Die Erdarbeiten für den Windpark auf Herrenzimmerner Gemarkung haben vergangene Woche begonnen. Foto: Cools

Jetzt geht es los: Die Erdarbeiten für den Windpark Herrenzimmern haben begonnen. Über die nächsten Schritte und den Zeitplan informiert uns Projektleiter Sven Gerstlauer.

Im Sommer 2027 werden sich drei Windräder südwestlich von Herrenzimmern drehen. Nachdem das Landratsamt im September grünes Licht für die Änderungsgenehmigung gegeben hat – Anlass war ein veränderter Anlagentyp – gibt es nun die ersten sichtbaren Veränderungen. Wie es nun weitergeht, verrät uns Sven Gerstlauer vom Projektentwickler und späteren Betreiber Alterric.

 

Geplant sind drei Windräder – davon eines im Wald – zwischen Herrenzimmern und Dunningen mit einer Gesamtleistung von 20,4 Megawatt, einer Nabenhöhe von 164 Metern und einer Gesamthöhe von 245,5 Metern.

Erdarbeiten bis Ende erstes Quartal 2026

Vergangene Woche haben nun die Erdarbeiten begonnen. Damit einher gehen unter anderem Vermessungs- und Rodungsarbeiten, außerdem die Herstellung der Zufahrtswege und der Kranstellflächen (etwa 70 mal 60 Meter pro Windrad).

Die Standorte der drei Windräder /Grafik: Ganter

„Die Erdarbeiten werden voraussichtlich bis Ende des ersten Quartals 2026 stattfinden“, berichtet Sven Gerstlauer uns auf Nachfrage. Im nächsten Jahr werde zudem simultan zu den Erdarbeiten mit der Herstellung der Zuwegung begonnen und eine Schotterschicht aufgetragen, um die Tragfähigkeit der Baustellenflächen und Zuwegung für die Schwerlasttransporter und den Kran zu gewährleisten.

3000 bis 4000 Kubikmeter zusätzlich nötig

„Der Mutterboden wird bei allen Flächen in erster Instanz abgezogen und während der Bauphase zwischengelagert.“ Das abgetragene Erdreich werde an den jeweiligen Windenergieanlagenstandorten bestmöglich zwischen den Standorten aufgeteilt, um eine nahezu ausgeglichene Massenbilanz zu erreichen, sagt Gerstlauer zu.

„Aktuelle Prognosen ergeben, dass wir noch Erdreich/Schotter – circa 3000 bis 4000 Kubikmeter auf Basis aktueller Hochrechnungen unserer Bauabteilung – anfahren müssen.“ Im Zusammenhang mit der Anlieferung von Schotter per 40-Tonner-Lastwagen hatte „Alterric“ bereits im Vorfeld angekündigt, es werde dabei zum höchsten Verkehrsaufkommen während der Bauphase kommen.

Der Windpark entsteht südwestlich von Herrenzimmern. Foto: Cools

Witterung beeinflusst Erdarbeiten

Wie gut es vorangeht, wird aber auch durch äußere Faktoren bestimmt. So seien die Erdarbeiten beeinflusst von der Witterung. „Hat es beispielsweise stark geregnet, wird mittels bodenkundlicher Baubegleitung geprüft, ob wir mit den Erdarbeiten weitermachen können oder nicht. Auch Schnee und Frost haben Einfluss auf diesen Bauabschnitt, gerade wenn der Boden gefroren ist“, erklärt der Projektleiter.

Die bereits vorhandenen Wege, die im Zuge der Maßnahme auf vier bis fünf Meter Breite ausgebaut werden, will die Firma nach der Bauphase noch einmal verbessern und dann in diesem Zustand belassen. Ausgebaute Überschwenkbereiche, Kurvenradien und alle temporären Bauflächen sollen nach der Inbetriebnahme zurückgebaut werden, teilt Gerstlauer mit.

So geht’s nach den Erdarbeiten weiter

Sollte der Zeitplan eingehalten werden können, ginge es im Mai 2026 unter anderem mit den Fundamenten weiter, also mit der Aushebung der Baugrube mit etwa 22 bis 25 Metern Durchmesser und bis zu drei Metern Tiefe. Pro Fundament werden dabei bis zu 700 Kubikmeter Beton eingebaut.

Die Türme sollen von August bis November gebaut werden, ehe es dann ab Dezember 2026 an die Installation der Naben und der etwa 81,5 Meter langen und rund 25 Tonnen schweren Rotorblätter geht. Im Sommer 2027 sollen die Windräder dann in Betrieb genommen werden.