Der Bedarf an Kindergartenplätzen in der Gemeinde Starzach ist groß.Symbol-Foto: © 1001Color – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Rat: Einrichtungen in Börstingen und Wachendorf als Übergangslösung / Zu wenig Interesse für Waldkindergarten

Mit zwei Kleingruppen in Börstingen und Wachendorf sollen weitere Kindergartenplätze geschaffen werden. Das hat der Gemeinderat am Montag beschlossen. Ein Waldkindergarten wird "vorerst" nicht eingerichtet.

Starzach. Hauptamtsleiterin Christiane Krieger machte deutlich, dass es sich bei den Kleingruppen nur um eine Übergangslösung für ein Jahr handeln kann. Handlungsbedarf ist jedoch akut gegeben: Die Kinderzahlen steigen. In den Kindergärten der Gemeinde sind derzeit alle Plätze belegt oder fest zugesagt.

Die Situation ist dadurch noch verschärft worden, dass eine Tagesmutter in Felldorf ihre Tätigkeit beenden will, sodass fünf Betreuungsplätze für Kleinkinder wegfallen und ersetzt werden müssen. Seit Ende der Weihnachtsferien nimmt die Zahl der Anmeldungen durch Zuzüge zu. Allein in Wachendorf stehen ab Mai neun Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz (ab August elf) auf der Warteliste.

Die Verwaltung schlug vor, jeweils in Börstingen und Wachendorf eine Kleingruppe (halbe Gruppenstärke) mit verlängerter Öffnungszeit für Kinder ab zwei Jahren einzurichten. Das bedeutet in beiden Kindergärten jedoch räumliche Einschränkungen bei der Betreuung. In Börstingen soll der zweite Gruppenraum, bisher der Funktionsbereich, als Kleingruppe ausgewiesen werden. Das pädagogische Konzept müsste hier abgeändert werden. In Wachendorf wird ein Schlafraum zum Gruppenraum umgenutzt. Dies sieht die Verwaltung jedoch nur als eine vorübergehende Lösung, bis ein Krippenanbau realisiert ist.

Die Alternative wäre, so die Hauptamtsleiterin, andere Räume der Gemeinde zu belegen. Erforderlich wären dann zwei anwesende Fachkräfte. Neben dem höheren Personalaufwand hätte die Gemeinde zusätzliche Kosten für die Einrichtung der Kleingruppen und das Spielmaterial.

Alternative hätte mehr Personal erfordert

Doch auch für die beiden Kleingruppen in den bestehenden Einrichtungen müssen zusätzliche Betreuungskräfte angestellt werden. Benötigt werden jeweils 1,3 Stellen, für die 140 000 Euro pro Jahr anfallen. Hinzu kommen die Kosten für Spielmaterial in Höhe von insgesamt 8000 Euro.

Kämmerer Tobias Wannenmacher bestätigte auf Nachfrage von Gemeinderat Harald Buczilowski (ULS), dass die Personalkosten bereits im neuen Haushaltsplan einkalkuliert sind. Eine weitere Diskussion gab es zu diesem Thema nicht: Der Gemeinderat hat die Einrichtung von zwei Kleingruppen einstimmig beschlossen. Die Verwaltung beantragt nun die Betriebserlaubnis.

Bei der Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Kindergartenplätze würde ein Waldkindergarten die Situation zwar auch entspannen. Trotz höherer Investitionen hätte ein Anbau, wie die Verwaltung darlegte, jedoch unter anderem den Vorteil, dass mehr Kinder – 25 statt nur 20 im Waldkindergarten – betreut werden könnten. Zudem müsste damit gerechnet werden, dass nicht genügend Kinder für eine volle Gruppe im Waldkindergarten angemeldet werden. An einem solchen Vorhaben dann festzuhalten, wäre, so Hauptamtsleiterin Christiane Krieger, "fragwürdig".

Sie hatte zuvor dem Gremium die Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, an der sich 42 von 87 angeschriebenen Familien beteiligt hatten. Den Rückmeldungen zufolge stehen 26 Familien (62 Prozent) einem Waldkindergarten positiv gegenüber. 13 von ihnen machen jedoch ihre Zustimmung davon abhängig, dass ihre Kinder nicht in einen anderen Ortsteil pendeln müssen.

Gemeinderat ortientiert sich an Umfrage

Fazit: In keinem Ortsteil sei ausreichendes Interesse da. Als Standort bietet sich aus Sicht der Verwaltung ohnehin nur Börstingen an. Dort stünden bereits beheizte Räume und sanitäre Anlagen zur Verfügung. Gleichwohl hatte sich die Verwaltung nach anderen Plätzen umgeschaut, etwa beim Obst- und Gartenbauverein. Dieser habe sich dies aber nicht vorstellen können, berichtete Bürgermeister Thomas Noé. Bei einer Enthaltung von Michael Rilling (ZS) stimmte der Gemeinderat dem Verwaltungsvorschlag zu, einen Waldkindergarten auf der Grundlage der Umfrage zunächst nicht weiter zu verfolgen.

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