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Starzach Manche kennen sie seit 40 Jahren

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Gudrun und Klaus Kluy betreiben gemeinsam den Landgasthof Rössle in Bierlingen. Foto: Straub Foto: Schwarzwälder Bote

Das Ehepaar Kluy aus Nagold betreibt erfolgreich den Landgasthof Rössle in Bierlingen – vorwiegend mit Kundschaft aus Rottenburg.

Starzach-Bierlingen (stb). Die Stühle und die Tische sind aus Holz, genauso wie die Wände und die Theke holzvertäfelt sind. Zu essen gibt es klassisch deutsche Gerichte. Der Landgasthof Rössle in Bierlingen ist eine Wirtschaft, wie man sie von früher kennt. Einzig: Rauchen ist verboten.

"Für uns ist das Rössle unser Wohnzimmer", sagen Gudrun (72)  und Klaus Kluy (75). Die beiden sind seit 1968 verheiratet und arbeiten genauso lange in der Gastronomie. Sie ist für die Küche zuständig, er für die Bar und das Lokal. Seit dem 1. September 2014 betreiben die Wirtsleute aus Nagold mit erstaunlichem Erfolg die Gaststätte in Starzach.

In Rottenburg und Umgebung sind sie gut bekannt, schließlich haben sie insgesamt 40 Jahre lang die Pilsstube und das Zillertal, kurzzeitig auch den "Schwarzen Adler", betrieben. "Die meisten Gäste bringen wir mit", erklärt Gudrun Kluy. Es sind alte Bekannte, die ihre Küche und die angenehme Atmosphäre schätzen. Aus Bierlingen kommen laut Klaus Kluy höchstens zehn Prozent der Kunden. "Davon könnten wir das Rössle nicht wirtschaftlich betreiben", erklärt er und fügt scherzend hinzu: "Wir sind das erste Haus am Platz. Alleine, weil es kein zweites gibt."

Sie gönnen sich zwei freie Tage in der Woche

Doch wie sind sie überhaupt in ihrem Alter dazu gekommen? "Wir waren schon anderthalb Jahre in Rente. Das Geld brauchen wir nicht. Aber es war uns viel zu langweilig", erzählt Gudrun Kluy. "Die Leute haben uns gefehlt." Da kam die Anfrage von Rössle-Eigentümer Herbert Noll gerade zur rechten Zeit. "Wir haben keine Hobbys und auch kaum Freunde", sagte Klaus Kluy. Dafür sei in den vielen Jahren als Gastwirte keine Zeit geblieben. Samstag und Sonntag sei nie frei gewesen. Was also den ganzen Tag tun? "Ein geregelter Tagesablauf ist wichtig, da gehört auch Arbeit mit dazu", so Kluy. "Und wir sind noch fit."

Ein wenig reduziert haben die Eheleute aber doch, gönnen sich zwei freie Tage (Montag und Dienstag) in der Woche und fahren ab und an in den Urlaub. Von Mittwoch bis Samstag ist ab 16 Uhr geöffnet, sonntags von 11 Uhr bis in den Abend. Die Küche zu erträglichen Preisen setzt auf gut-bürgerliche und regionale Speisen wie Maultaschen, Rostbraten und Wurstsalat. "Unsere Spezialität sind auf dem heißen Stein zubereitete Fleischgerichte", sagt Gudrun Kluy. Den habe sie aus der Pilsstube mitgebracht. Eine Aushilfskraft unterstützt in der Küche, eine im Service.

Am meisten ist sonntags los. Dann sind die fast 100 Sitzplätze inklusive der Terrasse oft gut belegt und eine der beiden Töchter hilft regelmäßig mit. In der jetzigen Größe und mit den Massivholzmöbeln besteht das Rössle seit 1990. Verändert haben die Kluys an der Ausstattung fast nichts. Auch Geburtstage, Taufen und Hochzeiten werden dort gefeiert.

Vor den Kluys gab es vier verschiedene Pächter, die unterschiedliche Konzepte hatten. Unter anderem versuchte es ein Thailänder. Keiner hielt länger als ein Vierteljahr durch. Zwischenzeitlich stand die Gaststätte fünf Jahre leer und wurde von Vereinen mit genutzt. "Starzachs Bürgermeister Thomas Noé hat uns zur Eröffnung einen Flasche Wein geschenkt, weil die Blumensträuße für unsere Vorgänger zu schnell verwelkt sind", berichtet Klaus Kluy.

Es laufe vor allem gut, weil die Stammgäste aus Rottenburg kämen. Manche kennen die Wirtsleute seit 40 Jahren. In Bierlingen brauche man nicht auf Laufkundschaft hoffen. Einmal, erzählt Kluy, wollten Fahrradtouristen eigentlich in den Kaiser nach Bieringen – sie hatten die beiden Orte verwechselt. "Bis die bei uns oben sind, sind sie halb tot", so Kluy. Von der Rente wollen die Gastronomen nichts wissen. "Das hat doch schon einmal nicht geklappt", sagt Gudrun Kluy. Solange sie fit seien, wollen sie weiter machen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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