Die Protestplakate entlang der L 103 sind möglicherweise nicht die letzte Aktion der Welschensteinacher, um auf den schlechten Zustand der Straße hinzuweisen. Fotos: Adler Foto: Schwarzwälder-Bote

"Schlechteste Landstraße im Ortenaukreis" soll saniert werden, doch der Zeitpunkt ist offen.

Welschensteinach - Jeder, der auf der L 103 schon einmal gefahren ist, weiß, dass diese nicht zu Unrecht den inoffiziellen Titel "Schlechteste Landstraße im Ortenaukreis" trägt. Nun wird die Straße möglicherweise zumindest saniert.

In der Ortschaftsratssitzung am Dienstagabend bekamen die Räte von Ortsvorsteher Erich Maier eine Liste präsentiert in der auch die L 103 enthalten ist. Allerdings trägt die Aufzählung der Projekte den Titel "Ausbaumaßnahmen für späteren Ausbau zurückgestellt und zunächst Sanierung", das heißt also, dass es auf Sicht keinen Ausbau geben wird, aber immerhin eine Sanierung geplant ist. "Wann die Sanierung stattfinden wird, ist allerdings noch offen", sagt der Leitende Baudirektor des Regierungspräsidium Freiburg, Peter Spiegelhalter auf Nachfrage des SchwaBo. So sei der Zeitpunkt unter anderem von den letztlich zur Verfügung stehenden Mitteln abhängig. Derzeit werde der Maßnahmenkatalog ohnehin noch beraten, so Spiegelhalter.

In der Ortschaftsratssitzung war jedoch deutlich zu merken, dass die Geduld der Welschensteinacher zu Ende ist. "Wir müssen ungemütlicher werden", forderte beispielsweise Ortsvorsteher Maier. Er fragte in die Runde, wie man der Forderung richtig Nachdruck verleihen könne beziehungsweise mit welchen Aktionen man auf die Gefahren, die sich aus dem schlechten Zustand ergeben, hinweisen könnte.

Bei der Forderung waren sich alle Bürgervertreter einig. Gewünscht wird eine richtige Sanierung, bei der die Straßendecke nicht nur geflickt, sondern wie auch die Entwässerung erneuert werde. Zudem solle die Straße nach der Vorstellung der Bürgervertreter einen festen Untergrund erhalten. Um den Entscheidern keine Chance für Ausflüchte zu geben, will man auch möglichst direkt mit von einer Verbreiterung betroffenen Anwohnern verhandeln.

"Ich weiß nicht, was wir noch machen können", sagte Irmgard Spitz (CDU). "Wir haben doch schon jeden Politiker aus der Region über die L 103 gejagt." Deshalb wisse "egal, ob nun Schwarz, Grün oder Rot" jeder bereits über den schlechten Zustand der Straße Bescheid. Ein Ausbau ist für sie auch schon längst kein Thema mehr, von dieser Utopie habe man sich schon bei einem Besuch der ehemaligen Landesverkehrsministerin Tanja Gönner verabschiedet. Mit einer Sanierung, die auch wirklich "Hand und Fuß" habe, wäre auch er einverstanden, sagte Xaver Rockenstein (Freie Wähler).

Um wenigstens zeitnah eine Sanierung zu bekommen, müsse man die Entscheider vielleicht "schocken", ereiferte sich Spitz, die unter anderem eine Demo oder gar eine Sperrung der Straße, die Nutzer zu einem weiten Umweg zwingen würde, ins Spiel brachte. Doch was und ob überhaupt etwas unternommen wird, wollen die Räte auf Vorschlag von Erich Maier noch "intern" besprechen.

Klar ist dagegen schon, dass der Ortschaftsrat der Gemeinde als Reaktion auf die Verkehrsschau von April diesen Jahres den Bau eines Gehwegs entlang der L 103 im Bereich Dörfle mit einer Breite von mindestens vier Metern vorschlagen werden.

Gehweg zum Schutz der Busnutzer

Die Schüler und andere Benutzer des Bushaltestelle müssen bisher entlang der Fahrbahn gehen, um zum Halteplatz zu gelangen. Ein Begegnungsverkehr von zwei Autos sei laut Sitzungsvorlage dennoch weiterhin möglich. Die Engstelle, die Fahrbahnbreite würde dann wohl etwa 4,40 Meter betragen, könnte dann mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung abgesichert werden. Maier brachte dabei 30 Stundenkilometer ins Spiel. "Die Kinder sollen sicher durchs Dorf kommen", sprach sich Andrea Bengel-Flach (Frei Wähler) unmissverständlich für die Maßnahme aus. Nur Martha Haas (CDU) stimmte dagegen, da sie fürchtet, dass die Fahrbahn zu schmal wird.