Auch im Teinachtal wird künftig der grüne Strom produziert. Auch Flächen stehen dafür schon fest – zumindest vorerst. Foto: © 3dtool - stock.adobe.com

In Sachen Windkraft hält der Regionalverband Nordschwarzwald das Ruder in der Hand. Und der ist jetzt einen Schritt weiter: Es gibt konkretere Pläne für mögliche Standorte. Besonders betroffen sind Oberreichenbach, Neuweiler und Bad Teinach-Zavelstein. Was meinen die Verwaltungschefs dazu?

Auch ins Teinachtal kommen Windräder – das steht fest. Was bislang nicht wirklich durchschimmerte war, wo genau die großen Energieerzeuger künftig in die Höhe ragen sollen. Doch auch da ist der Regionalverband Nordschwarzwald jetzt einen Schritt weiter. Dass dieser in Sachen Windkraft in der Region derzeit das Ruder in der Hand hält, ist klar.

 

Das Ziel Denn laut Bundesgesetz müssen 1,8 Prozent der Landesfläche bis 2032 für Windenergie bereitgestellt werden. Nach dem Landesgesetz muss dieser Wert in den Regionen schon bis September 2025 erreicht sein. Am 24. Januar dieses Jahres hatte der Planungsausschuss des Regionalverbands dann den Fokus auf konkrete Flächen beschlossen, auf denen potenziell Windräder aufgebaut werden könnten.

Große Fläche Besonders betroffen sind Oberreichenbach, Bad Teinach-Zavelstein und Neuweiler – mit einer zusammenhängenden Fläche von 473 Hektar. Die Pläne des Regionalverbands sind nun publik, aber noch nicht final beschlossen – denn jetzt folgt die Öffentlichkeitsbeteiligung. Wie reagieren die drei Kommunen auf die veränderten Kulissen, auf denen künftig der grüne Strom produziert werden könnte?

Neuweiler Auf Neuweiler Gemarkung waren ursprünglich fünf Flächen angedacht. Vor allem kritisch beäugt wurde im November 2023 eine Fläche, die sich in Teilen auf Gemarkung Martinsmoos befindet – und zwar wegen des geplanten Wohngebiets Steigäcker und der Gewerbeflächen Gaugenwalder Kreuz. An dieser Fläche hält der Regionalverband noch immer fest. Was aber auffällt: Der Bereich, der in Agenbach ausgewiesen war, ist jetzt stark minimiert. Und auch zwischen Hoftstett und Aichhalden ist die Fläche nun kleiner geworden.

Überraschend Für Bürgermeister Martin Buchwald kamen die großen Veränderungen schon etwas überraschend. „Von den Flächen, die wir beantragt hatten, ist reduziert worden“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Hinter zwei Gebieten stand die Gemeinde nämlich Ende vergangenen Jahres noch: Eine davon betrifft die Gemarkungen Schmieh und Agenbach Richtung Rötenbach und Emberg und die andere den Bereich um Zwerenberg, Hofstett, Hornberg und Aichhalden. Dass von diesen Flächen nun Raum weggenommen wurde, sei auf den ersten Blick „merkwürdig“.

Nun müsse man „schauen, was an Flächen überhaupt übrig geblieben ist“. Im Frühjahr werde das Thema auch noch einmal in den Gemeinderat auf den Tisch kommen, meint Buchwald. Ob es auch eine Bürgerversammlung dazu geben werde? „Das kann ich noch nicht sagen“, so der Bürgermeister.

Bad Teinach-Zavelstein Auch auf Bad Teinach-Zavelsteiner Gemarkung hat sich mit den neuen Plänen einiges geändert. Eine Fläche Richtung Liebelsberg und eine andere Richtung Wimberg sind nun aus dem Konzept genommen. Im Boot bleibt bislang ein Bereich Richtung Holzbronn. Bürgermeister Wendels Reaktion: „Die mögliche Ausweisung einer Vorrangfläche auf dem Gebiet von Bad Teinach-Zavelstein kommt ja für unsere Stadt nicht überraschend, sondern hat sich bereits schon im letzten Jahr abgezeichnet, ursprünglich ja sogar mit einer Fläche von über 700 Hektar.“

Einwohnerversammlung Die Stadt wolle zunächst aber die Einwohnerversammlung am Mittwoch, 21. Februar, gemeinsam mit der EnBW abwarten, um die Bürger zu informieren, „welche Möglichkeiten sich aus einer Vorrangfläche für Windkraft für unsere Stadt ergeben“. Eine Frage- und Diskussionsrunde solle zeigen, wie die Bevölkerung zum Thema stehe. „Mit dem Stimmungsbild aus der Einwohnerversammlung werden wir dann in die weiteren Beratungen im Gemeinderat gehen und dann auch Entscheidungen treffen, ob wir uns als Stadt aktiv an der Energiewende beteiligen wollen“, so Wendel.

Oberreichenbach Wohl am stärksten betroffen von potenziellen Standorten für Windräder ist Oberreichenbach. Doch positiv bewertet Bürgermeister Karlheinz Kistner folgendes: „Innerhalb des Gemeindegebietes von Oberreichenbach ist der Regionalverband zum großen Teil den Anregungen der Gemeinde Oberreichenbach gefolgt und hat die bestehende Vorrangfläche des Flächennutzungsplanes ausgewiesen.“

Doch die andere Seite der Medaille blitzt dennoch hervor: „Entgegen den Empfehlungen der Gemeinde wurde nördlich der genehmigten Windräder Kälbling auf Gemarkung Calmbach zusätzlich eine Fläche auf unserem Gemeindegebiet ausgewiesen; die Flächen wurden jedoch deutlich reduziert.“ Dass müsse nun gemeinsam mit dem Gemeinderat bewertet werden.

Gemeinsame Stellungnahme Ein potenzielles Windkraft-Gebiet betrifft alle drei Kommunen, weshalb Kistner meint: „Im Bereich Bad Teinach-Zavelstein und Neuweiler und direkt angrenzend an den Ortsteil Würzbach wurde eine sehr große Fläche ausgewiesen. In meinen Augen ist es sinnvoll, da viele Ortsteile der drei Gemeinden betroffen sind, dort eine gemeinsame Stellungnahme zu erarbeiten.“