War die 28. Starparade der „Eintracht“ Göttelfingen am Samstag in der Korntalhalle wirklich die letzte? Wer dem Programm folgte, hört manchmal einen Hoffnungsschimmer heraus.
„Wir starten in den Abend mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erklärt Sandra Pejic vom Orga-Team. Sie erinnert sich noch an ihre erste Starparade, bei sie zwölf Jahre alt war. Durch das Programm führten Nina (Diana Wally) und Mike (Alexander Meisner) in passend abgestimmtem Bühnen-Outfit.
Für seinen 23. Bühnenauftritt hatte Patrick „Pattex“ Klingenstein seine Kiss-Crew wieder einmal zusammengerufen. Mit dem Hammer zauberten Alex und der Böller Lichtblitze auf die Bühne und es wurde wortwörtlich heiß – ähnlich ihrem Auftritt vor 26 Jahren auf der Starparade.
Als Suzi Quatro spielte Sabine Wolfersperger, die mit 22 Bühnenauftritten die weibliche Bestzahl vorwies. Ihre Familie Wolfersperger wies 74 Auftritte vor und trug zur Erhöhung an diesem Abend bei: Etwa als die Andrew Sisters, als Rage against the Machine mit dem Forscherteam und bei Haazen and the band.
Die Nester-Sisters glänzen zum zweiten Mal
Zum Mitsingen lud auch Melissa Etherige ein, wobei Anja Schneider vom Team in die Rolle hinter der Gitarre schlüpfte. Die Nester-Sisters schlüpften in ihr Glitzer-Outfit und waren mit „Super Trouper“ aus Mamma Mia zu sehen – auch zum zweiten Mal bei der Starparade, denn schon 1997 glänzten sie am Starhimmel.
„Ich fühl mich Disco“ verkörperte nicht nur Frontsänger Christian Steiffen, sondern auch seine Backgroundtänzerinnen Anni und Lilly Sophie. Was die Tochter kann, ließ sich auch Papa Siggi nicht nachsagen und war als Gildo Horn mit „Ich find Schlager toll“ zu sehen – dieses Mal ohne echte Glatze. Während die beiden Schwarz-Familiemitglieder schon auf der Bühne waren, brillierte Ina als Backgroundtänzerin beim „Oimara“-Auftritt mit Wackelkontakt. Auch da hatte sich kein Unbekannter, sondern Bernd seiner bayerischen Lebensfreude Ausdruck gegeben.
Ihre Nora-Kette hatte Modern Talking mit Dieter und Thomas für „Your my Heart“ herausgeholt, was sie 1999 schon einmal zum Besten gegeben hatten.
Alles gab auch wieder Theresa Teufel mit ihrer ansteckenden Art als Natasha Bedingfield und „unwritten“. Was einst als Tabu-Thema galt, holten die Böhsen Onkelz wieder auf die Bühne – so manche Textworte können aber nicht wiedergegeben, sondern nur der Auftritt erlebt werden.
Anziehend fanden sich Maite Kelly und Roland Kaiser, wobei Moderator Mike das Lied „Warum hast du nicht nein gesagt“ als spannenden Krimi beschrieb. Ziemlich heiß ging es auch beim „Evakuieren“-Tanz mit Sängerin Natalie Horler (Amelie Schweizer) zu, denn die Choreo und die knappe Bekleidung spiegelte Casada gut wieder.
Ein Bier holten sich einige beim Schwaben-Song „Waswir brauchet“ mit Haazen and the Band. Leonie Klingenstein steckte mit den Gruidle-Sisters und Jennifer Lopez „Lets get loud“ nicht nur zum mitmachen an, sondern tanzte von der Bühne auf die ganze Tischreihe in die Mitte der Halle. Ihre Gitarren und Cowboy-Stiefel hatten Rednex rausgeholt und sangen laut den Cotton Eye Joe, auch in kurzer Bekleidung.
Hoffnung, dass die Starparade wiederbelebt wird
Die über 70 Stars kamen zum Schluss nochmals auf der Bühne zusammen, feierten die tolle Organisation von Sandra Pejic und Anja Schneider und dankten Conny Nesch, die einst die Starparade nach Göttelfingen gebracht hatte. Mit „Das letzte Lied“ von den Fäaschtbänklern wurde der Abend in die Hände von DJ Peaceman übergeben – in der Hoffnung, dass die Starparade eines Tages wiederbelebt wird.
Der Blick zurück
Seit 19 Jahren
ist Sandra Pejic nun schon dabei und weiß daher, was riesiger Aufwand bedeutet: „Stars hätten wir noch viele, die gehen uns nicht aus. So manches acht- oder neunjährige Kind sagt heute schon, dass es mal mitmachen möchte. Aber der Aufwand für die große Starparade ist so groß“, beschreibt die Göttelfingerin.
Zur Abschieds-Starparade
bilanzierte sie 600 Personen, 70 Stars und 30 Musiker – Zahlen, die für sich sprechen, so Sandra Pejic. Lustige Erlebnisse gab es einige: Vom Ehekrach wegen der Starparade bis zum Patzer auf der Bühne – und auch an diesem Abend erlebten die Gäste so manches: Wie die Perücke, die Kiss-Mitglied „Böller“ nicht mehr aus dem Gesicht wollte und der somit fast blind auf die Bühne kam. Oder die Anfangsmusik für „Nina und Mike“ zu „Paloma Blanca“, die wie bei der damaligen Schallplatte etwas hing.
Auch für Armin Schäffer
von Casch Sound & Light aus Eutingen war es ein Jubiläum, weshalb er zu seiner 25. Starparade ein Geschenk überreichte.