei Drittel so hoch wie ein Neubau, aber vieles würde beim Alten bleiben“, bilanzierte Muth. Warum die neue Halle unterkellert werde, sei eine oft gestellte Frage. Der Grund liege in der städtebaulichen Einfügung in die Umgebungsbebauung, andernfalls würde ein zu mächtiger Gebäudekomplex in der Schulstraße entstehen. Allerdings solle „der Eingriff so gering wie möglich, aber so tief wie nötig“ ausfallen. Der Zeitraum ohne nutzbare Halle lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, werde aber zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit den Vereinen besprochen. „Wir werden Lösungen finden“, zeigte sich Bürgermeister Benedikt Eisele zuversichtlich. Es könnten der Sitzungssaal im Rathaus oder die „Bauernschänke“ genutzt werden. Im Laufe des Verfahrens werde es eine Beteiligung der Vereine und Schule hinsichtlich des benötigten Platzes oder der Technik geben, allerdings seien zunächst die Planer gefragt. Mit Datum des 9. Dezembers sei der positive Bescheid der Baurechtsbehörde Haslach zur Bauvoranfrage eingegangen, auch wenn es eine kritische Stellungnahme gegeben habe. Aufgrund der Lage, der bestehenden Wohnnutzung und der zu erwartenden Lärm- und Verkehrsbelastung würden erhebliche Bedenken bestehen.

Grundzüge könnten nicht mehr geändert werden

Auf die Frage, ob noch etwas an der Planung geändert werden könne, sagte Simone Muth „ein klares Jein“. Denn die Grundzüge der Planung könnten nicht mehr geändert werden, diese seien Grundlage für die europaweite Ausschreibung sowie die Bauvoranfrage gewesen. Bei der Innengestaltung gebe es aber sehr wohl noch die Möglichkeit, Änderungen vorzunehmen. Dabei müsse zwingend das EU-Vergaberecht beachtet werden. „Wenn wir uns nicht daran halten, besteht die Gefahr, dass die Förderung verfallen könnte“, betonte Eisele. Mit der Vorstellung der Kosten wurde deutlich, dass die Gemeinde ohne Förderung nicht bauen kann. Im nächsten Schritt gebe es zunächst ein informelles Treffen mit den beauftragten Planungsbüros.

Erste grobe, zugleich vorsichtige Kostenschätzung

Simone Muth betonte, dass es sich um eine erste grobe Kostenschätzung handle. Genauere Zahlen könnten erst im nächsten Planungsschritt genannt werden. Neubau Mehrzweckhalle: 7,4 Millionen Euro, Anbau Schule 3,3 Millionen, Mensa 376 000. Abbruch Alte Post: 100 000. Abbruch alte Turnhalle und Sekretariat: 280 000. Es wird mit Zuschüssen aus dem Landessanierungsprogramm, der Sportförderung, dem Ausgleichsstock und dem Investitionsprogramm in Höhe von insgesamt knapp 4,9 Millionen Euro gerechnet. Allerdings sei, wie beknntgemacht wurde, erst ein Teil der Förderung beantragt, der Ausgleichsstock und die Sportförderung sind noch offen.