Nach Jahren der Ruhe soll das katholische Bildungswerk in Steinach und Umgebung wiederbelebt werden. Den Auftakt bildet der Vortrag „Was Franziskus uns sagen kann“.
Steinachs Altbürgermeister Nicolai Bischler informierte im Pressegespräch über einen Vortrag zu Franz von Assisi, den Pater Christoph Robak aus dem Kloster Zell am Montag, 11. Mai, im Gemeindehaus St. Sebastian in Haslach halten wird. Es ist der Auftakt für eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die über das katholische Bildungswerk veranstaltet werden.
In Steinach sei das Katholische Bildungswerk bis 2016 sehr aktiv gewesen, berichtete Bischler. Der damaliger Leiter Konrad Dold habe – auch in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk in Biberach – stets ein umfassendes Angebot an Veranstaltungen zusammengestellt. Nachdem er sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste, schliefen die Aktivitäten weitgehend ein. Pro Forma übernahm Gerlinde Brucker vom Gemeindeteam den Vorsitz, um Angebote wie die Krabbelgruppen und die Frauen-Turngruppe fortsetzen zu können.
Nun soll es einen Neustart geben. Eine kleine Gruppe, in der sich neben Bischler auch Klemens Jenter und Ingeborg Zechmeister aus Steinach engagieren, will das Bildungswerk wieder mit Leben füllen. Unter anderem sind für dieses Jahr weitere Vorträge im Juni und Oktober geplant, eine Lesung in der Katholischen Bücherei ist vorgesehen, ebenso ein Kabarettabend im kommenden Jahr.
Veranstaltungen über die Gemeindegrenze hinaus
Dabei seien die Veranstaltungen nicht nur auf Steinach beschränkt, denkbar seien auch Mühlenbach oder Haslach, wie eben jetzt beim Franziskus-Vortrag, für den das Bildungswerk Haslach offiziell als Veranstalter angegeben ist. Wichtig sei nicht, unter welcher Organisation die Aktivitäten laufen, sondern dass überhaupt etwas gemacht wird.
„Im Zug der neuen Kirchengemeinde Kinzigtal kam die Idee auf, niederschwellige Angebote zu machen“, sagte Bischler – bewusst über die Gemeindegrenzen hinweg, womit er den Bogen zu Franz von Assisi schlägt, der als Brückenbauer und Friedensstifter gilt. Dass ausgerechnet er im Zentrum des ersten Vortrags steht, habe zwei Gründe: Zum einen jährt sich in diesem Jahr der Todestag des Heiligen Franziskus zum 800. Mal, zum anderen plane die Kirchengemeinde Kinzigtal vom 15. Mai bis 1. Juni eine Wallfahrt nach Assisi (Italien).
Vortrag handelt von Franz von Assisi und dessen Leben
„Wir feiern weniger den Tod, sondern eher das Leben und Wirken von Franziskus“, schilderte Pater Christoph, der 1980 in Elblag (Polen) geboren wurde und heute in Zell als Wallfahrtsrektor an der ehemaligen Kapuzinerkirche Maria zu den Ketten wirkt. Er gab schon einmal einen kurzen Vorgeschmack darauf, was die Besucher des Vortrags erwartet.
So skizzierte er kurz dessen Leben als Sohn eines reichen Tuchhändlers, der Ritter werden wollte, aber nach einer verlorenen Schlacht in Kriegsgefangenschaft geriet und seine Sicht auf die Welt grundlegend änderte. Statt die Kreuzzüge zu unterstützen, habe er den Dialog gesucht. „Die drei wesentlichen Schlagworte sind für mich: Einfachheit, Klarheit, Demut“, ergänzte Bischler.
„Franziskus ist ein Heiliger zum Anfassen“, betonte Bruder Christoph. So habe er auch mit Depressionen gekämpft, in seiner Art zu leben dann aber die Freiheit gefunden. In vielerlei Hinsicht sei er auch heute noch aktuell – auch darüber soll es in dem Vortrag gehen.
Der Vortrag
Pater Christoph Robak hält am Montag, 11. Mai, ab 19.30 Uhr den Vortrag „Was Franziskus uns sagen kann“ im Gemeindehaus St. Sebastian in Haslach. Der Eintritt ist frei.