In Horgen hat die Eschach 2019 die große Wiese bei der Minigolf-Anlage überflutet. Foto: Alt

Zu gleich drei Einsätzen rückte die Freiwillige Feuerwehr Zimmern am Donnerstagabend aus. Grund waren zwei überschwemmte Keller und eine Garage. Die Eschach mache bislang keine Probleme.

Zimmern ob Rottweil - Im Nullkommanichts zerstören Wassermassen das Hab und Gut der Menschen. Die Bilder aus Nordrhein-Westfalen sind schockierend. In der Gemeinde Zimmern ist man derzeit noch relativ entspannt. Die Feuerwehr sieht sich für die noch kommenden Regenschauer gut gerüstet.

Das Wasser ist kaum aufzuhalten, hat es einmal die Wand durchdrungen. Am vergangenen Donnerstagabend musste die Freiwillige Feuerwehr Zimmern zu gleich drei Einsätzen anrücken. Wegen Starkregen standen in Zimmern zwei Keller unter Wasser und auch in einer Garage in der Zimmernern Brunnenstraße musste die Feuerwehr Wasser abpumpen. In einem Keller sei Regenwasser durch die Kanalisation ins Haus getreten, erklärt Marc Burkard, stellvertretender Feuerwehrkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zimmern. In dem anderen Keller habe das Wasser über die Außenwand in das Gebäude und in der Garage über die Einfahrt hereingedrückt. Vier bis fünf Zentimeter hoch Wasser hätte in den Gebäuden gestanden.

Während es in anderen Ortsteilen vollkommen trocken blieb, hatte es über Zimmern am Donnerstagabend 40 bis 50 Liter Wasser abgeregnet, das in der Kürze der Zeit und durch den bereits gesättigten Boden nicht abfließen konnte. Burkard appelliert auch an die Anwohner, zu schauen, dass das Wasser in den Schächten auf dem Grundstück entsprechend ablaufen kann und diese nicht beispielsweise durch Schmutz verstopft sind.

Generell sei vor allem der Starkregen in der Gemeinde ein Problem. Dieser könne im Extremfall unter anderem durch die enge Bebauung nicht abfließen. Kommandant Volker Schwab erinnert sich an die starken Regenfälle 2008, bei denen mehrere Keller von Einfamilienhäusern in der Zimmerner Lembergstraße bis zur Decke unter Wasser standen. Mehrere Abteilungen waren damals stundenlang im Einsatz. Abgesehen von vergangenem Donnerstag war die Feuerwehr auch in diesem Jahr bereits wegen Wassermassen im Einsatz. Im Juni standen mehrere Straßen in der Gemeinde unter Wasser.

Mit der Eschach hingegen habe man in den letzten Jahren nie Probleme gehabt, betont Burkard. So sieht es auch Schwab. In seiner 14-jährigen Amtszeit als Feuerwehrkommandant sei Hochwasser im Zusammenhang mit der Eschach noch nie zum Problem geworden. Die Flächen um die Eschach herum seien groß genug, sodass das Wasser ablaufen könne, meint Schwab. Bei wirklich starkem Regen würde sich zwischen dem Minigolf-Platz in Horgen und Niedereschach ein See bilden, der allerdings durch die dort nicht existierende Bebauung unbedenklich sei. "Das Wasser kann sich auf den Bachwiesen ausbreiten, ohne dass es gefährlich wird", erklärt Burkard.

Stettens Ortsvorsteher Andreas Bihl wohnt direkt an der Eschach. Auch er sieht die Lage relativ entspannt. Letzte Woche sei die Eschach zwar überschwemmt gewesen, allerdings befinde sie sich nun wieder nahezu auf Normalstand. Ihm seien keine speziellen Vorbereitungen der Gemeinde für die noch kommenden Regenschauer bekannt. Hochwasser sei in Stetten generell noch nie ein all zu großes Problem gewesen, meint er. Straßen seien zwar in der Vergangenheit schon überschwemmt gewesen, wie beispielsweise die Lackendorfer Straße, die vor zwei Jahren unter Wasser stand, allerdings nur kurzzeitig.

Die Feuerwehr sei jedenfalls mit 100 aktiven Kräften und entsprechend ausgestatten Abteilungen für Starkregen-Ereignisse gewappnet. "Wir haben in den letzten Jahren aufgerüstet", sagt Burkard. Jede Abteilung sei mit Tauchpumpen und Wassersaugern ausgerüstet. Zudem seien bereits 1000 Sandsäcke vorbereitet. "Die können wir Notfalls schnell irgendwo hinbringen", erklärt Schwab.

Bei 200 Litern Regen wie in Nordrhein-Westfalen würden aber auch Sandsäcke nichts mehr nutzen. "Wenn man diese Dimensionen sieht, dann bringt das auch nichts mehr", meint Burkard. Bei solchen Wassergewalten könne man nichts mehr machen, dann das Wasser aufhalten, sei quasi unmöglich. Burkard rechnet allerdings damit, dass sich die Lage bis spätestens Sonntag beruhigen wird. Denn dann verspricht auch die Wettervorhersage weniger Regen und mehr Sonne.