Silas und Kim Baumann beeindrucken Moderator Thomas Gottschalk mit ihrer Wette. Foto: ZDF

Die Geschwister Silas und Kim Baumann aus Rottweil haben 2008 ein Millionen-Publikum begeistert. Knapp 15 Jahre nach ihrem gefeierten Fernsehauftritt bei "Wetten, dass..?" lüften die beiden ihr Geheimnis hinter der Wette.

Rottweil-Zepfenhan - "Es ist witzig, dass sich dafür noch mal jemand interessiert", sagt Kim Baumann im Gespräch und lacht. Genau am 26. Januar 2008 haben die Geschwister, damals sechs und neun Jahre alt, aus dem Rottweiler Stadtteil Zepfenhan nicht nur Verwandte und Freunde in der Region, sondern Fernsehzuschauer in ganz Deutschland verzaubert.

 

Silas und Kim sind ihren Weg gegangen

Rund 15 Jahre später erklären die beiden, wie sich ihr Leben seitdem entwickelt hat – das kleine Geschwisterpaar von damals ist natürlich inzwischen kaum wiederzuerkennen. Kim wohnt mittlerweile in Freising und legt ihren Master in Lebensmittelqualität ab. Ihr Bruder Silas ist der Region bis heute treu geblieben und arbeitet als Softwareentwickler bei Berthold Hermle in Gosheim.

Papa ist total begeistert

Kaum mehr hatte der Auftritt heute noch eine Rolle gespielt, doch dann kam die Anfrage des Schwarzwälder Boten. Anlass ist die kommende "Wetten, dass..?"-Sendung an diesem Samstag, 19. November, aus Friedrichshafen. "Als unser Papa uns die Nachricht geschrieben hat, haben wir erstmal mit Lachsmileys reagiert. Er hat dann aber auch gleich gesagt, dass wir noch am Abend anrufen sollen", erzählt Silas. Schließlich war es auch ihr Vater, der den beiden eigentlich das alles erst "eingebrockt" hatte.

Selbst heute noch erinnert sich die damals neunjährige Kim noch genau: "Ich weiß noch, wie Papa uns einmal zu Bett gebracht hat und dann gefragt hat, ob wir bei einer Fernsehshow mitmachen wollen. Er hat uns dann gesagt, dass er uns angemeldet hat und wir dabei sind."

Viel Zeit zum Überlegen hatten die beiden also nicht – die Planungen von Papa Jochen waren aber ohnehin schon weit fortgeschritten. So stammte auch die Idee für die Wette aus seiner Feder. "Papa ist Informatiker", erklärt Silas zum Hintergrund.

System hinter der Wette ist eigentlich ganz simpel

Kim und Silas hatten gewettet, verschiedene Verpackungen an deren Strichcodes zu erkennen. Auf den ersten Blick eine schier unlösbare Aufgabe, doch die Geschwister erklären: "Das war eigentlich ganz cool für so kleine Kinder wie uns, weil wir das auch spielerisch mit einem Memory gelernt haben. Das System, das dahinter steckt, ist eigentlich ganz einfach." Kim und Silas mussten sich insgesamt 88 Verpackungen einprägen – bekanntermaßen besitzt dabei jede einen eigenen Strichcode.

Der Clou bei der Wette: Den Zahlencode bekamen die beiden nicht zu sehen, denn dieser führt auf das jeweilige Produkt. Dabei ist wichtig zu wissen: Die Zahlen sind im Strichcode zu finden – die Linienkombinationen stehen letztlich immer für eine bestimmte Zahl. "Ich glaube, drei weit voneinander entfernte Linien stehen für eine drei", meint sich Silas zu erinnern. Das Geschwisterpaar musste somit erst den Strichcode in die Zahlenkombination übersetzen und dazu dann das passende Produkt im Kopf haben.

Nach 15 Jahren fällt es den beiden natürlich schwer, sich an das System zu erinnern, doch 2008 räumten Kim und Silas voll ab. Am Ende hieß es fünf aus fünf – mit Leichtigkeit holten die Geschwister den Wettsieg für Rottweil.

Als Preis gab es damals eine Reise nach Südafrika zu den Brillenpinguinen. "Kinder mussten damals einen Fragebogen zu ihren Hobbys und Interessen ausfüllen, woraus dann die Preise abgeleitet wurden. Mein Bruder und ich hatten beide beim Lieblingstier Pinguin eingetragen", erinnert sich Kim. Für die Familie ging es also später im Jahr 2008 einmal über den Globus in den Süden Afrikas. "Das war schon ein ziemlich großer Preis", sagt Silas.

Stefan Raabs Faux-Pas

Der heute 22-Jährige erinnert sich auch noch genau an zwei Details während ihres Auftritts. "Unser Wettpate war damals Stefan Raab. Als er dann auf uns zukommen ist, ist er über eine Treppe gestolpert und fast auf uns gefallen", lacht der Bruder und sagt weiter: "Damit man wusste, in welche Kamera man schauen soll, hing da eine gelbe Gummiente." Seine Schwester ergänzt: "Deswegen haben wir auch so oft nach oben geschaut."

Neben dem Pinguin als Lieblingstier hatten beide aber auch noch einen weiteren Treffer im Fragebogen – Philipp Lahm als Lieblingsfußballer und wie es der Zufall natürlich wollte: "Er hat dann den Wagen für den Wettsieger hereingefahren und dann durften wir uns noch kurz mit ihm unterhalten", erzählt die heute 25-Jährige. Der Kracher folgte aber dann: "Ich hab ihn dann gefragt, ob meine Fußballmannschaft zu einem Bayern-Spiel kommen kann", sagt ihr Bruder. Gesagt, getan. Für Silas und seine Freunde ging es mit dem Bus von Zepfenhan nach München. "Ich weiß nicht mehr viel, aber Bayern hat 4:1 gegen Stuttgart gewonnen", freut sich der damals Sechsjährige noch heute.

Die größte Aufgabe wartete für beide dann erst nach dem Auftritt. "Wir haben vom ZDF das Verbot bekommen, über die Show zu sprechen. Nicht mal Oma und Opa haben wir was erzählt, was wirklich eine Challenge war. An dem Abend der Ausstrahlung war dann ein Fasnets-Abend und deswegen haben viele meiner Freundinnen den Auftritt gar nicht gesehen, weil sie getanzt haben", erinnert sich Kim Baumann.

Aufnahme wird noch mal herausgeholt

Dank der vielen Videos wurde das dann natürlich nachgeholt, doch beide sagen: "Wir haben uns die Bilder und den Auftritt lange nicht angeschaut." Als Kims Freundinnen im vergangenen Jahr dann aber nachgefragt hatten, wurde das Band wieder herausgeholt. "Es kamen auch gleich die Bilder wieder hoch und ich konnte mich wieder hineinversetzen", sagt die heute 25-Jährige und versichert: "Wenn ich nächstes Wochenende heimkomme, ist es sicherlich wieder Thema und dann schauen wir uns den Auftritt auch noch mal an. Das ist ja ein schöner Anlass."