Bodo Clemens holte sich an der Kapelle Maria Hügel in Bamlach einen Pilgerstempel ab.  Foto: Jutta Schütz

Bodo Clemens, der vor vielen Jahren in Rheinweiler wohnte,  pilgert für den guten Zweck. An der Kapelle Maria Hügel in Bamlach holte er einen Pilgerstempel ab.

Mit Spenden- oder Pilgerläufen für verschiedene gute Zwecke hat Bodo Clemens Erfahrung. Der jetzige Spendenlauf allerdings ist sein größtes Unternehmen: Der 83-jährige ehemalige Physiotherapeut machte dieser Tage Station in Bad Bellingen, bevor er nun Ende dieser Woche die Grenze nach Frankreich überschreiten wird.

 

Clemens führte vor mehr als 30 Jahren zusammen mit einem Berufskollegen eine Physiotherapeutenpraxis in Weil am Rhein und wohnte in Rheinweiler. „Die Gegend ist mir also noch gut bekannt“, erzählte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Rentner, der auch als Kneipp-Bademeister und Gesundheitspädagoge aktiv war, wirbt auf seiner Pilgerwanderung für die Unterstützung der „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ und für die „Gesundheitsstiftung des Kneipp-Bundes“. Dabei ist er mit vielen kleinen Videos seiner „Unterwegs-Stationen“ dank der Hilfe zweier Studenten über die sozialen Medien bestens vernetzt. Sein Ziel sei die Spendeneinnahme von mindestens 40 000 Euro für die beiden Organisationen.

Mit Bundesverdienstkreuz

„Beide machen ganz tolle Arbeit, denn die eine hilft Frauen und aber auch Männern, die sich mit sich mit dem schweren Schicksal der Diagnose Brustkrebs auseinandersetzen müssen, und die Gesundheitsstiftung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Prävention von Krankheiten“, erklärte Clemens Bürgermeisterstellvertreterin Ursula Gadenne, die ihn im Kurort willkommen hieß und ihm eine Spende sowie eine Eintrittskarte für die Balinea-Therme überreichte. Für Marc Speck, Inhaber des Markushofs, war es zudem selbstverständlich, dem Pilger kostenlos Logis anzubieten.

Clemens, der aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements für karitative Organisationen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, gibt zu, dass sein Vorhaben seiner Frau etwas Angst mache und „natürlich in meinem Alter ziemlich verrückt“ sei. „Aber nur mit verrückten Aktionen erreicht man Aufsehen“, findet er. Als Sportler und erfahrener Läufer – früher absolvierte er Ultra-Marathons, einige davon waren auch schon Spendenläufe – weiß er, wie wichtig gutes Schuhwerk und die richtige Kleidung sind. Sein Rucksack wiegt morgens acht und „abends gefühlt 16 Kilo“, schmunzelt er.

Von Stralsund nach Santiago de Compostela

Mittlerweile ist Clemens schon braun gebrannt, obwohl das Wetter beim Start in Stralsund Mitte Februar bei Eis und Schnee und grauem Himmel stattfand. Sein brauner Filzhut gehört zur Ausrüstung. Am Hutband finden sich schon zahlreiche „Pins“ von Gemeinden, die auf seinem Weg lagen. Vier Pilgerpässe hat Clemens quasi auf Vorrat dabei. Sein erster Pass ist bereits fast „voll gestempelt“.

Vor Ort erfuhr der Wanderer, dass es auch in der Kapelle Maria Hügel, die am Himmelreich-Jakobus-Weg liegt, mittlerweile einen Pilgerstempel gibt, den er sich dann auch abholte.

Rund 20 Kilometer, manchmal mehr, läuft er am Tag. Eigentlich wollte er Ende Juni in Santiago de Compostela eintreffen, aber „da brauche ich wohl doch etwas länger“, zeigt er sich realistisch, denn er halte sich zwar seit Jahren durch regelmäßige Bewegung fit, müsse aber mittlerweile darauf achten, dass er ein Knie nicht überbelastet. „Mein Sohn mit Familie lebt in Baden-Württemberg, nicht so weit weg von Bad Bellingen“, erzählte er. Ihn wird er jetzt für mehrere Tage besuchen und eine kleine Pause einlegen.

Gute Erfahrungen gemacht

In Frankreich und Spanien werde es für ihn richtig spannend, berichtet er, denn er spreche keine Fremdsprachen und benötigte deshalb kundige Unterstützer. Hier kommen die beiden Studenten – der Deutsche Andreas Gumprecht und der Franzose Janik Faucon von der Hochschule Stralsund – ins Spiel, die seine Pilgerwanderung managen, sowohl organisatorisch als auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit.

Viele gute Erfahrungen hat Clemens bisher mit Menschen gemacht, die ihm begegneten. Manche haben ihn ein Stück begleitet. In bereits geschlossenen Gaststätten bekam er, nachdem er dort läutete, spontan einen Kaffee oder auch etwas zu essen. Übernachten konnte er in gemütlichen Zimmern, aber auch mal in einer herrschaftlichen Villa.

Er glaubt an Gott

Als Pilger wird er öfters danach gefragt, ob er an Gott glaubt. „Ich bin evangelisch und glaube an Gott, aber ich bin skeptisch gegenüber denen, die vorne am Altar stehen“, gab Clemens zu. Gespannt ist er darauf, was der lange Weg noch „mit mir machen wird“.

Sein Weg kann auf Instagram (@bodo_spendenlauf) verfolgt werden. Unterstützung für das Projekt ist mit einer Spende über www.gofundme.com möglich.