Viel Regen innerhalb von kurzer Zeit kann schnell zur Gefahr werden – nicht nur im Straßenverkehr. (Symbolfoto) Foto: Steffen

Plötzlich öffnet der Himmel seine Schleusen, und es regnet – kurz, stark und lokal begrenzt: Starkregenereignisse werden immer häufiger. Wo in und um St. Georgen es im Ernstfall besonders gefährlich werden kann, zeigen Starkregen-Gefahrenkarten.

40, 60 oder sogar mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter – und das innerhalb einer Stunde: Starkregen kann – gerade in den Sommermonaten in Verbindung mit heftigen Gewittern – große Schäden verursachen.

 

Das Problem: Im Gegensatz zu Hochwasser an großen Flüssen ist kaum vorhersehbar, wo genau und wann Starkregenereignisse auftreten. Umso wichtiger ist es daher, für den Ernstfall informiert und auf ihn vorbereitet zu sein. Die Stadt St. Georgen hat im Zuge des Starkregenrisikomanagements besonders gefährdete Gebäude und Orte identifiziert und erarbeitet nun Maßnahmen, um diese zu schützen.

Doch nicht nur die öffentliche Infrastruktur kann bei Starkregen in Mitleidenschaft gezogen werden – auch private Grundstücke und Gebäude können im Ernstfall betroffen sein. Zwar, heißt es in einer Mitteilung, wirken sich die Maßnahmen der Stadt zum Schutz der öffentlichen Infrastruktur auch positiv auf Privateigentum aus. Dennoch sollten auch Privatleute und Gewerbetreibende „die Risiken für ihr Eigentum sowie ihre Gesundheit und gegebenenfalls die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden abschätzen und eigenverantwortlich geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen“ können, betont die Verwaltung.

In drei Kategorien unterteilt

Die Grundlage bilden die Starkregen-Gefahrenkarten für diverse Szenarien, welche nebst einer Interpretationshilfe auf der Webseite der Stadt St. Georgen öffentlich einsehbar sind. Sie zeigen, wie das Wasser nach einem Starkregenereignis oberflächlich abfließt – welchen Weg es sich sucht und mit welcher Geschwindigkeit welche Menge von Wasser fließt.

Einsehbar sind in den Karten die modellierte Ausdehnung der Überflutung sowie die Fließgeschwindigkeit und Tiefe des Wassers an den jeweiligen Stellen. Unterschieden wird dabei zwischen drei Kategorien von Starkregenereignissen: dem seltenen, dem außergewöhnlichen und dem extremen.

Den Unterschied erklärte Jedrzej Baryla vom Büro BIT-Ingenieure im Oktober in der Sitzung des Gemeinderats: Ein seltenes Starkregenereignis trete statistisch etwa alle 30 Jahre auf, ein außergewöhnliches etwa alle 100 Jahre. Ein extremes Ereignis zeichnet sich dadurch aus, dass in einer Stunde mehr als 128 Liter Regen auf einem Quadratmeter Fläche fallen.

Gefährdete Bereiche

Besonders gefährdet sind im St. Georgener Stadtgebiet Gebäude zwischen Talstraße und Weidenbächle. Insbesondere in der Nähe der Bundesstraße, direkt am Bach und auch in dem Bereich, in dem sich der neue Aldi-Markt befindet, können bereits bei seltenen Starkregenereignissen Überflutungstiefen zwischen einem halben und einem Meter erreicht werden. Stellenweise zeigt die Gefahrenkarte sogar eine Wassertiefe von mehr als einem Meter.

Größere Überschwemmung

Ähnlich sieht es entlang der Brigach im Bereich der Industriestraße aus: Vom Start der Industriestraße im Westen bis ganz östlich im Bereich des Bauhofs und des Unternehmens Kaspar sind bereits bei seltenen Starkregenereignissen einigermaßen großflächige Überschwemmungen möglich – Tiefen von einem Meter werden der Gefahrenkarte zufolge aber kaum überschritten.

Dasselbe gilt für den vornehmlich südöstlichen Teil des Gewerbegebiets Hagenmoos sowie einige betroffene Wohngebäude – sie liegen unter anderem in Peterzell nahe des Bärlochbächleins sowie im Westen und Norden der Kernstadt.