Mit einem großen Kran sollte am Mittwochnachmittag das abgestürzte Kleinflugzeug bei Deißlingen aus dem Wald gezogen werden. Doch die Polizei schreitet ein. Dafür gibt es inzwischen Neuigkeiten zur Unfallursache.
Nach dem Absturz des Kleinflugzeugs am Ostermontag nahe der B27 hat der Verein, die Sportfliegergruppe Schwenningen, die Bergung des Flugzeugs organisiert. Diese ist aufwendig. „Wir müssen das Flugzeug nach oben per Kran rausziehen. Wir wollen so wenig wie möglich Wald zerstören“, sagt Vorsitzender Mustafa Özbek kurz vor der geplanten Aktion im Gespräch mit unserer Redaktion.
Klar war: Aufgrund der Bergung kommt es im Bereich der B27, Abfahrt B523, zu Verkehrsbehinderungen. Man sei diesbezüglich mit den Behörden in Kontakt gewesen, so der Vorsitzende.
Komplette Sperrung wäre nötig
Doch vor Ort stellt sich heraus, dass alles doch nicht so einfach ist, wie vom Verein gedacht. Als der Kran gegen 16.30 Uhr gerade anfährt und das Abschleppunternehmen bereitsteht, kommt die Verkehrspolizei Zimmern dazu – aufmerksam geworden durch den Stau, der sich bereits gebildet hatte.
Und nach einiger Beratung wird klar: Für die Aktion ist eine komplette Sperrung der Einsatzstelle über Stunden nötig, eine Umleitung muss ausgeschildert werden. Das Ganze muss dann übers Landratsamt erst genehmigt werden. Die Aktion per Kran wird daraufhin abgeblasen.
Motor ist ausgefallen
Wenig später kommt man seitens des Vereins zu dem Entschluss, das Flugzeug dann doch gleich im Wald in seine Einzelteile zu zerlegen. Um es umlegen zu können, müssen zunächst Bäume gefällt werden. Die Einzelteile des Flugzeugs sollen dann abtransportiert werden.
Vor der Bergung sei noch einiges mit der Versicherung zu klären gewesen, so Özbek. Das Flugzeug, so vermutet er, ist wohl ein Totalschaden. Der 60-jährige Pilot habe glücklicherweise „keine Blessuren“ davongetragen, zeigt sich der Vorsitzende erleichtert. Er weiß Näheres zum Unfallhergang.
Demnach sei es im Landeanflug auf den Flugplatz Schwenningen zu einem technischen Defekt gekommen, in dessen Folge der Motor ausgefallen sei. „Das ist in der Situation besonders heikel, weil das Flugzeug schon recht tief ist“, erklärt er. Die Suche nach einer geeigneten Landefläche sei da schwierig.
Bewusst im Waldstück runter
Der Pilot habe sich letztlich bewusst entschieden, in dem Waldstück runterzugehen. „Bäume bremsen den Aufprall“, so Mustafa Özbek. Der 60-Jährige sei ein erfahrener Pilot. Die Zerlegung des Flugzeugs zieht sich in den Abend hinein. Später muss auch dies wegen des heftigen Regens abgebrochen werden.
Bergung doch noch geglückt
Am Abend ergab sich nach Informationen unserer Redaktion die Gelegenheit für die Arbeiter, das Wrack doch noch zu bergen. Nachdem die Radartechnik und Funkgeräte bereits aus dem Flugzeug entfernt waren, ist das Wrack nun nicht mehr in dem Waldstück zu finden.