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Starzach Eine Kultursprache von hohem Rang

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Den Senioren hat der Mundartnachmittag gefallen. Es war ein kurzweiliger Nachmittag und der spontane Applaus für Peter Nagel, der spannend, pointiert und fesselnd vortrug, galt als Anerkennung und Dank. Foto: Bieger Foto: Schwarzwälder Bote

Die Gedichte von Sebastian Blau, alias Josef Eberle, am 8. September 1901 in Rottenburg, geboren und am 20. September 1986 in seiner Graubündner Wahlheimat gestorben, klingen echt und unverfälscht in der "Raotaburger" Mundart, die etwas herb und derb, aber frisch und ungeschminkt klingt. In Felldorf gab es eine Kostprobe.

Star zach-Felldorf. Die Senior en der Starzacher Seelsorgeeinheit St. Josef erhielten beim Seniorenmittag im Bürgerhaus eine Kostprobe der 275 schwäbischen Gedichte, vorgetragen von dem exzellenten Fan und Kenner des vielseitigen, dichtenden Schwaben, Peter Nagel. Schwäbisch ist eine Kultursprache von hohem Rang. Sie bietet eine deftige, pointierte Ausdrucksweise, die der Schriftsprache verwehrt bleibt. Sebastian Blau spricht von "feine Nasetö’". Um den Stellenwert der schwäbischen Dialektformen in der Gesellschaft zu manifestieren, schreiben "schwäbische Inschdiuziona" in Erinnerung an den wohl größten schwäbischen Dialektdichter und Maler des schwäbischen Wortlauts, erhielt er viele Auszeichnungen. Dass er, am Neckarufer aufgewachsen, diesem Fluss ein Gedicht widmete, ist selbstverständlich: "Ta’z ond Musek ghaöt zur Kirbe, ond dr Hoachzichstrauß zur Braut, ond zur Fasnet ghaöret mürbe Küachle, wia dr Speck ens Kraut. Ond zur Täufete ghaöts Kendle, ond zum Gaigel ghaöt dr Trompf, ond dr Necker ghaöt ens Ländle als sei‘ Heazstuck ond Triompf".

Die "Stuegeter", Eberle war Herausgeber der Stuttgarter Zeitung und oft im Klinsch mit ihnen, glossierte er selbstverständlich auch: "Schöne Kloader, seidne Strömpf, Räuch em Kopf ond noble Krämpf, brennte Hoor ond glatte Gsiichtlen, ond en Lebtag ond e Gschwanz, daß ma’ se vor deane Früüchtlen vorkonnt wia e’ Landpomranz. Ond en Allmachtskrattel hend se, ond es Maul vol nemme’ tend se: Henter Stueget – host en Zweifel? – konnt zeest nonz ond noh Pfuiteufel! Konnst dr schiergär vor deam Chor wia dr hell Gärneamed vor.  Älls was reacht ist, aber s geit henter Stueget ao noh Leut! Sel send ao et lauter Schlurger. Freilich, i gstand offe’-n-ei’: wär-e et e’ Raoteburger, möcht-e schier vo’ Stueget sei’."

Seine Gedichte, erschienen in sieben längst vergriffenen Bänden, gehören als Klassiker dem schwäbischen Volksmund an.

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