Das Konzert mit dem Thomas-Quasthoff-Quartett ist auf den 18. Mai 2022 verschoben. Foto: Jazzfest

2021 wird es ein Jazzfest geben. Das verkünden Simon Busch, Vorsitzender des Jazzfestvereins, und Festivalorganisator Claus Gams am Dienstag hochmotiviert und voller Vorfreude beim Pressegespräch. Erstmals findet das Festival aber im Herbst statt.

Rottweil - Sie sind ein weiteres Hoffnungszeichen am Rottweiler Kulturhimmel: die Planungen für das Rottweiler Jazzfest. Freilich dürfte die 33. Auflage nicht ganz den Partycharakter haben, den die Fans aus den vergangenen Jahrzehnten kennen, "aber wir werden wie gewohnt mit einem breitgefächerten und hochkarätigen Programm an den Start gehen und alles tun, damit die Fans möglichst nichts missen müssen", versichert Claus Gams. Voraussetzung ist natürlich immer, dass dies die Corona-Vorschriften dann zulassen. Aber die Festivalmacher sind guter Dinge.

Lange hätten sie überlegt, ob es überhaupt Sinn mache, in diesem Jahr ein Jazzfest zu planen, berichten die beiden. "Im sonst üblichen Zeitraum wäre dies aber sicher nicht möglich gewesen. Für Mai gibt es auch noch keine Planungssicherheit", erklärt Simon Busch die Überlegungen. Derzeit sei die Lage aufgrund des Infektionsgeschehens noch zu unsicher und damit das Risiko als Veranstalter zu hoch. Zudem sei vermutlich bis Juli das Kreisimpfzentrum in der Stadthalle untergebracht, so dass es auch räumlich Einschränkungen gebe.

Finanzspritze des Bundes

Ergo: Man habe sich verständigt, das Festival vom 23. September bis zum 9. Oktober zu veranstalten. Und dies sicher nicht zuletzt, "weil uns auch unsere Sponsoren die Treue halten, sogar neue hinzugekommen sind und auch die Stadt unseren Zuschuss weiterbezahlt", wie Gams verkündet.

Zudem bekommt das Festival eine Finanzspritze des Bundes, denn mit "Neustart Kultur" hat die Bundesregierung ein Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich aufgelegt. Die "Initiative Musik" wirkt bei dem von Kulturstaatsministerin Monika Grütters initiierten Programm maßgeblich mit. 74 000 Euro bekommt das Rottweiler Festival, immerhin ein Fünftel des üblichen Budgets.

Die Vorzeichen stehen also gut. "Und wir hoffen, dass wir bis im Sommer mehr Planungssicherheit haben", so Busch. "Wir müssen uns wohl künftig davon verabschieden, Konzertkarten ein Jahr im Voraus kaufen zu können. Das wird vermutlich alles kurzfristiger werden", sagt Gams.

Programm wird Juni/Juli veröffentlicht

Im Juni oder Juli wolle man frühestens mit dem Programm an die Öffentlichkeit. "Wir wissen auch noch nicht, wieviele Leute dann überhaupt in die Stallhalle dürfen und wie wir den Vorverkauf gestalten. Das muss man noch abwarten", so die beiden. Mit den Musikern stehe man jedenfalls bereits in Kontakt. "Die Künstler lechzen nach Auftrittsmöglichkeiten, sind aber teilweise auch arg gebeutelt", berichtet Claus Gams.

Das Konzert mit Helge Schneider, das bereits für 2020 geplant war, ist auf den 17. Mai 2022 und das Thomas-Quasthoff-Quartett auf den 18. Mai 2022 verlegt. "Tourtechnisch ging das nicht anders", erklärt Gams. Der geplante Abend mit Avery Sun­shine und Ida Nielsen musste hingegen abgesagt werden.

Auf den üblichen fulminanten Festivalauftakt mit "Jazz in town" wird man in diesem Jahr wohl verzichten müssen, bedauern die beiden. Eine Open-Air-Veranstaltung oder ein ganz neues Format mit neuem Namen sind hier ersatzweise im Gespräch. Genaues können man aber noch nicht sagen. "Auf jeden Fall wollen wir das Festival 2022 wieder mit ›Jazz in town‹ am 30. April eröffnen", geben sich die Veranstalter zuversichtlich.

Jazzfest-Verein hat 400 Mitglieder

Übrigens: Nicht nur Stadt, Sponsoren und Künstler hätten mitgeholfen, dass das Festival 2020 mit einem blauen Auge davongekommen ist, oder vielmehr mit einer Schwarzen Null abschließen konnte, sondern auch die 400 Mitglieder des Jazzfest-Vereins seien nahezu komplett treu geblieben. "Wir sind eben wie eine große Familie", freuen sich Claus Gams und Simon Busch. Und auch das gebe Energie und Lust zu planen. Das ist den beiden deutlich anzumerken.

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