Hinweisschilder warnen: Das Betreten des Sees in Schömberg ist lebensgefährlich. Foto: Eyckeler

Der Stausee in Schömberg ist aufgrund der kalten Temperaturen zugefroren. Wie gefährlich das Betreten der Eisdecke ist, kann Feuerwehrkommandant Lucas Mager berichten.

Es ist ein Schreckensszenario, das niemand erleben möchte: Man spaziert auf einer Eisfläche. Plötzlich knackt es. Die Eisdecke gibt nach, und man bricht ein ins bitterkalte Wasser. Damit genau das nicht passiert, warnen Schilder in Schömberg vor dem Betreten des aktuell zugefrorenen Stausees. „Betreten der Eisfläche verboten – Lebensgefahr!“ Fußspuren auf dem See zeigen aber, dass sich daran nicht jeder hält. Das kann verheerende Folgen haben.

 

Neben den Schildern am Stausee warnt auch der Feuerwehrkommandant der Abteilung Schömberg, Lucas Mager, vor der Gefahr. „Ist man erst mal eingebrochen und befindet sich im Wasser, kühlt der Körper extrem schnell aus. Dann wird es sehr schwierig, sich alleine aus dieser Lage wieder zu befreien“, so Mager. Der Hinweis Lebensgefahr ist also keineswegs übertrieben.

Schwan gerettet

In den vergangenen Jahren blieb der Schömberger Feuerwehr eine solche Eisrettung erspart. Sollte der Ernstfall doch einmal eintreten, sind die Einsatzkräfte gerüstet und vorbereitet.

In diesem Fall erhalten Mager und seine Kollegen die Alarmierung mit dem Stichwort „Eisrettung“. Dann muss es schnell gehen. Mit der Feuerwehr rücken dann auch DRK und die DLRG Wasserrettung Zollernalb an.

Die Feuerwehr Schömberg besitzt zusätzlich zum komplexen Rettungsequipment ein Rettungsboot, mit dem man sich der zu rettenden Person auf dem See nähern kann.

„Zudem verfügen wir über zwei Eisrettungsanzüge, die zusätzliche Schutz bieten vor dem eisigen Wasser“, sagt Mager. Mit Leitern und Rettungskörben können die Feuerwehrleute sich ebenfalls dem Opfer nähern – nicht ganz risikoarm.

Der Einsatz ist auch mit Risiko verbunden

Bei einem solchen Einsatz begeben sich die Retter ebenfalls in Gefahr. Auch deswegen appelliert Mager an die Bevölkerung, die Hinweisschilder nicht zu ignorieren und die Schönheit des zugefrorenen Sees lieber von außen zu betrachten.

Am kommenden Sonntagnachmittag, 11. Januar, plant die Feuerwehr Schömberg einen Übungseinsatz, der genau dieses Szenario simulieren soll. Mager: „Eine solche Übung veranstalten wir jährlich – solange es die Rahmenbedingungen zu lassen.“

An einen Einsatz auf dem zugefrorenen Stausee kann sich Kommandant Mager dann doch noch erinnern. So mussten die Einsatzkräfte vor einigen Jahren einen Schwan vom Eis befreien, der dort festgefrorenen war. Mit dem Boot konnte das Tier aus seiner aussichtslosen Lage befreit werden.