Gewaltige Wassermassen fließen über die geöffneten Wehre. Foto: Heinz Vollmar

Die Abflussmenge erhöht sich auf bis zu 1700 Kubikmetern pro Sekunde, normal sind im August etwa 1000.

Ein Naturschauspiel der besonderen Art präsentiert sich derzeit den Passanten am Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt. Seit den massiven Regenfällen der vergangenen Tage stürzen hier gewaltige Wassermassen begleitet von donnerndem Getöse über die geöffneten Stauwehre in den Unterlauf des Rheins um weiter rheinabwärts zu fließen.

 

Bereits vor einem Jahr wurden am Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt nach starken Regenfällen über 1120 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen, die über die Stauwehre in die Tiefe stürzten.

Sommerregen hat große Wassermengen zur Folge

Eine ähnlich große Wassermenge wurde damals für die Stromerzeugung in den Turbinen verwendet, so dass man insgesamt von einer Wassermenge in Höhe von 2240 Kubikmeter pro Sekunde ausgehen musste.

Die produzierte Leistung des Kraftwerks ist derweil immer abhängig von der zur Verfügung stehenden Wassermenge und der Fallhöhe, das heißt der Höhendifferenz zwischen Ober-und Unterwasserspiegel.

Zuviel Wasser für die vorhandenen Turbinen

Wenn der Fluss mehr Wasser führt, als über die verfügbaren Turbinen verarbeitet werden kann, muss dieses über die Wehröffnungen des Stauwehrs abgeführt werden, wie dies aktuell geschieht. Auf Nachfrage teilt das Kraftwerk mit, dass die Wehre wegen des Starkregens der vergangenen Tage geöffnet wurden. Dieser habe zu einem Abfluss von rund 1700 Kubikmetern pro Sekunde geführt. Der langjährige Durchschnitt im August liege bei rund 1000 Kubikmeter pro Sekunde. Das Kraftwerk kann über die Maschinen 1500 Kubikmeter pro Sekunde verarbeiten. Bei einem stärkeren Abfluss muss das Kraftwerk die Wehre öffnen.

Überdies führe die Mannschaft des Kraftwerks derzeit Tests an den Maschinen durch. Dieser Umstand könne ebenfalls kurzzeitig zu einem „Wehrüberfall“ führen.

Noch ein bis drei Tage soll der starke Abfluss anhalten

Die Aussicht sei, dass auch in den nächsten ein bis drei Tagen Wasser über das Stauwehr abgehen wird, bis die Abflussmenge wieder soweit zurückgegangen ist, dass die Maschinen sie verarbeiten können.