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Starzach Schwebende Häuser in schwäbischer Toskana

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Auf diesem Grundstück sollen in knapp zwei Jahren bis zu 15 kleine Holzhäuser stehen – so lautet der Wunsch von Besitzer Peter Würth.Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

In eine Art besonderes "Dorf im Dorf", inmitten der schwäbischen Toskana von Starzach, möchte der Architekt Peter Würth aus Tübingen ein Baugebiet, das direkt am Ortskern von Bierlingen liegt, verwandeln.

Starzach-Bierlingen. Vor drei Jahren hat er das rund 7800 Quadratmeter große Grundstück, das in der Marktstraße, wenige Schritte vom Friedhof und dem neu eröffneten Verbrauchermarkt entfernt liegt, gekauft und möchte es nun seinem ursprünglich angedachten Verwendungszweck, dem Wohnbau, zuführen.

"Seit Herbst dieses Jahres ist das neue Bebauungsplanverfahren durch", freut sich Peter Würth, der in diesem Zusammenhang aber auch von einem langwierigen Verfahren, das fast drei Jahre dauerte und, das viel Geduld und noch mehr Nerven kostete, sprach. Nicht, dass die Idee dort zu bauen, neu wäre. Nein. Das Grundstück ist bereits seit 25 Jahren als Baugrundstück ausgewiesen, und der alte Bebauungsplan war seinerzeit auf einen "Granden" des Dorfes zugeschnitten, der jedoch in all den Jahren keine Nachfrage gefunden hat, konnte man im Ortsarchiv nachlesen.

Fernblick bis zu Albtrauf und Schwarzwald

Für den aus Baiersbronn stammenden Architekten Würth bietet dieser Platz inmitten einer Streuobstwiese mit Blick auf den Kirchturm und Fernblick bis zum Albtrauf und rüber zum Schwarzwald den idealen Ort, um seine Vision von "schwebenden Häusern" in ökologischer Holzbauweise umzusetzen. Der verstorbene Altkanzler Helmut Schmidt sagte zwar einst "Wer eine Vision hat, der sollte am besten zum Arzt gehen", doch Peter Würth kann sich diesen Weg sparen.

Als gelernter Schreiner und erfahrener Architekt weiß er sehr wohl, was er tut. Der Begriff "schwebende Häuser" kommt daher, dass Würth plant, die Häuser auf freitragende Fundamente zu stellen um so die leichten Unebenheiten des Grundstücks auszugleichen. "Die Gebäude sollen über dem ›Acker‹ schweben und so den Übergang in die freie Landschaft mit Obstbäumen und standortgerechten Pflanzungen, bei geringstmöglichem Eingriff, sicherstellen", formuliert er seine Idealvorstellung. Leichte Holzhäuser über zwei Vollgeschosse, auf Wunsch mit Dachterrasse und "Sommerzimmer", sind das Baukonzept des Architekten. Dazwischen können sich je nach Vorstellung auch ruhige Satteldachgebäude gesellen.

Da durch diese Ständerbauweise keine Unterkellerung möglich ist, fällt den Garagen und Nebengebäuden eine maßgebliche Rolle bei der Ausweisung von Abstellflächen zu. Diese Nebengebäude sollen neben der Erfüllung des notwendigen Raumbedarfs auch die Freiflächen der Grundstücke sinnvoll gliedern, damit für jedes Grundstück nutzbare und geschützte Freibereiche entstehen können, so ein weiterer Hinweis des Architekten.

Die Holzhäuser werden nach strengen ökologischen und baubiologischen Kriterien geplant und bei den regionalen Holzbau- und Fertighausunternehmen angefragt. Der Bauherr möchte keine sehr großen Häuser, sondern eher kleine, schlanke Häuser mit 100 bis 150 Quadratmeter Wohnfläche auf 350 bis 500 Quadratmeter großen Grundstück entstehen lassen. Er selbst spricht von der Möglichkeit einer zeitgemäßen Bebauung mit kompakten Einfamilien- oder auch Doppelhäusern, für die er jetzt Bauinteressierte sucht. "Sieben Bauinteressenten brauche ich für den Anfang damit wir ein gemeinsames Konzept und Gestaltungskanon entwickeln können, der bei aller Individualität der Haustypen dieses neue Baugebiet nach außen als Ganzes erkennbar macht", betont der Grundstücksbesitzer, der für sich und seine neuen Nachbarn den Traum vom besonderen Wohnen umsetzen möchte.

Wenn die Bauwilligen oder zumindest die Interessierten gefunden sind und die Corona-Einschränkungen zurückgefahren werden, möchte Würth diese Gruppe zu einem Grundstücksspaziergang einladen.

Bebauungsplan gibt bewusst relativ große Freiheiten

"Der Bebauungsplan gibt bewusst relativ große Freiheiten, die in der Diskussion mit den zukünftigen Grundstückseigentümern auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden sollen", so die Grundüberlegung des Bauträgers, dem später auch ein funktionierendes Miteinander in der kleinen Siedlung, die aus bis zu 15 Häusern bestehen könnte, sehr wichtig ist. "In diesem gruppendynamischen Prozess darf jeder Bauherr seine eigenen Ideen einbringen, und gemeinsam werden wir versuchen, eine passende Lösung für alle Wünsche zu erarbeiten", betont der Investor, der diese Vorgehensweise bislang nur aus dem sogenannten "Geschossbau" von mehrstöckigen Häusern kannte. Dass gerade diese Projektphase die Schwierigste sein könnte, ist dem Mann mit der Vision vom ökologischen Wohnen in der schwäbischen Toskana sehr wohl klar. Aus diesem Grund denkt er auch heute schon laut über die Einbindung eines Moderators während dieser Findungsphase nach.

Über die Erschließung der Grundstücke, die Stichstraße, die in einem Wendehammer enden soll, und eine eventuellen Nahwärmeversorgung, in die man auch die Nachbarschaft mit integrieren könnte, gibt es ebenfalls erste Gedanken, wie Würth in einem persönlichen Gespräch betont. "Die Planungen laufen auf vollen Touren, und wenn alles nach Plan verläuft, soll Mitte 2021 die Erschließung hergestellt werden, sodass voraussichtlich Ende 2021 die Hochbaumaßnahmen begonnen werden könnten", hofft der Investor.

Starzachs Bürgermeister Thomas Noé sieht die Planung von Würth als eine insgesamt sehr gute Sache an, wie er in einem Telefonat bestätigte. Auch er erinnert daran, dass dieses Gelände schon lange vor seiner Amtszeit als Baugebiet ausgewiesen wurde, und freut sich, dass nun tatsächlich eine Bebauung stattfinden soll. Er findet es zudem mutig von Peter Würth, auf eigene Rechnung eine solch große Investition in Bierlingen umzusetzen und ein Projekt anzugehen, das aus kommunalpolitischer Sicht mit dazu beiträgt, die Einwohnerzahl von Starzach zu stabilisieren.

Weitere Informationen: Kontakt zum Investor und mehr Informationen sind unter https://www.architekt-peter-wuerth.de möglich.

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