Startschuss in Villingen-Schwenningen: Mit Jubel und Hupsignal ist die Tour Ginkgo gestartet. Mit der Tour sollen Spenden im ganzen Kreis gesammelt werden. Dieses Jahr gibt es eine Organisationsbesonderheit, auf die Acht gegeben werden muss.
Die Sonne kämpft sich zwischen schweren Wolken hervor und grellgelb heben sich die Trikots der Radfahrer vom Hintergrund ab. Es geht los.
Mit Hupsignal wird der Fahrradverbund ins Rollen gebracht – mit 30 Begleitpersonen auf Motorrädern, in Begleitfahrzeugen oder auf Fahrrädern. Vom schwankenden Wetter lassen sich die Sportler nicht abschrecken.
„Bei Wind und Wetter, wir bleiben dran, es ist ganz egal. Wir wollen Spenden sammeln und auch in schweren Zeiten zeigen, dass Solidarität wichtig bleibt“, sagte Christiane Eichenhofer voller Stolz beim Start der Tour Ginkgo am Haus der Wirtschaft in Villingen-Schwenningen.
Aus dem Leid zur Aktion
Christiane Eichenhofer hat die „Christiane-Eichenhofer-Stiftung“ ins Leben gerufen, die jedes Jahr die Tour Ginkgo veranstaltet, um Spenden für krebskranke Menschen zu sammeln. Sie selbst war mit fünf Jahren an Leukämie erkrankt und musste sich zurück ins Leben kämpfen. Mit ihrer Stiftung hat sie schon viel Gutes getan, in diesem Jahr soll die Katharinenhöhe bei Furtwangen unterstützt werden. Dort soll die lebenswichtige Physiotherapie neu gestaltet werden.
Start „Haus der Wirtschaft“
Die Fahrradfahrer fahren drei Tage durch den Schwarzwald-Baar-Kreis, gestartet haben sie am Donnerstag am Haus der Wirtschaft und fuhren über Deißlingen, Tuningen und Hüfingen. In jedem Ort gibt es während der Tour eine Station, an der Zuschauer stehen können. Für Verpflegung der Radfahrer aber auch der Zuschauer ist gesorgt. Die Spenden-Checks werden jeweils eingesammelt und die kleinen Ginkgo-Bäumchen der Stiftung können gekauft werden.
Reden wurden emotional
Es wurden viele Ansprachen gehalten, unter anderem vom Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Steffen Würth: „Ich habe selber eine persönliche Beziehung zur Katharinenhöhe und auch der Krebsvorsorge Freiburg und bin mehr als glücklich, dass den jungen Patienten geholfen werden kann. Es ist gigantisch, dass die Tour wieder gestartet wird und ich hoffe auf unfallfreie Tage“, sagte Würth ergriffen. Die IHK hatte unter anderem die Startlocation zur Verfügung gestellt.
Stephan Maier, Leiter der Katharinenhöhe, fügte mit emotionalen Worten hinzu: „Ich weiß, wie viel Herzblut und Kraft sie alle in diesen Lauf stecken, wir könnten ihnen nicht dankbarer sein. Die Kinder müssen durch das Schlimmste gehen und brauchen jeden Moment in der Reha, um wieder auf die Beine zu kommen. Unsere Physiotherapie ist in erbärmlichen Verhältnissen, ein neues Gebäude ist dringend nötig.“
Gute Spendennachricht
Erste gute Nachrichten kamen wenige Momente später. Stephan Maier hielt einen Scheck hoch, mit schon vor der Tour gesammelten Spenden. 4540 Euro sind bereits zusammengekommen. Der Leiter war sichtlich berührt.
Zu Christiane Eichenhofer, die die Begrüßung mit Freuden moderiert hatte, gesellte sich Patrick Greuter, Vertreter der BW-Bank, dazu. Mit einem Strahlen überreichte er Christiane Eichenhofer und Stephan Maier einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro. „Jeder, der Kinder hat, versteht, wieso das nur eine Herzensangelegenheit sein kann“, sagte Greuter.
Die Fahrradfahrer fingen angesichts den bereits gesammelten Spenden an zu jubeln. Vor dem Haus der Wirtschaft standen mehrere Sponsorengeschenke, unter anderem hat die Transportfirma „LILA“ einen Container zur Verriegelung und zum Transport der Fahrräder bereitgestellt.
Segen zur sicheren Fahrt
Jürgen Dietz, ein Geistlicher, der sich ebenfalls für die Spendentour in den Sattel schwang, zog unter seinen Radlershorts eine kleine Notiz hervor. Er verkündete einen kirchlichen Segen für die Fahrradtour und die Kinder der Katharinenhöhe und sprach ein Gebet.
Zu den Radfahrern gehörte auch José Arellano, Vize-Weltmeister im Kunstradfahren, der seit 2002 bei der Tour Ginkgo dabei und auch in diesem Jahr motiviert ist: „Die Idee ist supertoll, die gute Sache steht natürlich im Vordergrund. Ich war schon immer dabei und freue mich jedes Jahr wieder.“
Happy Birthday
Den Tross führt in diesem Jahr Markus Hess an, der schon bei vielen Rennen für verschiedene Teams Siege eingeholt hat. Der Radexperte hatte in diesem Jahr am Starttag der Tour Ginkgo Geburtstag – und wurde mit „Happy-Birthday“-Banner und einem Ständchen aus über 100 Kehlen gefeiert. Hess war gerührt und bedankte sich herzlich. Der Fahrradfeldkapitän wies noch einmal auf Sicherheitsregeln hin, und erklärte den Ablauf einer Bremsung mit dem Fahrradtrupp. In diesem Jahr begleitete zum ersten Mal keine Polizei die Tour, Christiane Eichenhofer gab an: „Uns wurde gesagt, es gäbe keine Kapazitäten. Dann müssen wir halt im Verbund fahren und hoffen, dass alles gut geht. “
Erst Sicherheit, dann Spaß
Nach den Instruktionen machten sich die Fahrradfahrer an den Start. Mit mehreren Begleitfahrzeugen erklang eine Hupe und der Tross fuhr unter Jubel los. Christiane Eichenhofer begleitet die Tour Ginkgo selbst auf dem Fahrrad, und sogar Prominente unterstützen das Geschehen. Unter anderem die ehemalige Weltklasse Biathletin Simone Hauswald, Stuttgart Tatort Kommissar Richy Müller, ehemaliger „Wetten Dass...“ -Wettkönig Rüdiger Gamm und Viele mehr fahren mit.
Lachende wie angestrengte Gesichter der „gelben Lawine“ werden in den kommenden Tagen im ganzen Schwarzwald-Baar-Kreis erwartet.