Alajuelas Bürgermeister Roberto Thompson Chacón (links) und OB Markus Ibert durchtrennten 2024 das Band zur Eröffnung des Alajuela-Platzes. Foto: Schabel

Bundesweit war Lahr die erste Stadt, die eine Partnerschaft mit einer Stadt in Costa Rica eingegangen ist. Über die Jahre wurde die Freundschaft immer weiter gefestigt.

Treibende Kräfte waren und sind laut Mitteilung der Stadtverwaltung insbesondere der Freundeskreis Alajuela-Lahr auf deutscher sowie der Freundeskreis Asociacion Ciudades Hermanas de Alajuela auf costa-ricanischer Seite, die Verwaltungen und politischen Gremien sowie viele weitere engagierte Bürger.

 

Auf Beschluss der Landesregierung und nach einer Ausnahmeentscheidung des Auswärtigen Amtes wurde 2014 in Lahr ein costa-ricanisches Honorarkonsulat eingerichtet – zum Honorarkonsul wurde Juan Llombart ernannt. Zehn Jahre später hat die Stadt mit der Einweihung des Alajuela-Platzes im Seepark ein Zeichen für den partnerschaftlichen Austausch und die enge Verbundenheit gesetzt.

Der kulturelle Austausch ist ein bedeutendes Element der Partnerschaft, an deren Ausgangspunkt ein Bildhauerforum im Stadtpark im Jahr 2001 stand, heißt es in der städtischen Mitteilung. Zehn Jahre später war ein weiteres Bildhauerforum unter dem Motto „Pura Vida“ – costa-ricanischer Leitspruch und Ausdruck reiner Lebensfreude – ein Highlight.

Enge Zusammenarbeit bei der Nachhaltigkeit

Bei den „Villa Jamm Artists 2022“ stand erneut eine Sonderausstellung mit dem Titel „Pura Vida“ im Fokus: Anlässlich des 200. Jahrestages der Unabhängigkeit von Spanien im Jahr 2021 hatten sich Künstler aus Costa Rica mit Freiheit und Unabhängigkeit befasst.

Besonders eng arbeiten Lahr und Alajuela bei der Nachhaltigkeit zusammen. Die 2012 geschlossene Kommunale Klimapartnerschaft erweiterten sie 2020 zur Kommunalen Nachhaltigkeitspartnerschaft – mit dem Ziel, voneinander zu lernen und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen vor Ort voranzubringen. In einem 2018 erfolgreich abgeschlossenen Projekt wurden die Zentralkläranlage in Alajuela grundlegend saniert, zwei dezentrale Kläranlagen mit neuer Technik aufgerüstet und eine kommunale Abwasser-/Schlamm-Annahmestation eingerichtet.

Experten stehen in regelmäßigem Austausch

2019 endete ein Projekt, bei dem unter anderem bisher ungeschützte Trinkwasserquellen in Alajuela zum nachhaltigen Schutz eingezäunt und naturnah aufgeforstet wurden. Delegationen von Experten stehen regelmäßig im Austausch und besuchen sich gegenseitig in den Partnerkommunen.

Außerdem sind beide Städte über soziale und pädagogische Projekte eng verbunden. Der Freundeskreis Alajuela-Lahr beteiligt sich an der Organisation von Freiwilligendiensten in sozialen Einrichtungen wie Kindergärten oder Pflegeheimen und leistet finanzielle Unterstützungen. Weitere Beispiele sind das Austauschprogramm des Max-Planck-Gymnasiums mit dem Liceo de Poas sowie Praktika für Studenten in der Verwaltung.

Vergangene Woche hat eine Lahrer Gruppe um OB Markus Ibert und Marlies Llombart, Vorsitzende des Freundeskreises, eine Reise nach Alajuela angetreten. Auf dem Programm standen etwa die Feierlichkeiten zum nationalen Feiertag zu Ehren von Juan Santamaría, der aus Alajuela stammt, sowie der Besuch von Projekten, die mit dem Freundeskreis und der Stadt Lahr unterstützt und realisiert wurden. „Gerade in einer Welt, die von Konflikten und leider auch von Kriegen geprägt ist, wird deutlich, wie wichtig Dialog und Zusammenarbeit sind“, betont Ibert.

„Städtepartnerschaften wie zwischen Lahr und Alajuela leisten hierzu einen wertvollen Beitrag. Sie zeigen, dass Verständigung oft vor Ort beginnt, in unseren Städten – durch Begegnung, Austausch und gegenseitigen Respekt.“