Mit großem Dank und viel Anerkennung hat Hausach Frank Breig verabschiedet. Nach 16 Jahren zieht das CDU-Mitglied aus beruflichen Gründen einen Schlussstrich.
Einstimmig stimmte der Hausacher Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag dem Antrag von Frank Breig (CDU) zu, der sich aus beruflichen Gründen nach 16 Jahren aus dem Rat verabschieden wollte.
Frank Breig habe an vielen wichtigen Entscheidungen zum Wohl der Stadt mitgewirkt, wie dem Kinzigtalbad, der Erweiterung der Schule, der Sanierung der Kaplanei, der Entwicklung des Badenwerk-Areals und vielen mehr, sagte Bürgermeister Wolfgang Hermann. Seine Professionalität, seine gründliche und qualitativ hochwertige Arbeitsweise und der hohe Anspruch an sich selbst und an seine Arbeit im Gemeinderat hätten ihn über all die Jahre ausgezeichnet.
Bürgermeister hat großen Respekt vor der Entscheidung
„Wir beide haben uns vor mehr als acht Jahren im Wahlkampf kennen- und schätzen gelernt“, drückte Hermann auch seine ganz persönliche Wertschätzung aus: „Du warst nie jemand, der einfach nur mitgelaufen ist. Du hast immer kritisch hinterfragt, immer mit dem Ziel, das Beste für Hausach und seine Bürger zu erreichen.“ Er habe großen Respekt vor seiner Entscheidung. Der Bürgermeister wünschte dem scheidenden Rat alles Gute für die Zukunft mit einem Abschiedsgeschenk: gravierten Rotweingläsern und passendem Weinpräsent.
Frank Schmider dankte im Namen der CDU-Fraktion und des gesamten Gemeinderats für die „immer freundliche, immer zielstrebige und konstruktive Zusammenarbeit“ und überreichte ebenfalls ein Abschiedsgeschenk.
Breig kann auf schöne Erfolge zurückblicken
Die schwierigsten Entscheidungen in dieser Zeit? So manches Thema verliere beim Blick zurück seinen Schrecken, sagte Frank Breig. Entscheidungen über private Bauprojekte, die an bürokratischen Hürden scheiterten, etwa beim Bauen im Außenbereich, hätten ihn immer sehr beschäftigt – „einfach auch deshalb, weil einem als Gemeinderat kaum Optionen bleiben“.
Die Großprojekte wie Schule und Bad seien mit schwierigen Entscheidungen verbunden gewesen wegen der im Verhältnis zur Gemeindegröße enormen Kosten. „Bei fünfstelligen Millionenbeträgen wird es einem kleinen Stadtrat in Hausach dann schon etwas mulmig.“ Auch die Entscheidungen rund um Rewe/Edeka und die Erschließung des Areals am Bahnhof seien aus rechtlicher und aus strategischer Sicht nicht einfach gewesen: „Dort zeigte sich, dass Unternehmensinteressen und übergeordnete Einflüsse wie der Regionalplan die Arbeit in einem Gemeinderat sehr stark beeinflussen können.“
Er lobte das gesamte Gremium zum Abschied
Als schöne Erfolge erlebte er, dass die lange und kontrovers geführte Diskussion über die Bebauung des Badenwerk-Areals letztlich zu „zwei tollen sozialen Wohnprojekten“ geführt habe und „dass wir den Schulstandort immer vorangebracht haben“. Hausach habe im Verhältnis zur Größe eine überragende Bildungslandschaft. Bei allen Themen und auch bei kontroversen Debatten habe das gesamte Gremium immer sachlich abgewogen und auf Basis gemeinsamer Werte und eines gelebten Demokratieverständnisses die Beschlüsse gefasst: „In der heutigen Zeit ist das ein Wert an sich“, so Breig.
„Fliegender Wechsel“ im Hausacher Gemeinderat: Auf die Verabschiedung des CDU-Gemeinderats Frank Breig folgte die Verpflichtung des Nachrückers Steffen Stöckle. Dieser gelobte per Eid, die „Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern“.
Dies geschieht auch in den Ausschüssen des Gemeinderats. Steffen Stöckle wird auch dort jene von Frank Breig „beerben“. Er wird Mitglied im Technischen Ausschuss, in der Verbandsversammlung Abwasserzweckverband, in der Mitgliederversammlung der Kooperationsvereinbarung Mittelzentrumsarbeit und in der Verbandsversammlung Zweckverband Kinzigtalbad.
Den Fraktionsvorsitz der CDU im Gemeinderat übernimmt das jüngste Fraktionsmitglied Louis Schillinger, seine Stellvertreterin wird Christiane Agüera Oliver.
Mögliches Comeback?
Er gehe mit einem weinenden Auge und sagte dem Ratsgremium „bewusst nicht auf Nimmerwiedersehen“, möglicherweise habe er irgendwann mal wieder mehr Zeit für die Kommunalpolitik.