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Steinach Bürgermeisterwahl: Industriegebiet Thema

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Bürgermeisterkandidat Nicolai Bischler (links) stellte sich am Montagabend den Steinachern. Foto: Kleinberger

Steinach - Das interkommunale Gewerbegebiet in Steinach ist noch immer ein "heißes Eisen". Das ist bei der Vorstellung von Bürgermeisterkandidat Nicolai Bischler am Montagabend deutlich geworden. Es war aber nicht der einzige Punkt der Diskussion.

Dass Bischler mit den Bürgern in Dialog treten wollte, stieß auf reges Interesse. Zahlreiche Steinacher nutzten die Möglichkeit und hörten sich in der "Rose" zunächst an, was der Freiburger von sich zu berichten hatte. So erfuhren sie Näheres über Bischlers Vita, sein bisheriges Engagement in zahlreichen Vereinen und in der Kommunalpolitik sowie seiner Motivation, sich in Steinach zu bewerben (wir berichteten).

"Der Erste hat es immer am schwersten", musste der Kandidat dann die Steinacher ermuntern, Fragen zu stellen. Schließlich ergriff Adalbert Firnkes das Wort. Dass die S-Bahn in Steinach halte, sei gut und schön, aber es sei genau so wichtig, dass mehr RE der Bahn dort hielten. Bischler dankte Firnkes für den Hinweis. Er betonte wiederum, dass auch Barrierefreiheit am Bahnhof ein wichtiger Punkt sei und fand dafür breite Zustimmung unter den Zuhörern, die dem Kandidaten insgesamt recht offen und neugierig gegenübertraten.

Von Partei angeworben?

Herbert Rohkohl wollte wissen, wie Bischler seine CDU-Mitgliedschaft mit dem Anspruch, als Bürgermeister parteilos aufzutreten, vereinbaren könne. "Ich bin nicht parteilos, ich will aber parteiübergreifend arbeiten", verdeutlichte der Kandidat und erklärte an einigen Beispielen, dass er dies im Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde bereits ebenso getan hat. "Es geht um Sachthemen, nicht um Parteipolitik", machte Bischler deutlich. Rohkohl dagegen äußerte den Verdacht, dass die Flyer durch die CDU gesteuert worden seien. Er befürchte, dass das Bürgermeisteramt bei einer Wahl Bischlers Parteizwängen unterliege. "Es wird keine Parteizwänge geben", betonte Bischler. Hermann Wangler, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Ortsvereins, hakte ein: "Wir haben Bischler nicht angeworben. Wir waren doch selbst überrascht, dass ein CDU-Mann sich hier bewirbt." Der ergänzte: "Ich habe mich erst beim Ortsverein gemeldet, als publik war, dass ich mich bewerbe. Ich wollte Klüngel von vornherein vermeiden."

Lange ging es um "das wohl heißeste Eisen, das im Kinzigtal existiert", wie Bischler umschrieb: Interkom und den Bürgerentscheid aus dem Jahr 2015. In Verbindung mit einigem Frust über die Verkehrssituation in der Stadt – hervorgerufen durch den Pendel- und Lieferverkehr ins Gewerbegebiet, aber auch durch Nichteinhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen – wurde die Debatte stellenweise hitzig. Bischler musste mehrmals um Sachlichkeit bitten, die die Steinacher in kurzen Diskussionen untereinander vermissen ließen. Der Kandidat selbst hat sich, wie bereits berichtet, auf die Fahne geschrieben, eine erneute Debatte um eine mögliche Interkom-Erweiterung nicht auf emotionaler Ebene führen zu wollen. Im Gespräch mit den Steinachern räumte er jedoch ein, dass über den Entscheid im Jahr 2015 "auch einige Federn gelassen wurden", wie er vorsichtig ausdrückte.

Festlegen wollte Bischler sich am Montagabend nicht. Er habe sowohl Verständnis für die Befürworter als auch für die Gegner der Erweiterung und könne die Argumente beider Seiten nachvollziehen. Er sei jedoch noch nicht tiefgehend genug informiert. Steinach müsse dazu bereit sein, über den Tellerrand zu schauen. Wichtig sei aber auf jeden Fall, das bestehende Verkehrsproblem zu lösen, bevor mit einer Erweiterung noch mehr Verkehr in die Stadt geholt werde. "Ohne das können wir’s fast knicken", meinte er lapidar.

"Bis 2018 hat der Entscheid Gültigkeit. Sofort wieder ranzugehen, wäre falsch. Die Debatte hat viel verbrannte Erde hinterlassen, das muss heilen. In der Zeit, die das braucht, müssen wir gemeinsam überlegen, wo wir in dieser Sache überhaupt hinwollen. Ich will auch die BI mit an den Tisch holen", holte Bischler aus. Ein enger Dialog mit den Bürgern ist ihm sehr wichtig. Das betonte er am Abend mehrfach.

Robert Glatz stieß auf, dass Bischler an einigen Stellen nicht nur Steinach in den Blick genommen hatte, sondern über das Kinzigtal sprach. "Steinach und Welschensteinach haben Vorrang und wir müssen unsere Interessen vertreten. Aber wir können uns nicht vom Tal lossagen. Wir sind hier in der Gemeinschaft", antwortete Bischler.

Auch Themen wie betreutes Wohnen, das in Steinach fehlt, eine bessere Unterstützung von Gastwirtschaften durch die Gemeinde oder die baufällige Turnhalle wurden angesprochen. Auf welches Projekt er sein Hauptaugenmerk legen wolle, war eine direkte Frage an Bischler. Er antwortete: "Das Hochwasserrückhaltebecken kann nicht auf die lange Bank geschoben werden, auch wenn es noch hart werden wird."

 Die nächste Vorstellung von Nicolai Bischler findet am heutigen Mittwochabend in Welschensteinach statt. Dort tritt er ab 19 Uhr im "Wilden Mann" mit den Bürgern in Dialog.

 Die Bürgermeisterwahl in Steinach geht am Sonntag, 24. September, über die Bühne. Wie Mühlenbach und Hausach wählt die Kommune ihren neuen Bürgermeister parallel zur Bundestagswahl.

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Lisa Kleinberger

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