Von Querbachs Ortsvorsteher Hans Haag (rechts) bekam Benedikt Eisele (Mitte) ein Bild geschenkt, das den Weg zu Eiseles früherem Wohnort zeigt. Foto: Reinhard

Mit warmen Worten und viel Zuspruch startete Benedikt Eisele bei seiner Vereidigung in sein Amt als Bürgermeister von Steinach.

Steinachs neuer Bürgermeister Benedikt Eisele ist nun ganz offiziell im Amt. Am Montagabend wurde er in der Steinacher Turn- und Festhalle verpflichtet und vereidigt. Bürgermeisterstellvertreterin Carina Klemm nahm Eisele die Eide ab. Sie erinnerte an einen Wahlkampf mit drei „herausragenden Kandidaten“, der fair und respektvoll verlaufen sei. In besonderer Erinnerung sei ihr bei Eisele dessen Klapprad geblieben, mit dem er während seines Wahlkampfs unterwegs war. „Immer in Bewegung, immer im Dialog“, fasste Klemm zusammen. Eisele habe mit seiner authentischen Art und seinem unermüdlichen Einsatz einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

 

In den kommenden acht Jahren kämen auf ihn viele Herausforderungen, aber auch zahlreiche Chancen zu. Klemm wünschte sich, dass der Dialog mit den Bürgern weitergehen werde, und Eisele als Bürgermeister viel Erfolg, gute Entscheidungen sowie genügend Unterstützung.

Nach seiner Vereidigung und Verpflichtung ergriff Eisele zum ersten Mal als Bürgermeister im Amt das Wort. Er habe in letzter Zeit viel über das Zitat „Wir müssen mehr Demokratie wagen“ des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt nachgedacht. In diesem Zusammenhang erinnerte er sich an eine Begegnung, die er vor vielen Jahren in einem Kindergarten nahe eines Plattenbaus hatte.

Es stehen schwierige Entscheidungen an

Die damalige Leiterin habe laut Eiseles Erzählungen die NPD gewählt, weil deren Vertreter die einzigen gewesen seien, die ihr zugehört hätten. Das habe ihm gezeigt, wie wichtig es sei, mit den Bürgern im Dialog zu bleiben. „Ich möchte meine Zeit in Sie investieren. Der Austausch von Meinungen ist wichtig.“ Er sei sich bewusst, dass auch in Steinach in naher Zukunft schwierige Entscheidungen getroffen werden müssten. In diesem Zusammenhang beschwor er den Zusammenhalt der Steinacher: „Alleine schaffe ich das nicht. Ich kann das Amt nur mit Ihrer Unterstützung gut ausführen.“

Stellvertretend für die Bürgermeister der Raumschaft Haslach begrüßte Hofstettens Bürgermeister Martin Aßmuth den neuen Kollegen. Er wünschte ihm Kraft, Weitsicht und Rückhalt. Eisele übernehme das Amt des Steinacher Bürgermeisters in Zeiten knapper Kassen. „Doch wie wir wissen: Jammern hilft nicht. So bleiben wir beim ,Jetzt erst recht‘“, meinte Aßmuth. Die Steinacher bat er, ihrem neuen Bürgermeister genug Zeit zu geben, sich im Amt einzufinden. „Es wird dauern, bis die ersten Ergebnisse zu sehen sind“, sagte Aßmuth. Ausdauer habe Eisele aber schon einmal bewiesen.

Als Rektor der Steinacher Georg-Schöner-Schule begrüßte Michael Mai den neuen Bürgermeister. Für die neue Sporthalle wünsche er sich, dass sie nicht nur ein Ort der Bewegung, sondern auch der Begegnung werde. Er lud Eisele in die Schule ein, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wie die Räume zukunftsfähig gestaltet werden könnten. „Wir müssen an einem Strang ziehen, um die besten Ergebnisse für die Schüler zu erzielen“, mahnte Mai.

Silke Vinz vom Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) beschrieb ihre Schule als einen „Ort, an dem man sieht, was zählt: Geduld, Humor und ein großes Herz“. Aus diesem Grund hatte sie Eisele einen von den Schülern gestalteten Adventskalender mitgebracht, der ihm mit jedem geöffneten Türchen hoffentlich ein Lächeln ins Gesicht zaubern werde. Für die gemeinsame Zusammenarbeit wünschte sie sich „Mut und die Bereitschaft, unsere Schule in der Gesellschaft sichtbar zu machen“.

Der Bürgermeister habe eine wichtige, aber keine leichte Aufgabe, erklärte Pfarrer Michael Lienhard. Es allen recht zu machen, sei unmöglich. „Es geht uns allen um das Wohl Steinachs. Damit es gelingen kann, braucht es ein gutes Miteinander“, so Lienhard.

Schulleiterin schenkt einen Adventskalender

Er wünschte Eisele, dass er seine Last nicht allein tragen müsse und dass er – eingedenk seines Vornamens, der so viel wie „der Gesegnete“ bedeutet – ein Segen für alle sei.

Der Vorsitzende der evangelischen Kirchengemeinde, Bernd Rechenbach, hieß Eisele herzlich willkommen in Steinach und der Raumschaft Haslach, wünschte ihm eine glückliche Hand und den Mut, auch neue Wege zu gehen. Welschensteinachs Ortsvorsteher Xaver Rockenstein fasste schließlich Eiseles Lebenslauf zusammen: „Ihr Interesse und Ihre Neugier scheinen größer zu sein als das Bestreben, an einem Ort zu verweilen.“ Der Bürgermeister sei der Erste unter Gleichen, und dementsprechend wünschte Rockenstein sich „eine sachorientierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit“.

Nach einem Tischgedicht des Vereinssprechers Bernhard Brucker sowie einem Stück des Gitarrenquartetts Zell/Steinach ging es vom offiziellen zum gemütlichen Teil über. Der Gesangsverein bewirtete.

Querbachs Ortsvorsteher schenkte ein Bild

„Ich war wohl der einzige, der Benedikt Eisele nicht die Daumen für die Wahl gedrückt hat. Wir wollten ihn ja nicht verlieren“, sagte Hans Haag, der Ortsvorsteher von Eiseles bisherigem Wohnort Querbach – ein Teilort von Kehl. Er erinnerte sich, wie Eisele gleich nach seinem Zuzug enthusiastisch für die Kommunalwahl antrat und aufgrund seiner Unbekanntheit nicht gewählt wurde. „Ein Jahr später gab es im Ort keinen Verein mehr, der nicht irgendwie auf seine Hilfe angewiesen war“, berichtete Haag. Bei seinem zweiten Versuch kam Eisele, den nun jeder kannte, in den Ortschaftsrat, der immer wieder von seinem fachmännischen Tipps profitierte. Als Abschiedsgeschenk überreichte Haag ein Bild von einem Querbacher Künstler, das den Weg in den Ort zeigt. „Damit du ihn wieder findest.“