Das Team der Steinacher Gemeinschaftspraxis Deschler-Thomalla-Griesbaum impft ihre Patienten mittwochs in der Steinacher Festhalle. Irene Dubs setzt die Spritze einem Patienten der Spontan-Warteliste.Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Corona: Steinacher Praxis impft Patienten / Vakzine von Biontec-Pfizer und Astra-Zeneca im Einsatz

Bereits 400 Patienten der Steinacher Gemeinschaftspraxis Deschler-Thomalla-Griesbaum sind bisher gegen das Corona-Virus geimpft worden. Allein am gestrigen Mittwoch kamen über 100 Personen innerhalb von drei Stunden zum Zug.

Steinach. Als das Impfen für die Hausärzte frei gegeben wurde, begann man damit zunächst in den Räumen der Steinacher Gemeinschaftspraxis Deschler-Thomalla-Griesbaum (siehe Info). Doch schnell wurde deutlich, dass auf diesem Wege extrem viel Zeit und Platz benötigt wird, um den Geimpften im Nachgang die notwendige Ruhepause einzuräumen. "Dann haben wir überlegt, dass wir zur Erhöhung der Zahlen einen größeren Raum nutzen müssten", erklärte Internistin Julia Griesbaum seitens der Arztpraxis. Die Schule erwies sich als wenig geeignet, doch im Gespräch mit Bürgermeister Nicolai Bischler sei schnell die Steinacher Festhalle als sehr gute Lösung ausgemacht worden.

Beim Besuch durch den Schwabo warteten am Mittwoch dann zehn Personen gleichzeitig auf das Ende ihrer viertelstündigen Ruhepause im Nachgang der Impfung. Nach dem letzten Patienten griffen Julia Griesbaum und Allgemeinmediziner Wolfgang Thomalla dann zum Telefon und informierten ihre Patienten. "Wir haben noch Impfdosen übrig, die jetzt unseren Patienten auf der Spontan-Warteliste angeboten werden", erklärte die Ärztin. Und so dauert es auch gar nicht lange, bis weitere Patienten in der Festhalle eintreffen.

Großer logistischer Aufwand für Spritze

Wie groß der logistische Aufwand hinter dem Impfen ist, ließ sich an der Schilderung der Ärzte erahnen. Es stehe erst am Donnerstag fest, wie viele Impfdosen man – ungeachtet der gewünschten oder benötigten Menge – bekomme. Bei 100 Impfdosen würde das gleichzeitig 100 Telefonate bedeuten, damit die Patienten von ihrem Termin erfahren würden. "Das Telefon steht eigentlich nicht mehr still", verdeutlichte Julia Griesbaum.

Das Praxisteam leiste seit Monaten enorm viel, jetzt kämen die Impfungen dazu – sie wäre dem gesamten Team mehr als dankbar. In Steinach kommen die Impfstoffe der Firmen Biontec-Pfizer und AstraZeneca zum Einsatz, allerdings falle die Verteilung sehr einseitig aus. Aufgrund der öffentlichen Kommunikation über AstraZeneca werde dieser kaum nachgefragt und bedürfe ausführlicher Beratungsgespräche, die bei Biontec-Pfizer kaum geführt werden müssten.

In absoluten Zahlen waren das am Mittwoch 30 Dosen AstraZeneca, die Bestellung größerer Mengen hätte aber auch keinen Wert. "Wir bekommen den nicht los", bedauerte die Ärztin und verwies auf die Parallele zu den Impfzentren. Dabei wären beide Impfstoffe sehr sicher, den Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Instituts könne man vertrauen. Aber letzten Endes müsse jeder Patient seine eigene Entscheidung treffen.

Etwas schwierig und sehr zeitaufwendig gestalte sich die Impfung von Patienten mit Migrations-Hintergrund, weil bei jedem Aufklärungsgespräch eigentlich ein Dolmetscher anwesend sein müsste.

Patienten erhalten Termin für Zweitimpfung

Obwohl die Patienten oft von deutsch sprechenden Familienangehörigen oder Verwandten begleitet würden, gestalte sich die Übersetzung manchmal nicht gerade einfach. Das sei sicher mit ein Grund, warum sich dieser Patientenkreis gegenüber dem Impfangebot auch eher zögerlich verhalten würde.

Mit der ersten Impfung wurde gleichzeitig der Termin für die Zweitimpfung vergeben. Aufgrund der begrenzten Impfstoff-Menge werde diese zunächst sicher zu Lasten der Anzahl an Erstimpfungen gehen, blickten die Ärzte voraus.

Die Ärzte Thomas Deschler und Wolfgang Thomalla haben mit ihren Partnern Sven und Julia Griesbaum bereits ihre Nachfolger mit in der Praxisgemeinschaft. "Wir ziehen uns langsam zurück", erklärte Wolfgang Thomalla auch für Thomas Deschler am Rande der Impfaktion. Bürgermeister Nicolai Bischler nannte den fließenden Übergang einen großen Segen für eine Kommune wie Steinach: "Das ist Gold wert." Die Festhalle habe er für die Impfungen gerne zur Verfügung gestellt, schließlich gehe es um die Gesundheit der Bevölkerung.

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