Wenn’s mal wieder länger dauert... Auch in VS kennt man Staus nur zu gut. Ein Verkehrsanalyst hat nur veröffentlicht, wie viele Stunden man auf den Straßen in der Doppelstadt verliert. Foto: Marc Eich

Viele Autofahrer in Villingen-Schwenningen dürften sich angesichts dieser Nachricht bestätigt fühlen: Die Doppelstadt hat es erneut in das Ranking der staureichsten Städte in Deutschland geschafft.

Eines vorneweg: An die Stau-Hauptstädte in Deutschland kommt die Doppelstadt tatsächlich nicht heran. Auch im Jahr 2024 nicht.

 

Der Verkehrsanalyst Inrix hat jüngst den jährlichen Stau-Report veröffentlicht. Über 900 Städte und Ballungsräume in 37 Ländern sind dafür analysiert worden. In Deutschland verliert man dabei in Berlin die meisten Stunden auf der Straße – dort verliert ein typischer Fahrer 58 Stunden seiner Zeit durch Verkehrsstaus. In Stuttgart sind es gleich viele, weltweit hat übrigens Istanbul mit 105 Stau-Stunden die Nase vorne.

Zeitverlust von insgesamt 28 Stunden pro Jahr

Doch auch im vergleichsweise ländlichen Villingen-Schwenningen rauben Staus und Behinderungen nicht nur Nerven, sondern ebenso Zeit. In der Doppelstadt beträgt der Zeitverlust immerhin 28 Stunden pro Jahr. Das bedeutet: Rang 42 (von 73) in Deutschland und Rang 364 (von 946) weltweit. Damit lässt VS in Deutschland die Autostadt Wolfsburg (27 Stunden), Würzburg (25) und Magdeburg (24) hinter sich.

Das hat zudem wirtschaftliche Auswirkungen, wie Inrix erklärt. Denn aus der verlorenen Zeit resultieren 305 Euro Staukosten pro Fahrer. Zugrunde gelegt wird für diese Berechnung ein inflationsbereinigter Zeitwert in Höhe von 10,88 Euro pro Stunde.

Zwei Stau-Stunden mehr als 2023

Wer übrigens im Gefühl hat, dass die Verkehrsbelastung im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat, der liegt richtig. 2023 stand man auf den Straßen in VS „nur“ 26 Stunden im Stau. Allerdings waren es 2022 ebenfalls 28 Stunden.

Das macht sich bei den Reisegeschwindigkeiten bemerkbar. Während in Villingen-Schwenningen und der Umgebung außerhalb des Berufsverkehrs durchschnittlich mit rund 72 Stundenkilometern gefahren werden kann, sind es zur Rushhour nur knapp 56 Kilometer pro Stunde. Das ist langsamer als noch im Vergleich zu 2019, als man mit durchschnittlich 60 Stundenkilometern unterwegs sein konnte. Auf den letzten anderthalb Kilometern rund um die Innenstädte sind während des Berufsverkehrs durchschnittlich lediglich 34 Stundenkilometer möglich.

Das sind die schlimmsten Strecken

Anonyme Reisedaten ermöglichen außerdem einen Blick auf die am meisten frequentierten Strecken rund um VS. Diese sind demnach: der Nordring in Villingen und Schwenningen, die Schwenninger Straße, die Villinger Straße und im weiteren Verlauf die Walter-Rathenau- und Salinenstraße, die L 178 über Marbach in Richtung Brigachtal, die Bertholdstraße sowie die B 33, sowohl in Richtung Bad Dürrheim als auch in Richtung St. Georgen.

Aufgeführt wird darüber hinaus die Hindenburg Straße in Mönchweiler, die B 27 zwischen der Autobahnabfahrt VS und der A 864 bis zum Autobahndreieck bei Bad Dürrheim.

Wie werden die Zahlen erhoben?

Datenquellen
Inrix erfasst eigenen Angaben zufolge täglich Milliarden von anonymen Daten aus einer Vielzahl von Quellen wie vernetzte Fahrzeuge, Mobilgeräte, Navigationsgeräte, Flottenfahrzeuge, Straßen- und Werkstattinfrastruktur sowie öffentlich verfügbare Informationen über Störungen. Die Berechnung des Zeitverlusts ergebe sich über die Daten zur Geschwindigkeit bei Stoßzeiten und freier Fahrt für die verkehrsreichsten Pendelstrecken.