Warn-Apps warnen vor Milch in der Steinach, die auch die Nagold verunreinigen. Was der Grund für den Unfall ist.
Der Alarm kam über die Warn-App des Bundes: „Verfärbungen im Bereich Nagold Schietingen des Flusses Steinach.“ Und spricht von der Ursache im Landkreis Freudenstadt.
Dabei geht es um die Steinach. Ein Fluss, der aus Richtung Horb-Altheim über Talheim und Schietingen fließt. Hier wurden die weißen Verschmutzungen zuerst im Fluss gesichtet. Doch wo kommt die Milch her?
Grasland-Fleisch aus Talheim: „Bei uns ist nichts ausgelaufen“
Nachfrage bei der ehemaligen Schäferei Pfeffer in Talheim. Die wird inzwischen von Valentin Thierer und Konstantin Thierer als Grasland-Agrar bewirtschaftet. Der Name ist bekannt. Ihre Mutter Sibylle Thierer war bis Ende 2022 Chefin des Nagolder Beschlagherstellers Häfele.
Konstantin Thierer: „Wir haben es heute morgen auch gesehen. Bei uns ist nichts ausgelaufen.“
Hat es den Vorsitzenden des Bauernverbands getroffen?
Flussaufwärts in Altheim liegt der Hof von Gerhard Fassnacht. Er ist Kreisvorsitzender des Bauernverbands Nordschwarzwald-Gäu-Enz. Auf seinem Steinachhof vor dem silbernen Milchsilo sind schon die Pfützen von Milch zu sehen.
Seine Frau Ulrike öffnet die Tür. Sie sagt: „Heute Morgen haben wir entdeckt, dass im Milchraum ein Schlauch abgegangen ist. Offenbar hat es der Gulli nicht geschafft, die ganze Milch aufzunehmen, so dass die Milch in die Nagold gelaufen ist. Ärgerlich für uns: Wir haben nicht nur den Verlust, sondern wahrscheinlich auch noch den Feuerwehreinsatz zu bezahlen.“
Wie viel Milch ausgelaufen ist, kann sie nicht sagen. In der Warnmeldung ist von mehreren tausend Litern die Rede. Das Landratsamt Freudenstadt teilte auf Anfrage mit, dass eine defekte Melkmaschine Grund des Unfalls sei.
Fassnacht hatte schon einmal Pech
Was ein Pech für den Bauernverbands-Vorsitzenden Fassnacht. Erst im Juni 2024 brannte die Trocknungsanlage auf seinem Hof.
Und für die Feuerwehr dürfte der Umwelteinsatz durch das Milchpech auch aufwendig gewesen sein. Jan Straub, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Horb, sagt um 14.45 Uhr: „Ich bin gerade vom Einsatz zurück.“