So soll die neue Wohnanalge nach den Plänen der Investoren einmal aussehen. Grafik: Kopf

Gemeinderat gibt grünes Licht für Vorhaben im Zentrum Steinachs. Baubeginn soll dieses Jahr erfolgen.

Steinach - Von den Plänen für die neue Wohnanlage auf dem ehemaligen Minigolfplatz in Steinach waren am Montag in der Gemeinderatssitzung alle Bürgervertreter überzeugt. Einige zweifelten aber dran, ob der Standort bei der Schule gut gewählt ist.Projektentwickler und Bauherr Ulli Nagel, der schon Jahrzehnte lang in der Immobilienbranche tätig ist, präsentierte zusammen mit Architekt Thomas Kopf die Pläne für die neue Wohnanlage.

Diese soll aus zwei Gebäuden bestehen, die jeweils drei Stockwerke (inklusive Untergeschoss) haben werden. Dabei verfügen beide Bauten über einen Aufzug und Kellerräume und sollen an die geplante Nahwärmeversorgung angeschlossen werden. Zudem soll auf dem Gelände eine öffentliches, behindertengerechtes WC entstehen. Die Erschließung ist laut Thomas Kopf über die Schulstraße geplant.

An dem mit insgesamt 400 Quadratmeter Wohnfläche etwas kleinerem Gebäude, das auf einem rund 580 Quadratmeter großen Grundstück entstehen soll, hat die Lebenshilfe bereits Interesse angemeldet. "Verträge sind aber noch nicht unterschrieben", stellte Nagel klar. Die Lebenshilfe warte aber schon auf den Baubeginn, sagte Bürgermeister Frank Edelmann. Die insgesamt fünf Wohneinheiten des Gebäudes werden allesamt barrierefrei und vollauf Behinderten gerecht sein, erklärte Thomas Kopf.

Ebenfalls barriefrei ist laut dem Architekten das zweite Gebäude in dem acht Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt 520 Quadratmeter entstehen sollen. Die Fläche der einzelnen Einheiten wird laut Nagel von rund 50 bis über 80 Quadratmeter reichen. Die "hochwertigen" Wohnungen auf dem rund 860 Quadratmeter großen Grundstück sind zum Kauf oder zur Miete vorgesehen.

Durch die Lage in Zentrum sind laut Frank Edelmann in einem fünf Minuten Radius alle Bedürfnisse des täglichen Lebens zu Fuß erreichbar. Damit würden sich die Wohnungen besonders für Senioren eignen, die in Steinach wohnen bleiben würden. Er habe von Interessenten auch signalisiert bekommen, dass sie, wenn nicht bald gebaut werde, die Gemeinde verlassen würde, berichtete der Bürgermeister von einigen Bürgern, die in dem neue Gebäude lieber gestern, als morgen einziehen würden.

Für ausreichende Parkplätze ist auch gesorgt

Diese Leute wüssten auch genau, für welchen Standort sie sich entscheiden würden, sagte Edelmann in Richtung der Räte, die an der Eignung des Standorts bei der Schule und nahe des Bereichs des aufstellbaren Zelts für Gewerbeschauen und Dorffeste Zweifel haben. Susan Deschler (CDU) befürchtete, dass wegen der neuen Anwohner das Zelt nicht mehr aufgestellt werden könnte. Irmgard Spitz (CDU) machte sich ebenfalls Sorgen, dass sich die neuen Bewohner über Lärm beschweren könnten.

Klaus Ketterer (Junge Liste) sprach sich dagegen klar für das Projekt und dessen Standort aus. Denn wenn man die Einwände gelten lasse, könne man an diesem Standort gar nichts machen.

Andrea Bengel-Flach (Freie Wähler) ging von "mündigen Käufern" aus, die wissen worauf sie sich einlassen. Gar keine Bedenken an der Attraktivität des Standorts hatte Nagel, der auf andere von ihm realisierte Projekte mit teils stärkerer Lärmbelastung verwies. "Mitten im Leben zu wohnen ist immer stärker gefragt", sagte der Bauherr.

Ärger wegen zu weniger Stellplätze wird es wohl auch keine geben. Denn insgesamt entstehen für die beide Gebäude 13 Parkplätze und im öffentlichen Bereich sind weitere 59 vorhanden. "Luft nach oben" gibt es laut Thomas Kopf auch noch durch den Abriss des Feuerwehrgerätehauses.

Nachdem die Räte bei einer Enthaltung von Irmgard Spitz grünes Licht für das Vorhaben gegeben hatten, können nun weitere Schritte eingeleitete werden. Als realistischen Zeitrahmen nannte Ulli Nagel einen Baustart im Oktober oder November diesen Jahres und eine Fertigstellung bis Ende 2014.