Bauprojekt: Gemeinde Steinach muss die Kosten zur Hälfte übernehmen / Fertigstellung für Oktober geplant

Derzeit bauen die Stadtwerke Haslach einen neuen Wehr in die Kinzig. Der Schwabo hat sich die Fortschritte angeschaut und beim technische Werkleiter Ralf Rösch nachgefragt.

Steinach. Der Beginn der Maßnahme stand zunächst unter keinem guten Stern, da ein Kinzig-Hochwasser die Arbeiten Ende Mai unmöglich machte (wir hatten berichtet). Der Bau des neuen Wehrs hatte am 6. Mai begonnen.

Mittlerweile sieht die Welt am Ortsausgang an der Autoauffahrt Richtung Offenburg ganz anders aus. "Der Rohbau ist fertig", erklärt Rösch. Konkret heißt das, dass ein treppenartiges Gebilde aus Beton, was den Fischen als Aufstieg am Wehr vorbei dient, bereits vorhanden ist. Auch die Scharniere, in die zwei Metall-Klappen mit 14 und 17 Metern Länge eingesetzt werden sollen, sind schon an Ort und Stelle. Ebenso steht der Betonsockel für das Wehr.

Regierungspräsidium steuert Gelder bei

Aus gesetzlichen Gründen darf sich der Bau auch nicht länger als bis Donnerstag, 31. Oktober, hinziehen. "Dann beginnt die Fischruhezeit, die nicht durch Arbeiten unterbrochen werden darf", so Rösch. Durch Ausnahmeregelungen sei zwar eine Verlängerung von bis zu vier Wochen möglich. Auf die möchten die Stadtwerke allerdings nicht angewiesen sein. "Wir sind auch voll im Zeitplan", beteuert Rösch.

Auch die bisherigen Kosten sind nicht sehr viel höher, als im Vorfeld kalkuliert. 500 000 Euro investieren die Stadtwerke in das Wehr, 560 000 Euro werden vom Regierungspräsidium Freiburg für den Fisch-Aufstieg beigesteuert. Dieser ist eine Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau der B 33 zwischen Steinach und Haslach. "Derzeit rechnen wir damit, das die Kosten um vier bis fünf Prozent steigen", sagt Rösch. Damit bewege sich die Finanzierung in einem für die heutige Zeit angemessenen Rahmen.

Von dem alten Wehr, vor mehr als 60 Jahren errichtet, sind nur noch ein paar Bruchstücke zu sehen. Dieser bestand noch komplett aus Holz und funktionierte analog. Zudem war das alte Bauwerk über die Jahre undicht geworden. "Das neue Wehr können wir über die Hydraulik automatisch bedienen. Es geht viel weniger Wasser verloren und der Prozess des Druckausgleichs funktioniert deutlich schneller", zählt Rösch die Vorteile der entstehenden neuen Anlage auf. Auch die Energiebilanz verbessere sich. Produzierte das alte Wehr noch zwei bis zweieinhalb Millionen Kilowatt Strom pro Jahr, könne die neue Anlage ungefähr 300 000 Kilowatt mehr leisten.

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