Dass der Fußballstar Joshua Kimmich vom FC Bayern München als Mitgründer von „We kick Corona“ nicht geimpft ist, ist ebenso bedenklich wie seine Begründung, schreibt unser Sportredakteur Gerhard Pfisterer.
Stuttgart - Joshua Kimmich ist keiner, der sich wegduckt. Egal, wie schwierig die Situation auch ist, der Fußball-Nationalspieler stellt sich. Auf dem Platz – und daneben. Dass er nach dem Spiel bei der TSG Hoffenheim offen über seinen Impfstatus gesprochen hat, nachdem ihn zuvor ein „Bild“-Bericht als nicht gegen Corona geimpften Spieler identifiziert hatte, verdient Respekt. Das hätte nicht jeder Sportler in dieser Situation gemacht.
Es ist indes verwunderlich, dass Kimmich als Mitgründer der gerühmten Anti-Corona-Kampagne „We kick Corona“ nicht geimpft ist – und bedenklich, welche Argumente er dafür vorbrachte. Sorgen aufgrund fehlender Langzeitstudien zu Nebenwirkungen führte der Fußballstar als Grund an. Das zeigt vor allem eins: Unwissenheit. Bei Impfstoffen gibt es zwar Nebenwirkungen, aber diese treten in der Regel innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen auf. Langzeitstudien laufen – und es gibt bisher keine Meldungen zu schweren Nebenwirkungen, die erst nach längerer Zeit aufgetreten wären.
Joshua Kimmich täte gut daran, seine Entscheidung zu überdenken
Es besteht in Deutschland keine Impfpflicht. Jeder kann frei entscheiden, ob er sich gegen Corona impfen lässt oder nicht. Es gibt jedoch eindeutige Empfehlungen der Wissenschaft und der Ständigen Impfkommission. Diese ignoriert Joshua Kimmich. Das ist in seinem Fall besonders fatal, denn Stars seiner Güteklasse sind Vorbilder für viele Menschen, sie setzen mit ihrer Impfung oder Nichtimpfung Zeichen. Die angeführten Bedenken mögen bei Einführung der neuen Corona-Impfstoffe noch verständlich gewesen sein, im Herbst 2021 sind sie das jedoch nicht mehr. Vielmehr sollten Kimmich mögliche Langzeitfolgen einer Infektion beschäftigen und wie sich das vermeiden lässt.
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Die Bundesliga und ihre Clubs inklusive dem FC Bayern München werben bei jeder Gelegenheit für eine Impfung. Doch wie soll dies Wirkung entfalten, wenn ihre angesehensten Aushängeschilder wie Kimmich nicht ausnahmslos dahinterstehen und selbst geimpft sind? Kimmich täte gut daran zu zeigen, dass er nicht nur auf dem Platz einer ist, der nach einem Fehler alles daransetzt, diesen möglichst schnell wettzumachen. Das würde immer noch Symbolwirkung haben: besser spät als nie.