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Starzach Woodstöckle bringt "heißen Schweiß"

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Mandala Movie mit Didi Holzner, Jürgen Kost, Michael Stoll und Heiner Reiff Fotos: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

Da war keiner "immer der Arsch!" Sondern König. Das "Woodstöckle" Open Air vom Kunstort Eleven in Börstingen wurde zu einem faszinierenden Wiedersehen mit den "Schwoißfuaß"-Legenden Didi Holzner und Michael Stoll.

Starzach-Börstingen. Schwoißfuaß – das war die schwäbische Kultband Anfang der 80er Jahre. Ihr größter Hit war 1981 "Oinr isch emmer dr Arsch". Umso spannender ist natürlich, was der Rest der Schweißfüße nach dem Ausstieg von Alex Köberlein 2017 heute auf die Bühne bringen.

Dieses Vergnügen bot sich am vergangenen Sonntag den Gästen des ersten "Woodstöckle" im Kunstort Eleven. Die Macher Monika Golla und Frank Fierke haben Mandala Movie engagiert. Mit den Ex-"Schweißfüßen" Michael Stoll und Didi Holzner. Golla erzählt: "Als die ihren Hit "Oinr ist emmer dr Arsch" hatten, war ich in der Schule. In Frankfurt. Da habe ich das natürlich nicht mitbekommen!"

2012 – frisch angekommen im Künstlerhaus Horb – entwickelte Monika Golla ihr Rotes Sofa. Die Klangkünstlerin: "Um Künstler zu finden, bin ich zum Treff nach Pfullingen gefahren. Dort habe ich Michael Stoll kennengelernt. Im Frühjahr 2013 habe ich dann die Einladung zu einem Konzert von Mandala Movie mit Stoll bekommen. Und fand die Musik cool und das, was er dort abgeliefert hat. Seitdem habe ich mit Michael jede Menge gemacht!"

Anfang des Jahres, bei der letzten gemeinsamen Performance, so erzählt Monika, hat sie Michael gefragt, ob sie mal Open Air machen wollen.

Und das war natürlich in den Auftrittsverboten am Anfang der Corona-Schutzmaßnahmen das Angebot für die Band, zum Woodstöckle zu kommen.

Gitarrist Heiner Reiff aus Wurmlingen: "Mit meinen ganzen Bands wie Hasa oder Mandala Movie haben wir natürlich gerade das Problem, Auftritte zu bekommen. Umso schöner ist es, in den Corona-Zeiten hier in Börstingen die Gelegenheit zu einem Gig zu bekommen!"

Und dann ist es endlich so weit. Gegen 16.30 Uhr kommt erst mal die Vorgruppe. Kein suboptimaler Act wie Peter Maffay vor den Rolling Stones 1982, sondern ein echter Knaller. Volker Illi, Klangkünstler aus Reutlingen. Perücke aus Super-8-Filmen, Schuhe aus Zollstöcken. Illi schmunzelt: "Das ist der einzige Maßschuh mit veränderbarem Maßstab!"

Rockt dann los mit seinen Instrumenten. Eine ein Meter große Holzscheibe bringt er zum Drehen, sie fällt auf die Erde. Sound! Dann macht er das Vogelbuch zum Gesangbuch – es mäht, der Specht klopft, die Kuh muht.

Geht es auch rockiger? Illi: "Ich habe hier eine Sofalehne aus den 50er Jahren mit dem Tonabnehmer." Klopft drauf, und schon zerrt's es aus dem "Marshall"-Amp.

Fehlt nur noch die Percussion. Dafür hat Illi einen Grill umgebaut: Der Kartoffelstampfer wird zum Hi-Hat, der Fischhalter zum Becken und der Grillrost zur Snare-Drum. Zum Schluss lässt es der Klang-Zauberer noch Gewittern: Mit einem geschätzt fünf Meter langem Stahlband donnert Illi bei herrlichstem Sonnenschein.

Kein Wunder, das Mandala-Movie Gitarrist Reiff mit dem Absager: "Wer kommt nach Hendrix? Volker Illi" für jede Menge Applaus der Fans sorgt.

Dann endlich ist Mandala Movie dran. Der erste Part: Ein Mix aus Kraut-Rock (wie Kraftwerk vor dem Synthesizer) und indischen Klängen. Lange Schleifen, sphärisch, entspannend. Golla: "Mandala Movie sind sehr gut. Man kann sich sehr entspannt zurücklegen und sich an den Klängen freuen!"

Nach der ersten Pause wird es dann jazziger. Ex- Schwoißfuaß Michael Stoll führt mit seinen pumpenden Bass-Grooves noch während der ruhigen Parts auf die darauf folgenden jazzig-fetzigen Solos hin. Um seinem "Schwoißfuaß"-Kollegen Didi Holzner den idealen Herzschlag für seine perfekten Keyboard-Solis zu servieren.

Gitarrist Heiner Reiff: "Unsere Musik besteht aus Improvisation. Für mich ist die Zusammenarbeit mit Mandala Movie eine ganz wertvolle Schule, über das Hören zum Spielen zu kommen."

Beim letzten Stück von Mandala Movie kommt dann auch Eleven-Macher Frank Fierke endlich zum Zuge. Er pumpt sein knallorangenes Luftobjekt auf, schubst es immer wieder Richtung Band. Volker Illi greift ein graues Brett mit Kieselsteinen drin, lässt es rasseln. Läuft durch die Zuschauer am Hang, dann zum viralen Luftobjekt, pikst rein. Mandala-Movie-Gitarrist Reiff: "Frank ist der Bandleader. Volker hat die Impfdosis Nummer eins. Weiche Virus, weiche!" Mit diesem Highlight endet das Woodstöckle.

Helmut Loschko vom Projekt Zukunft muss natürlich gleich zu Michael Stoll: "Super. Die Riesen-Flöte von Dir habe ich schon damals bei Schwoißfuaß bewundert. Was ich nie vergessen werde: Auf einem Konzert hat ein Fan damals zu Alex gesagt: Ich werde euch jetzt immer hinterherreisen. Alex hat gesagt: Lass das. Tu lieber was vor Ort. Das hat mich beeindruckt, das werde ich nie vergessen."

Und was hat es mit der legendären Riesen-Flöte auf sich?Michael Stoll: "Das ist eine Kontrabassflöte. Die sind ganz selten. Als ich die gefunden habe, musste ich sie unbedingt haben. Ich liebe die tiefen Töne!"

Und da hat Monika Golla nach dem Woodstöckle an diesem Sonntag was ganz besonderes für den Ex-Schwoißfuaß: Es ist riesig und ist voll bassig. Die Eleven-Macherin: "Jetzt am Sonntag machen wir die Abschlussperformance für unser Kunstprojekt am Wennfeldhaus in Tübingen. Dafür habe ich einen riesigen Kontrabass über zwei Etagen aufgebaut. Michael darf ihn auch mal spielen!"

Na, und bei dieser Freundschaft ist klar: Das war nicht das letzte "Woodstöckle" in Börstingen. Mandala-Movie Gitarrist Reiff: "Ein perfekter Ort, tolles Publikum. Wir kommen wieder. Im nächsten Jahr zur selben Zeit!"

Weitere Informationen: Bock auf den Riesen-Kontrabass? Monika Golla und Michael Stoll werden ihn am Sonntag, 27. September, um 16 Uhr in Tübingen zum Schwingen bringen. Am Wennfeldhaus, Eisenhutstraße 50, Tübingen

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