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Steinach Corona-Krise kommt Künstler zuerst surreal vor

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Uwe Merz ist vor allem mit seiner Serie "Grätige Bolle" bekannt. Foto: Störr

Welschensteinach - Die Corona-Krise trifft die freischaffenden Künstler besonders schwer. Uwe Merz ist ein Multitalent aus Graphikdesigner, Musiker, Bildschaffender, Autor und Sprecher – ihn hat der SchwaBo in seinem Atelier in Welschensteinach besucht.

An den Beginn der Corona-Pandemie erinnert sich Uwe Merz als einen seltsamen Schwebezustand und eine surreale Situation, die man höchstens aus schlechten Science-Fiction-Filmen kennt. Dass in einer technisierten Welt die Winzigkeit eins Virus alles lahm legen könne und die Technik an ihre Grenzen komme, sei bis dahin unvorstellbar gewesen. "Der Mensch wird auf einmal vor vollendete Tatsachen gestellt, die Natur schlägt gnadenlos zurück", fasst Uwe Merz seine Eindrücke zusammen.

Einerseits habe man damit rechnen müssen, dass "etwas" komme, aber nicht mit einer biologischen Katastrophe, die einen eiskalt durch die Hintertüre erwische. "Das musste ich erst einmal sortieren um festzustellen: Jetzt wird es ernst", erzählt Merz. Auf einmal wären die reichen Länder betroffen gewesen und die Wohlstandsgesellschaft habe sich einer nicht greifbaren Lebensgefahr gegenüber gesehen. Das sei für den Verstand völlig abstrus gewesen, meint Merz.

"Es liegt in der Natur der Sache, dass man dann schnell an Existenzängste kommt und sich die Frage stellt, wie es weitergehen soll", betont der Künstler. Durch seine vielen Interessen und verschiedenen Standbeine sei er in der günstigen Situation gewesen, mehrere kreative Ansätze zu haben. Allerdings wäre kurz vor dem geplanten Start der Kornkammer-Events mit Ausstellungen, Workshops und Vorträgen der große Stillstand im Land gekommen – und es sei so schlimm geworden, wie er es zusammen mit seiner Frau Marianne nicht habe vermuten können. Da sein Kerngeschäft die eigene Werbeagentur merzcreativ sei, habe er zunächst laufende Projekte abgearbeitet. "Aber dann hatte ich auf einmal viel Zeit", resümiert Merz.

Doch mancher "worst case" im Leben diene dazu, aus der Festgefahrenheit im Alltag zu erwachen, die eigene Kreativität wieder zu fordern und sich der Frage zu stellen, welches persönliche Potenzial noch genutzt werden könnte. Dabei wäre die eigene Motivation und die Kraft für den ersten Schritt das Wichtigste – denn diese Soforthilfe funktioniere gut.

Und Merz weiß, wovon er spricht. Nicht nur, dass er in jungen Jahren vom erlernten Metzgerberuf in Richtung Studium Grafikdesign wechselte, sich als Musiker in den 1980er-Jahren mit der Band Dorian Gray auf gutem Erfolgskurs befand und später die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie und Hypno-Trainer absolvierte. Das Multitalent musste selbst viele Rückschläge überwinden und hat sich als Autor mit dem Schreiben ein weiteres künstlerisches Ventil geschaffen.

Über seine Serie "Grätige Bolle" hat sich Merz mittlerweile auch als Künstler ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen und wird seine Bilder im September in der neuen Schwarzwald-Stube des StudioK in Emmendingen präsentieren. Darauf freut er sich sehr und bedankt sich in Richtung dessen Geschäftsführer Thilo Haas: "Künstler brauchen Lobbyisten und Firmen, die eine Plattform für Ausstellungen bieten." So könne eine Win-Win-Situation entstehen, in dem einerseits Kunstinteressierte in die Firmen gelockt würden und andererseits die Kunst wieder ins Laufen komme.

Mitten in der Corona-Krise sei für Uwe Merz dann die Anfrage eines Hörbuch-Verlags gekommen. Und so spricht er jetzt in seinem eigenen Tonstudio gerade drei Hörbücher des Bestseller-Autors Konrad Sewell in der Kornkammer in Welschen­steinach ein.

Weitere Informationen: www.merzolio.com

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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