Ettenheim feiert am 24. und 25. Mai 50 Jahre Gesamtstadt. Unser Mitarbeiter Klaus Schade stellt die Stadtteile sowie die Ortsvorsteher vor. Heute: Ettenheimmünster und Stefanie Ackermann, die kurz nach Amtsantritt ihre erste Hürde überwältigen musste.
Stefanie Ackermann erinnert sich noch genau: Es war die erste Sitzung des Ortschaftsrates in Ettenheimmünster, die die junge Ortsvorsteherin im Spätsommer vergangenen Jahres zu leiten hatte. Wegen des zu erwartenden großen Interesses der Bevölkerung fand diese Sitzung in der Halle statt – gleich mit einem Schwerpunktthema, das die Bewohner sehr interessierte und noch immer beschäftig: Geplante Umnutzung des Caritas-Pflegeheims nach dessen Umzug nach Ettenheim – und dessen Ausbau in eine Unterkunft für Bedienstete des Europa-Parks. Volles Haus – Frederick Mack, der das geplante Konzept vorstellte, und jede Menge Fragen aus der Bevölkerung. „Ja, diese Sitzung hat mir schon tüchtig Respekt eingeflößt“, gesteht die 28-jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Mehr als verständlich für eine „Newcomerin“ auf der kommunalpolitischen Bühne.
Im Stadtteil stehen noch einige Maßnahmen aus
Zusätzlich zu diesem Projekt, das mit einigen hausinternen Umbaumaßnahmen im Ortsteil unübersehbar sein wird, gibt es in Ettenheimmünster noch eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen. Die junge Ortsvorsteherin spricht den angestrebten Bebauungsplan in Löhle-Büsage, die bevorstehende Fertigstellung des Mehrfamilienhauses auf der „Badwiese“, ein schlüssiges Nutzungskonzept der Halle und der Grundschule, die geplante bauliche Umgestaltung der aczepta-Klinik St. Landelin und den Windpark an. Auch wenn einiges davon in anderweitiger Trägerschaft vorgenommen wird, ohne die „Power“ der Gesamtgemeinde wäre vieles für eine eigenständige, kleine Gemeinde im Ettenheimer Münstertal sicherlich nicht zu stemmen gewesen. Unausgesprochen lässt sie ihre Ahnung und ihren Respekt gegenüber den Verantwortungsträgern im Dorf erkennen, wie bedeutungsvoll deren Entscheidung zur Eingemeindung nach Ettenheim zu Beginn der 1970er-Jahre war.
Sie war die einzige Bewerberin
Kommunalpolitische Erfahrung hatte die Fachwirtin für Versicherung und Finanzen, die sich derzeit in Elternzeit befindet, bis dahin keine – kommunalpolitisches Interesse aber sehr wohl. Und so erspürte sie „eine Motivation aus mir selbst heraus“, als sich aus dem neu gewählten Ortschaftsrat – sechs von acht Räten sind neu – niemand für dieses Amt zur Verfügung stellte. „Warum eigentlich nicht?“, fragte sich die junge Mutter, deren Mann aus der Kernstadt stammt. Sie signalisierte den Ortschaftsräten ihr Interesse – und heute ist sie es nun durch das Votum ihrer Ratskollegen.
Nach wie vor ist für sie noch vieles neu – mehr als verständlich, beträgt ihre Amtszeit gerade mal ein Dreivierteljahr. Aber man hört im Gespräch mit ihr die Motivation, ihren Tatendrang, mit denen sie die anstehenden Aufgaben angeht.
Sie möchte eine Anlaufstelle für die Jugend
Auch weitere Wunschvorstellungen beschäftigen Ackermann und ihre kommunalpolitischen Mitstreiter. „Was fehlt, ist eine Anlaufstelle für Jugendliche“, nennt sie als ein Anliegen. Den „augenblicklich nicht so ansehnlichen Ortseingang“ habe sie im Blick – zudem schwebe ihr eine reizvolle Gestaltung des früheren Bahnhofgeländes vor. Und natürlich beschäftigt alle kommunalpolitisch Verantwortlichen wie auch die Einwohner ein verbessertes Nahverkehrskonzept sowie Einkaufsmöglichkeiten im Tal. Auf die bevorstehende Fertigstellung des Radwegs freut sie sich.
Dass sie noch immer – trotz mehrerer Schulungen zur Ertüchtigung in diesem Amt – auf den Rat und die Hilfe erfahrener Fachleute angewiesen ist, ist wohl mehr als verständlich. Und sie findet ausschließlich lobende Worte für die zuständigen Ansprechpartner in der Stadtverwaltung, für die Hilfestellung ihrer Amtsvorgängerin Rita Ohnemus, für ihre erfahrene Mitarbeiterin der Ortsverwaltung, Jasmin Ruf. Hilfreich empfindet sie auch den monatlichen Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit den andern Ortsvorsteherinnen, von denen zwei weitere genauso neu im Amt sind wie sie selbst.