Fabian Rießle aus Breitnau ist verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekokmmen. Foto: Eibner

An diesem Wochenende geht es rund: Der Wintersport schnappt sich mit Macht das Wochenende und füllt von morgens bis abends die Programmplätze bei ARD, ZDF und Eurosport.

Auch der Deutschen liebstes Kind geht endlich an den Start. Und mittendrin sind die Starter aus der Region.

Biathlon

Die große Hoffnungsträgerin in der Olympiasaison ist Denise Herrmann. "Ich versuche, relativ entspannt in die Saison reinzugehen", sagt die 32-Jährige vor dem Start im schwedischen Östersund. Während die Routiniers Maren Hammerschmidt, Franziska Hildebrand und Karolin Horchler den Sprung in den Weltcup-Kader nicht geschafft haben, stand schnell fest, dass die für den SC Schönwald startende Janina Hettich aus Lauterbach (Kreis Rottweil) zum Team gehören wird, das mit einem Einzel-Rennen am Samstag (11.45 Uhr) und einem Sprint-Rennen am Sonntag (11.00 Uhr/beide ZDF und Eurosport) den Olympia-Winter eröffnen wird. "Es wäre schön, wenn ich einige Male auf einem Podestplatz stehen könnte", übt sich die ambitionierte Biathletin in Understatement. Sie möchte möglichst schnell ihr Ticket nach Peking in der Tasche haben.

Nordische Kombination

Davon träumen auch die nordischen Kombinierer. "Wir freuen uns jetzt, dass es endlich losgeht", berichtet Bundestrainer Hermann Weinbuch von intensiven Trainingseinheiten im Vorfeld des Weltcups in Ruka (Finnland) – vor allem auf der Schanze. Denn da hatten sich seine Schützlinge im letzten Winter so große Rückstände eingehandelt, die sie in der Loipe, trotz exzellenter Laufzeiten, einfach nicht mehr wettmachen konnten. "Die Mannschaft zeigt sich sehr ausgeglichen, ich habe sieben starke Jungs am Start – da kann fast jeder jeden schlagen", ist Weinbuch gespannt, was in Ruka passiert. Los ging es schon am Donnerstag mit dem provisorischen Wettkampfsprung – und der Baiersbronner Manuel Faißt landete als bester Deutscher auf Rang 6. Am Freitag (11.00 Springen/15.10 fünf Kilometer Langlauf), Samstag (09.10/15.30 zehn km) und Sonntag (09.10/15.05) wird‘s ernst.

Skispringen Frauen

Nach den Herren starten am Wochenende auch die Damen durch – und wie. Mit dem neuen Bundestrainer Maximilian Mechler aus Isny geht es erst nach Nischni Tagil (Freitag 15.30/Samstag 12.00), wo vor einer Woche die Männer zugange waren. In Willingen, Oslo, Klingenthal und Lillehammer werden sie aber gemeinsame Wochenenden erleben, zum Jahreswechsel eine "Mini-Schanzentournee" in Slowenien bestreiten. Mechler hofft dann auf bessere TV-Quoten und größere Popularität für seine Mädels. Die Ziele formuliert er eher bescheiden: "Wir wollen so gut drauf sein, dass wir auf jeden Fall im Mixed um eine Olympia-Medaille kämpfen können." Anna Rupprecht aus dem schwäbischen Degenfeld will nach einer holprigen Vorbereitung "cool bleiben". In der Qualifikation wurde sie 32., Katharina Althaus Dritte.

Skispringen Männer

Die Männer gehen unverändert in das zweite Weltcup-Wochenende – wie die Kombinierer in Ruka. "Den Jungs taugt sie Schanze, sie ist wirklich cool zum Fliegen", sagt der in Hinterzarten lebende Bundestrainer Stefan Horngacher. Auch sein "Nachbar" Stephan Leyhe hofft am Samstag (16.30) und Sonntag (16.15) nach der Qualifikation am Freitag (17.10) auf Zuwachs auf dem Weltcup-Punktekonto.

Langlauf

Janosch Brugger (Schluchsee) geht mit den anderen fünf Herren und sechs Damen, darunter die Hoffnungsträgerinnen Katharina Hennig und Laura Gimmler ebenfalls in Ruka die Saison an. Der sportliche Leiter Andreas Schlütter ist zuversichtlich, dass zumindest die Damen gleich überzeugen, "bei den Herren haben wir noch ein bisschen Luft nach oben". Auf Brugger wartet also am Freitag (ab 10.00 Sprint), Samstag (10.15 15 km Herren/13.00 10 km Damen) und Sonntag (10.20/12.30 Verfolgung) eine Menge Arbeit.

Skicross

Die Furtwangerin Daniela Maier vom SC Urach ist am Donnerstag mit dem achten Platz in der Qualifikation von Secret Garden (China) als beste Deutsche in die Saison gestartet. Am Samstag (06.00/06.24) wird es für sie ernst. Ihre Ziele sind klar: die erstmalige Qualifikation für die Olympischen Spiele – und: "Ich würde natürlich sehr gerne meinen ersten Weltcup gewinnen." Am besten gleich am Samstag.

Fabian Rießle

Der Kombinierer aus Breitnau ist vollkommen zufrieden mit seiner verletzungsfreien Vorbereitung: "Ich bin guter Dinge, dass es ein guter Weltcup-Auftakt wird. Kuusamo ist immer ein bisschen speziell, weil es eine sehr windanfällige Schanze ist – aber auch eine lässige. Der Saisonhöhepunkt, das kann sich wohl jeder denken, findet in einer chinesischen Stadt statt ..."

Daniela Maier

Die Skicrosserin vom SC Urach hat 2018 die Olympischen Spiele in Pyeongchang verpasst – wegen eines Knorpelschadens im Knie. Das soll diesmal anders werden, auch wenn sie im Januar 2021 einen Kreuzbandriss erlitten hat. "Das Knie spielt bisher unter Belastung perfekt mit, auch Schmerzen habe ich keine mehr. Das sieht alles gut aus. Und so fühlt es sich auch an", ist sie optimistisch.

Manuel Faißt

Der Kombinierer des SV Baiersbronn hatte mit einer holprigen Vorbereitung (Leiste, Ellbogen) zu kämpfen, doch die letzten Wochen "habe ich normal trainieren können, ich bin auch wieder gut ins Springen reingekommen, und die Form ist jetzt ziemlich stabil." Einen Wunsch hätte der 28-Jährige: "Vielleicht klappt es ja mal mit einer einstelligen Platzierung am Ende im Weltcup!"

Janina Hettich

Für die ersten Weltcup-Rennen ist die Lauterbacher Biathletin Janina Hettich gesetzt – auch wegen ihrer überzeugenden Leistungen in der vergangenen Saison. Mit ihrer Vorbereitung ist sie "sehr zufrieden. In den letzten Wochen habe ich besonders an meiner Technik und an der Oberkörperkraft gearbeitet." Einem guten Weltcupauftakt in Östersund steht damit nichts im Weg.

Maximilian Mechler

Der neue Skisprung-Bundestrainer der Frauen tritt ein schweres Erbe an. Schließlich feierte Vorgänger Andy Bauer viele Erfolge mit seinen Mädels – und jetzt, mitten im Umbruch, muss der Isnyer mit seiner Vorspringerin Katharina Althaus und den Talenten dahinter eine neue Stufe erreichen. "Die kleine Schanze in Nischni ist ein guter Auftakt für uns. Zum Ende der letzten Saison haben unsere Athletinnen dort ganz gut agiert", meint Mechler. Viele Großschanzen stehen auf dem Weltcup-Programm, Althaus fiebert vor allem Willingen entgegen: "Megacool!"

Hermann Weinbuch

Der Trainer-Routinier, der schon seit 2014 seinen Abschied plant und dann doch Jahr für Jahr weitermacht, ist gespannt, was die Fortschritte seiner Kombinierer auf der Schanze im Vergleich mit Überflieger Jarl-Magnus Riiber wert sind. "Es ist immer ein gewisses Kribbeln da." Untertrieben, denn die Spannung – und die Vorfreude – bei Weinbuch steigen: "Ruka ist die geilste Schanze, die ich kenne. Da muss man perfekt den modernen Sprung zelebrieren. Da wird den Jungs gleich zu Beginn alles abverlangt."