Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Starzach Mieterhöhung für den Kunstort

Von
Passend zur Erhöhung der Miete in der alten Schule in Börstingen: Die Gemeinderäte Annerose Hartmann und Patrick Ast (beide BVS) halten eine gelbe Tasche – das Kunstwerk "Das letzte Hemd" von Frank Fierke – als Abschiedsgeschenk in der Hand. Foto: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

S tarzach. Mehrzweckhalle Wachendorf, 0.35 Uhr am Mittwoch früh. Der Datenschutzskandal um Frank Fierke ist der Wachmacher zu dieser späten Stunde. Im Sitzungssystem von Starzach waren Name und Mietdetails des Künstlers für die Alte Schule in Börstingen veröffentlicht (wir berichteten).

Bürgermeister Thomas Noé: "Es ging hin und her, wer Schuld hat. Derzeitiger Stand ist, dass all das auf der Homepage der ZS am 28. März veröffentlicht war."

Gemeinderat Manuel Faiß (BVS): "Dass die ZS das veröffentlicht hat, ist ein Riesen-Image-Schaden für Starzach! Wenn Michael Rilling behauptet, der Name sei geschwärzt, ist das eine Frechheit! Er ist Polizist, er muss wissen, was er tut. Wer das PDF herunterlädt, kann den schwarzen Balken über dem Namen wegschieben. Eine Frechheit, was dem Menschen angetan wird. Das ist unter aller Kanone!" Noé pflichtete bei: "Ich bin derselben Meinung wie Sie: Das Dokument ist geschönt. Ich könnte das hier vorführen!" ZS-Fraktionschef Manfred Dunst: "Das ist eine Zumutung, was sich der neue Gemeinderat hier erlaubt. Er soll sich benehmen, sonst gibt es ein Ordnungsgeld!"

Annerose Hartmann (BVS) hakt bei Bürgermeister Noé nach: "Was sagen Sie zur Datenschutzverletzung, dass der Name bis heute zu lesen ist?"

Noé: "Wir haben uns lange Gedank en gemacht, ob das ein Datenschutzverstoß ist. Das Landratsamt hat in anderen Fällen gesagt, solche Details sind schutzwürdig. Es ist alles im Fluss. Ob ich es gut finde, dass man den Namen nennt? Da muss ich sagen: Nein!"

Fakt ist: Laut Bürgermeister Noé hatte die ZS den Antrag für die Mieterhöhung mit dem Namen Frank Fierke und Mietdetails auf ihrer Homepage veröffentlicht. Daraufhin hatte auch das Rathaus diese Vorlage im Sitzungssystem veröffentlicht. Frank Fierke und Monika Golla hatten die Alte Schule seit fünf Jahren zu einer internationalen Residenz für Künstler entwickelt. Als die Mieter die Veröffentlichung mitbekommen hatten, beschwerten sie sich bei der Kommunalaufsicht – dem Landkreis Tübingen. Einen Tag später war der Name in den Anträgen geschwärzt (wir berichteten).

Doch worum geht inhaltlich in dem ZS-Antrag? Starzachs Ex-Bürgermeister Manfred Dunst geht auf den ZS-Antrag ein: "Es ist doch klar, dass die 50 Euro Monatsmiete für die Alte Schule in Börstingen im Raum stehen. Ein Verein zahlt 300 bis 400 Euro für eine Veranstaltung. Das ist ein Missverhältnis."

ZS-Gemeinderat Hans-Peter Ruckgaber: "Ich sehe wohl: W as die da machen, ist Kunst und Kultur. Doch irgendwo muss für die Größe des Gebäudes ein adäquater Mietpreis herumkommen. Das muss im Verhältnis zu dem, was die anderen Vereine zahlen, passen."

Bürgermeister Noé will wissen, ob die ZS eine Erhöhung der Quadratpreis-Miete denkt, welche die ZS-Fraktion mit sechs Cent monatlich kalt ausgerechnet hatte. Noé: "Wir sind der Meinung, das ist ein besonderes Objekt, das nicht mit einem normalen Wohnhaus zu vergleichen ist."

Tiana Weiss (ULS) schlägt vor, die von den Künstlern bewohnte Fläche mit einer höheren Miete zu belegen, als die für die Räume, die als Ateliers genutzt werden. Bürgermeister Noé: "Wenn Sie das wollen, werden die Künstler sagen: Wir werden das Mietverhältnis beenden. Wir haben heute herausbekommen, dass der Gemeinderat will, das von den 50 Euro Monatsmiete die nächste Mietanpassung gemacht wird." Er weist darauf hin, dass es hier gesetzliche Grenzen für die mögliche Erhöhung gibt. Noé spricht von 20 Prozent. ZS-Fraktionschef Dunst: "Wenn der neue Mietvertrag ansteht, würde ich mich für eine erhöhte Miete aussprechen. 50 Euro für Wohnräume und Atelier sind zu niedrig."

BVS-Gemeinderat Faiß: "Es muss jedem klar sein, wenn wir die Miete erhöhen, dann verlassen die Künstler die Schule. Sie wird dann leer stehen."

Mehrheitlich stimmt der Gemeinderat dem Antrag zur Mieterhöhung zu. Auch dazu, dass die Künstler jetzt Einnahmen aus der Untervermietung der Gemeinde abführen müssen. Bürgermeister Noé hatte betont, dass bei einer möglichen Abführung der Untervermieteinnahmen natürlich die höheren Nebenkosten durch den Verbrauch der vielen, temporären Mieter berücksichtigt werden müssen. Deshalb solle man sich dort nicht so viel von versprechen.

Noé versprach, zeitnah mit dem Mieter in Kontakt zu treten. Er habe aber Bedenken, ob das von ihm mitgetragen wird.

Artikel bewerten
0
loading

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.